An die Welt von Andreas Gryphius

MEin offt bestürmtes Schiff der grimmen Winde-Spiel
Der frechen Wellen Baall / das schier die Flutt getrennet?
Komt vor der Zeit an Port / den meine Seele wil.
Offt / wenn vns schwartze Nacht im Mittag überfiell
Hat der geschwinde Plitz die Segel schier verbrennet!
Wie offt hab ich den Wind / vnd Nord’ vnd Sud verkennet!
Wie schadhafft ist der Mast / Steur-Rurder / Schwerdt vnd Kiell.
Steig auß du müder Geist / steig auß! wir sind am Lande!
Was graut dir für dem Port / itzt wirst du aller Bande
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Vnd Angst / vnd herber Pein / vnd schwerer Schmertzen loß.
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Ade / verfluchte Welt: du See voll rauer Stürme!
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Glück zu mein Vaterland / das stätte Ruh’ im Schirme
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Vnd Schutz vnd Frieden hält / du ewig-lichtes Schlos!
Arbeitsblatt zum Gedicht
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Details zum Gedicht „An die Welt“

Anzahl Strophen
1
Anzahl Verse
13
Anzahl Wörter
118
Entstehungsjahr
1658
Epoche
Barock

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „An die Welt“ des Autors Andreas Gryphius. Geboren wurde Gryphius im Jahr 1616 in Glogau. Das Gedicht ist im Jahr 1658 entstanden. In Breßlau ist der Text erschienen. Aufgrund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors kann der Text der Epoche Barock zugeordnet werden. Der Schriftsteller Gryphius ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche.

Die Epoche des Barock begann etwa 1600 und endete im Jahr 1720. Die wörtliche Übersetzung des aus dem Portugiesischen stammenden Begriffes „barocco“ lautet „schiefrunde Perle“. Der Dreißigjährige Krieg war ein Territorial- und Religionskrieg in Europa, der für viel Elend, Zerstörung und Tod sorgte. Dazu kamen Zerfall der Wirtschaft und die Pest, welche das Unheil während des Dreißigjährigen Krieges nur noch verschärfte. Die Barockdichtung ist vorwiegend von drei Leitmotiven (Memento mori, Vanitas, Carpe diem) bestimmt, die die Einstellung der Bevölkerung zum Leben beschreiben. Vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges war das Leben der Bevölkerung von Gewalt und Zerstörung bestimmt. Alle genannten Motive setzen sich auf verschiedene Weise mit der verbreiteten Angst vor dem Lebensende und dessen Auswirkungen auseinander. Die Dichter der Renaissance nutzten noch die lateinische Sprache, die Autoren der Literaturepoche des Barocks begannen, ihre Werke in Deutsch zu veröffentlichen. Zu den berühmtesten Autoren des Barocks gehören: Andreas Gryphius, Grimmelshausen, Casper von Lohenstein, Martin Opitz, Caspar Ziegler und Paul Fleming.

Das Gedicht besteht aus 13 Versen mit nur einer Strophe und umfasst dabei 118 Worte. Weitere bekannte Gedichte des Autors Andreas Gryphius sind „An sich Selbst“, „Auff den Sontag deß ernehrenden Versorgers / oder VII. Sontag nach dem Fest der H. Dreyeinigkeit / Marc. 8.“ und „Beschluß deß XXIII. Jahrs“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „An die Welt“ weitere 461 Gedichte vor.

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