Hexenfund von Friedrich von Matthisson

Endlich, alte Wundergerte,
Ueber ein Jahrtausend
Nur in Gräbern hausend,
Hobst du dich ans Licht hervor:
Furchtbar krachte das gesperrte
Geisterthor.
 
Wahrlich, als wir Hexenjünger,
Dich auf Alraunbeeten
Ahndungsvoll erspähten,
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Waltete mit unsrer Schaar
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Salomos erhabner Finger
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Unsichtbar.
 
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In des Erdballs Mittelpunkte,
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In des Mondes Grüften,
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In der Sterne Klüften,
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Herrscht allmächtig auf und ab
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Der in Drachenblut getunkte
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Zauberstab.
 
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Ziehn wir, nach der hohen Weise
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Aechter Spukvollstrecker,
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Nun um Todtenäcker,
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Bey des Abgrunds Melodey,
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Der geheimnißschwangern Kreise
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Dreimal drei.
 
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Treu dem Saz der Meistergilde,
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Laßt, aus Memfis Tiefen,
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Dunkle Hieroglyfen
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Eng’ uns um die Zirkel reihn,
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Und zum Weihaltare bilde
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Sich Gebein.
 
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Wann die Leichensteine beben,
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An des Kirchhofs Eiben
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Sich die Blätter sträuben,
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Und aus morscher Särge Nacht
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Sieben Flämmchen bläulich schweben.
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Ist’s vollbracht.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (26.2 KB)

Details zum Gedicht „Hexenfund“

Anzahl Strophen
6
Anzahl Verse
36
Anzahl Wörter
127
Entstehungsjahr
1799
Epoche
Klassik,
Romantik

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Hexenfund“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Friedrich von Matthisson. Matthisson wurde im Jahr 1761 in Hohendodeleben bei Magdeburg geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1799 zurück. Erscheinungsort des Textes ist Tübingen. Eine Zuordnung des Gedichtes zu den Epochen Klassik oder Romantik kann auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Die Angaben zur Epoche prüfe bitte vor Verwendung auf Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da sich die Literaturepochen zeitlich teilweise überschneiden, ist eine reine zeitliche Zuordnung fehleranfällig. Das vorliegende Gedicht umfasst 127 Wörter. Es baut sich aus 6 Strophen auf und besteht aus 36 Versen. Die Gedichte „Der neue Pygmalion 1790“, „Die Elementargeister“ und „Die Schatten“ sind weitere Werke des Autors Friedrich von Matthisson. Zum Autor des Gedichtes „Hexenfund“ haben wir auf abi-pur.de weitere 11 Gedichte veröffentlicht.

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