An H. Christoph von Dihr von Andreas Gryphius

IHr Nordstern letzter Zeit / deß Vaterlandes Stütze:
Die einig noch nicht bricht / nun Kirch vnd Haus verfällt
Den Ach vnd Noth nicht pocht. O vnerschreckter Held /
An dem man einig sieht wie steiff sich Tugend schütze:
Ihr / der vns lehrt was Kunst Hoch-Edlem Blutte nütze;
Herr / dessen Lob / die itzt noch vngebor’ne Welt
Wird rühmen / wenn wir Staub / Ade! ich muß ins Feld /
Mein hart Verhängnüß rufft mich wider an die Spitze.
O Vater gute Nacht! der mich itzt von Euch reißt
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Vnd durch die wilde See in ferne Grentzen weißt /
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Erhalte diese Hand die ich so traurig küsse.
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Ich wündsche nicht nur mir. Sol vnser Leid vergehn
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So muß durch euren Rath / was liegt vnd sinckt auffstehn /
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O! daß mein Land mit mir / euch doch bald frölich grüsse!
Arbeitsblatt zum Gedicht
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Details zum Gedicht „An H. Christoph von Dihr“

Anzahl Strophen
1
Anzahl Verse
14
Anzahl Wörter
130
Entstehungsjahr
1658
Epoche
Barock

Gedicht-Analyse

Andreas Gryphius ist der Autor des Gedichtes „An H. Christoph von Dihr“. Im Jahr 1616 wurde Gryphius in Glogau geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1658. Der Erscheinungsort ist Breßlau. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text der Epoche Barock zugeordnet werden. Der Schriftsteller Gryphius ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche.

Der die Jahre 1600 bis 1720 umfassende Zeitraum gilt als Epoche der Barockliteratur, die sich in Deutschland während und nach dem Dreißigjährigen Krieg entfaltete. Der Dreißigjährige Krieg begann 1618 und endete im Jahr 1648. Als Epochenbezeichnung wird das aus dem Portugiesischen stammende Wort „Barock“ erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts genutzt. Durch die Pest starben um die 30 % der Bevölkerung. Auch der Dreißigjährige Krieg führte zu einem sozialen, wirtschaftlichen und politischen Verfall im Deutschen Reich. Dennoch lebten die Fürsten einen ausschweifenden und überaus luxuriösen Lebensstil vor. Sie nutzten das Durcheinander nach dem Dreißigjährigen Krieg, um eine Neuordnung der Gebiete vorzunehmen und ihre Macht auszubauen und zu festigen. Die Literaturepoche des Barocks zeichnet sich vorwiegend durch die Antithetik, also einem von Gegensätzen und Widersprüchen geprägtem Bewusstsein, aus. Durch die Antithetik kommt es in der Literatur des Barocks vermehrt zur Verwendung von Gegensatzpaaren, wie zum Beispiel: Jenseits und Diesseits, Tugend und Wollust oder Weltverneinung und Weltzugewandtheit. In Deutschland kam es durch den Barock zu einer Ablösung des Lateinischen in der Literatur - einschließlich der philosophischen und wissenschaftlichen Literatur - durch das Deutsche. Zu den namhaften Autoren der Literaturepoche des Barocks zählen beispielsweise: Casper von Lohenstein, Martin Opitz, Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Andreas Gryphius, Paul Fleming, Caspar Ziegler, Angelus Silesius und Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau.

Das vorliegende Gedicht umfasst 130 Wörter. Es baut sich aus nur einer Strophe auf und besteht aus 14 Versen. Weitere Werke des Dichters Andreas Gryphius sind „An die Sternen“, „An die Welt“ und „An sich Selbst“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „An H. Christoph von Dihr“ weitere 461 Gedichte vor.

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