An Belinden von Johann Wolfgang von Goethe

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Warum ziehst du mich unwiderstehlich,
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Ach! in iene Pracht?
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War ich guter Junge nicht so seelig
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In der öden Nacht!
 
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Heimlich in mein Zimmerchen verschloßen,
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Lag im Mondenschein,
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Ganz von seinem Schauerlicht umfloßen –
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Und ich dämmert ein.
 
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Träumte da von vollen goldnen Stunden,
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Ungemischter Lust!
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Ahndungsvoll hatt’ ich dein Bild empfunden
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Tief in meiner Brust.
 
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Bin ich’s noch, den du bey so viel Lichtern
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An dem Spieltisch hältst?
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Oft so unerträglichen Gesichtern
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Gegenüber stellst?
 
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Reizender ist mir des Frühlingsblüthe
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Nun nicht auf der Flur;
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Wo du Engel bist, ist Lieb und Güte,
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Wo du bist, Natur.

Details zum Gedicht „An Belinden“

Anzahl Verse
5
Anzahl Zeilen
20
Anzahl Wörter
97
Entstehungsjahr
1774–1775
Epoche
Sturm & Drang,
Klassik

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „An Belinden“ ist Johann Wolfgang von Goethe. 1749 wurde Goethe in Frankfurt am Main geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1775 entstanden. Erschienen ist der Text in Düsseldorf. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autoren her den Epochen Sturm & Drang oder Klassik zuordnen. Goethe ist ein typischer Vertreter der genannten Epochen. Das 97 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 20 Zeilen mit insgesamt 5 Versen. Johann Wolfgang von Goethe ist auch der Autor für Gedichte wie „Alexis und Dora“, „Am 1. October 1797“ und „Amytnas“. Auf abi-pur.de liegen zum Autoren des Gedichtes „An Belinden“ weitere 1610 Gedichte vor.

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