An sich Selbst von Andreas Gryphius

MIr grauet vor mir selbst / mir zittern alle Glieder
Wenn ich die Lipp’ vnd Naß’ vnd beyder Augen Klufft /
Die blind vom wachen sind / deß Athems schwere Luft
Betracht’ / vnd die nun schon erstorbnen Augen-Lieder.
Die Zunge / schwartz vom Brand fällt mit den Worten nieder /
Vnd lalt ich weiß nicht was; die müde Seele rufft /
Dem grossen Tröster zu / das Fleisch reucht nach der Grufft /
Die Aertzte lassen mich / die Schmertzen kommen wieder /
Mein Cörper ist nicht mehr als Adern / Fell’ / vnd Bein.
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Das sitzen ist mein Tod / das liegen meine Pein.
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Die Schenckel haben selbst nun Träger wol von nöthen!
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Was ist der hohe Ruhm / vnd Jugend / Ehr vnd Kunst?
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Wenn diese Stunde kompt: wird alles Rauch vnd Dunst.
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Vnd eine Noth muß vns mit allem Vorsatz tödten.

Details zum Gedicht „An sich Selbst“

Anzahl Verse
1
Anzahl Zeilen
14
Anzahl Wörter
129
Entstehungsjahr
1658
Epoche
Barock

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „An sich Selbst“ des Autoren Andreas Gryphius. Der Autor Andreas Gryphius wurde 1616 in Glogau geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1658 zurück. Der Erscheinungsort ist Breßlau. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autoren her kann der Text der Epoche Barock zugeordnet werden. Der Schriftsteller Gryphius ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das Gedicht besteht aus 14 Zeilen mit nur einem Vers und umfasst dabei 129 Worte. Der Dichter Andreas Gryphius ist auch der Autor für Gedichte wie „An Gott den Heiligen Geist“, „An H. Christoph von Dihr“ und „An Jolinden“. Zum Autoren des Gedichtes „An sich Selbst“ haben wir auf abi-pur.de weitere 459 Gedichte veröffentlicht.

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