An den Andern von Christian Morgenstern

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Ich hatte mich im Hochgebirg verstiegen.
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Die Felsenwelt um mich, sie war wohl schön;
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doch konnt ich keinen Ausgang mir ersiegen,
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noch einen Aufgang nach den lichten Höhn.
 
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Da traf ich Dich, in ärgster Not: den Andern!
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Mit Dir vereint, gewann ich frischen Mut.
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Von neuem hob ich an, mit Dir, zu wandern,
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und siehe da: Das Schicksal war uns gut.
 
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Wir fanden einen Pfad, der klar und einsam
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empor sich zog, bis, wo ein Tempel stand.
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Der Steig war steil, doch wagten wir's gemeinsam...
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Und heut noch helfen wir uns, Hand in Hand.
 
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Mag sein, wir stehn an unsres Lebens Ende
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noch unterm Ziel, – genug, der Weg ist klar!
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Daß wir uns trafen, war die große Wende.
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Aus zwei Verirrten ward ein wissend Paar.

Details zum Gedicht „An den Andern“

Anzahl Verse
4
Anzahl Zeilen
16
Anzahl Wörter
125
Entstehungsjahr
1914
Epoche
Moderne

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „An den Andern“ ist Christian Morgenstern. Der Autor Christian Morgenstern wurde 1871 in München geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1914. Erschienen ist der Text in München. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autoren her lässt sich das Gedicht der Epoche Moderne zuordnen. Der Schriftsteller Morgenstern ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das 125 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 16 Zeilen mit insgesamt 4 Versen. Der Dichter Christian Morgenstern ist auch der Autor für Gedichte wie „An eine Freundin“, „Anto-logie“ und „Bedenke, Freund, was wir zusammen sprachen“. Zum Autoren des Gedichtes „An den Andern“ haben wir auf abi-pur.de weitere 189 Gedichte veröffentlicht.

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