An Auroren von Johann Gottfried Herder

O zögre noch, holdseligste der Schönen,
Aurora, laß die Thräne dich versöhnen,
Die Thräne, die dir reine Liebe weiht.
Wenn du in deines grauen Tithons Armen
Zu früh’ erwachst, so weile; hab’ Erbarmen,
Für uns, für uns ist es zu frühe Zeit.
Die keusche Luna blickt von ihrem Throne
Gefällig noch, und gönnt Dionens Sohne
Ihr sanftes Licht der Herzvertraulichkeit.
 
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„Und komm’ ich denn, um euer Glück zu stören?
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Beneidend komm’ ich euer Glück zu mehren,
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Und sag’: es ist nicht gestern, es ist heut.
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Mit neuer Liebe komm’ ich euch zu krönen,
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Und gebe Blumen, Jünglingen und Schönen
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Erfrischend sie, der Morgenröthe Kleid“; –
 
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– O Mahlerinn Aurora, weile, weile!
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Den Liebenden zu ihrem schönsten Theile
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Sei nie ein Gestern; sei ein ewig Heut“.

Details zum Gedicht „An Auroren“

Anzahl Verse
3
Anzahl Zeilen
18
Anzahl Wörter
123
Entstehungsjahr
1797
Epoche
Sturm & Drang,
Klassik

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „An Auroren“ ist Johann Gottfried Herder. Geboren wurde Herder im Jahr 1744 in Mohrungen (Ostpreußen). Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1797 zurück. Erschienen ist der Text in Tübingen. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autoren her lässt sich das Gedicht den Epochen Sturm & Drang oder Klassik zuordnen. Bei Herder handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epochen. Das Gedicht besteht aus 18 Zeilen mit insgesamt 3 Versen und umfasst dabei 123 Worte. Die Gedichte „Das Orakel“, „Das Ross aus dem Berge“ und „Das Saitenspiel“ sind weitere Werke des Autoren Johann Gottfried Herder. Zum Autoren des Gedichtes „An Auroren“ haben wir auf abi-pur.de weitere 412 Gedichte veröffentlicht.

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