Herder, Johann Gottfried

Geboren
* 25.08.1744
in Mohrungen (Ostpreußen)
Gestorben
18.12.1803
in Weimar
Kurzinfo
deutscher Dichter, Übersetzer, Theologe und Geschichts- und Kultur-Philosoph der Weimarer Klassik
Pseudonyme
Herder, J. G.
Herder, J. G. von
Heerde, J. G.
Herder, Joh. Gottfried
Berufe
Philosoph, Schriftsteller, Theologe & Übersetzer
Wirkungsort
Literaturepoche
Sturm & Drang
Klassik

Johann Gottfried Herder - Biografie

Johann Gottfried HerderIn Mohrungen (Ostpreußen) wurde Johann Gottfried Herder am 25.08.1744 geboren. Herder verstarb am 18.12.1803 im Alter von 59 Jahren in Weimar. Johann Gottfried Herder war ein bekannter deutscher Dichter, Übersetzer, Theologe und Geschichts- und Kultur-Philosoph der Weimarer Klassik. Für die Epochen Sturm & Drang und Klassik war Herder ein typischer Vertreter. Die aufgezählten Literaturepochen lassen sich folgendermaßen auf zeitlicher Ebene einordnen: Sturm & Drang (1765 bis 1790), Klassik (1786 bis 1832). In der Gedichtedatenbank von abi-pur.de sind zum Autoren Johann Gottfried Herder sehr viele Gedichte veröffentlicht. Du findest derzeit in unserer Datenbank 413 Gedichte. Die Gedichte „Abendlied“, „Als ich von Livland aus zu Schiffe ging“ und „Alte ägyptische Philosophie“ gehören zu den bekannten Werken des Dichters.

Johann Gottfried (nach 1802, von) Herder war ein deutscher Philosoph, Theologe, Dichter und Literaturkritiker. Er ist mit der Aufklärung, Sturm und Drang und der Weimarer Klassik verbunden. Er zählt mit Christoph Martin Wieland, Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller zum klassischen Viergestirn von Weimar.

Geboren in Mohrungen (heute Morąg, Polen) im Königreich Preußen (im ehemaligen Herzogtum Preußen), wuchs Herder als Sohn eines Kantors und Volksschullehrers in einem armen Elternhaus auf. Als der jüngere Bruder Carl Friedrich verstarb, war das Herders erste Berührung mit dem Tod. Es entstand sein erstes Gedicht „Auf meinen ersten Todten! das Liebste, was ich auf dieser Welt verloren“.

Wegen seiner schlechten Beziehung zu seinen Eltern, verließ er im Sommer 1762 seine Heimatstadt, um an der Universität in Königsberg Medizin, Theologie und Philosophie zu studieren. Er gewann in dem Buchhändler Johann Jakob Kanter einen Gönner, der von seinem anonymen Werk „Gesang an Cyrus“ beeindruckt war. Kanter besorgte ihm eine Stellung als Hilfslehrer an der Elementarschule des Collegium Fridericianum, so konnte er sich auf bescheiden gesicherter finanzieller Basis vor allem seiner Fortbildung widmen. Als 17-Jähriger, schrieb er sich an der Universität Königsberg, etwa 100 Kilometer nördlich von Mohrungen, ein, wo er Schüler von Immanuel Kant wurde. Gleichzeitig wurde Herder zum intellektuellen Schützling von Johann Georg Hamann, einem Königsberger Philosophen, der die Ansprüche der reinen weltlichen Vernunft in Frage stellte. Der eigentliche Studienwunsch Herders war die Medizin. Aber schon kurze Zeit später wechselte er zum Theologiestudium über.

Als Geistlicher ging Herder im Jahr 1764 nach Riga, um dort zu unterrichten. In dieser Zeit entstanden seine ersten großen Werke, die literarkritisch orientiert waren. Nachdem für etwa fünf Jahre Aushilfslehrer an der Domschule in Riga war, reiste Herder 1769 mit dem Schiff zum französischen Hafen von Nantes und ging weiter nach Paris. Daraus resultierte sowohl eine Darstellung seiner Reisen als auch eine Verschiebung seines eigenen Selbstverständnisses als Autor. Da er keine weiteren mehrjährigen Fahrten auf Kosten der Freunde antreten wollte, war es ihm nur recht, dass ihm die Arbeit als Reiseprediger angeboten wurde. So kam es, dass er den jungen Johann Wolfgang Goethe während einer Reise über Mannheim nach Straßburg traf. Die beiden verband nachfolgend eine enge Freundschaft. Diese Begegnung erwies sich als Schlüsselpunkt in der Geschichte der deutschen Literatur, denn Goethe ließ sich von Herder inspirieren, einen eigenen Stil zu entwickeln. Dies kann als der Beginn der „Sturm und Drang“-Bewegung angesehen werden. 1771 übernahm Herder eine Stelle als Oberpfarrer und Hofprediger in Bückeburg unter William, Graf von Schaumburg-Lippe.

Mitte der 1770er Jahre war Goethe ein bekannter Schriftsteller und nutzte seinen Einfluss am Weimarer Hof. Herder zog im Jahr 1776 nach Weimar. Auf Vermittlung von Christoph Martin Wieland und Goethe wird Herder in Weimar zum Generalsuperintendenten, Oberkonsistorialrat und Hofprediger ernannt. In den Jahren nach 1776 verlagerte sich der Blick Herders wieder auf den Klassizismus.

Krankheit und Kuraufenthalte in Eger und Franzensbad prägten in den Jahren 1802/03 Herders Leben. Am 18. Dezember 1803 verstarb Herder in Weimar im Alter von 59 Jahren.

Zu den Vorbildern Herders gehörten Homer sowie Shakespeare. Diese Vorliebe war für die Weiterentwicklung der deutschen Literatur von großer Bedeutung. Seine Spuren lassen sich in der Literatur, der Philosophie, der Theologie und der Geschichtswissenschaft nachweisen. Er trug Wesentliches zur Entwicklung der Sprachwissenschaft bei und war ein bedeutender literarischer Übersetzer.

Herder verwandte einen grammatisch-rhetorischen Stil, der viele Anakoluthe, Aposiopesen, Brachylogien, Chiasmen, Hendiadyoine, Oxymora und Hystera-Protera enthielt. Er war ein Meister der Neologismen – viele seiner Wortschöpfungen sind in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen.

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