An Jolinden von Andreas Gryphius

Was habt ihr / das ihr mögt an euch eur eigen nennen!
Die Schminck ists / die euch so bluttrotte Lippen macht:
Die Zähne sind durch Kunst in leeren Mund gebracht.
Man weiß das Meisterstück / wordurch die Wangen brennen.
Eur eingekauftes Haar kan auch ein Kind’ erkennen.
Der schlimme Schweiß entdeckt deß Halses falsche Pracht.
Vnd die polirte Stirn wird billich außgelacht
Wenn sich der Salben Eys will bey den Runtzeln trennen.
 
Gemahlte / sagt mir doch / wer seyd ihr / vnd wie alt?
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Ihr meyn ich / sechzehn Jahr / drey Stunden die Gestalt.
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Ihr seyd von Haus’ vnd sie ist über See ankommen.
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Ihr schätzt euch trefflich hoch / vmbsonst! der Maler hat
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Noch für ein schöner Bild / das feil war in der Stadt
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Vnd länger bleibt / denn ihr / drey Kronen nur genommen.

Details zum Gedicht „An Jolinden“

Anzahl Verse
2
Anzahl Zeilen
14
Anzahl Wörter
128
Entstehungsjahr
1658
Epoche
Barock

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „An Jolinden“ stammt aus der Feder des Autoren bzw. Lyrikers Andreas Gryphius. Der Autor Andreas Gryphius wurde 1616 in Glogau geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1658. Der Erscheinungsort ist Breßlau. Auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autoren kann der Text der Epoche Barock zugeordnet werden. Bei Gryphius handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das Gedicht besteht aus 14 Zeilen mit insgesamt 2 Versen und umfasst dabei 128 Worte. Weitere bekannte Gedichte des Autoren Andreas Gryphius sind „An den gefangenen Dicaeus“, „An die Sternen“ und „An die Welt“. Auf abi-pur.de liegen zum Autoren des Gedichtes „An Jolinden“ weitere 459 Gedichte vor.

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