An die Freundschaft von Johann Gottfried Herder

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Heilge Freundschaft, die auf Engelsflügeln
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Sich emporschwang zu den sel’gen Hügeln,
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Unser Erdenland verließ
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Und ging auf ins Väter-Paradies;
 
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Wo sie noch aus guten Mutterhänden
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Uns ihr Kind zuweilen her will senden
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Liebe, die auch irre geht
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Und für Treue öfters Reu empfäht;
 
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Holde Freundschaft, kehr’ o kehre wieder,
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Hand- und Herzen-bindend zu uns nieder!
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Ohne dich ist alles leer,
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Auch die Liebe selbst nicht Liebe mehr.
 
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Wenn du uns dein Bild noch lange raubest
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Und es gar dem süßen Trug’ erlaubest:
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O so wird dein Menschenreich
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Bald dem alten wüsten Chaos gleich.

Details zum Gedicht „An die Freundschaft“

Anzahl Verse
4
Anzahl Zeilen
16
Anzahl Wörter
94
Entstehungsjahr
1787
Epoche
Sturm & Drang,
Klassik

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „An die Freundschaft“ des Autoren Johann Gottfried Herder. Geboren wurde Herder im Jahr 1744 in Mohrungen (Ostpreußen). 1787 ist das Gedicht entstanden. Erschienen ist der Text in Gotha. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autoren her den Epochen Sturm & Drang oder Klassik zuordnen. Herder ist ein typischer Vertreter der genannten Epochen. Das vorliegende Gedicht umfasst 94 Wörter. Es baut sich aus 4 Versen auf und besteht aus 16 Zeilen. Johann Gottfried Herder ist auch der Autor für Gedichte wie „Apollo“, „Bilder und Träume“ und „Das Flüchtigste“. Auf abi-pur.de liegen zum Autoren des Gedichtes „An die Freundschaft“ weitere 412 Gedichte vor.

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