An den gefangenen Dicaeus von Andreas Gryphius

DEr Mutter enger Leib hilt erstlich dich gefangen /
Als deine Seele ward in Fleisch vnd Bein verstrickt:
So bald du dieses Licht / das süsse Licht erblickt /
Bist du in neue Band vnd Kercker eingegangen.
Was ist die grosse Welt? ein Blockhaus / da verlangen /
Vnd Angst vnd schwere Noth mit strängen Fesseln drückt /
Wenn vns der freye Tod / auß diesen Ketten rückt /
Denn nimbt die Grufft in Hafft / die gantz erblaßten Wangen.
Was ist die Freyheit doch / die nirgend wird gefunden?
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Du bist eh’ als du bist / vnd weil du bist / gebunden;
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Du bindest dich selb-selbst in Furcht vnd Sorgen eyn.
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Doch! wer mit schnellem Geist kan durch die Wolcken rennen /
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Vnd Stricke / die verlust vnd Hoffnung würckt / zutrennen;
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Kan / ob ihn Diamant gleich bünde / freye seyn.

Details zum Gedicht „An den gefangenen Dicaeus“

Anzahl Verse
1
Anzahl Zeilen
14
Anzahl Wörter
126
Entstehungsjahr
1658
Epoche
Barock

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „An den gefangenen Dicaeus“ ist Andreas Gryphius. 1616 wurde Gryphius in Glogau geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1658 entstanden. Erschienen ist der Text in Breßlau. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autoren lassen eine Zuordnung zur Epoche Barock zu. Gryphius ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das Gedicht besteht aus 14 Zeilen mit nur einem Vers und umfasst dabei 126 Worte. Weitere bekannte Gedichte des Autoren Andreas Gryphius sind „An sich Selbst“, „Auff den Sontag deß ernehrenden Versorgers / oder VII. Sontag nach dem Fest der H. Dreyeinigkeit / Marc. 8.“ und „Beschluß deß XXIII. Jahrs“. Zum Autoren des Gedichtes „An den gefangenen Dicaeus“ haben wir auf abi-pur.de weitere 459 Gedichte veröffentlicht.

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