Die Leipziger Fliege von Joachim Ringelnatz

Ob wohl die Fliegen Eier in uns legen,
Wenn sie so lange auf uns sitzen bleiben,
Und wir sie, weil wir schlafen, nicht vertreiben?
 
Man sollte seinen Körper viel mehr pflegen.
Die Fliege, die mich darauf brachte,
Als ich in meinem Mietslogis erwachte,
War eine greisenhafte und ergraute,
 
Daß ich nur zaghaft mir getraute,
Sie wenigstens ein bißchen totzuschlagen.
 
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Sie sterben im November sowieso
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In Leipzig. (Später als wie anderswo.)
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Wie können Sterbende doch oft noch plagen,
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Das Alter stimmt nicht immer mild.
 
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Sie sind unheimlich dann und boshaft wild.
 
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Doch unter solcher feuchten Sumpfluft leiden
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Alle. Leipzig hat seinen Hustenreiz.
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Man sollte im November Leipzig meiden,
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Nach Frankreich reisen oder in die Schweiz.
 
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Die Fliege hat mir alle Lust genommen.
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Ich bin nicht wach und bin auch nicht im Schlaf.
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Als müßte ein Gewitter kommen.
 
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Ob wohl ein Blitz je eine Fliege traf?
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.8 KB)

Details zum Gedicht „Die Leipziger Fliege“

Anzahl Strophen
8
Anzahl Verse
22
Anzahl Wörter
144
Entstehungsjahr
1928
Epoche
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Die Leipziger Fliege“ ist Joachim Ringelnatz. 1883 wurde Ringelnatz in Wurzen geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1928 zurück. Der Erscheinungsort ist Berlin. Eine Zuordnung des Gedichtes zu den Epochen Moderne oder Expressionismus kann auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Ringelnatz ist ein typischer Vertreter der genannten Epochen. Das Gedicht besteht aus 22 Versen mit insgesamt 8 Strophen und umfasst dabei 144 Worte. Weitere bekannte Gedichte des Autors Joachim Ringelnatz sind „...als eine Reihe von guten Tagen“, „7. August 1929“ und „Abendgebet einer erkälteten Negerin“. Zum Autor des Gedichtes „Die Leipziger Fliege“ haben wir auf abi-pur.de weitere 560 Gedichte veröffentlicht.

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