An den Schlaf von Johann Wolfgang von Goethe

Der du mit deinem Mohne
Selbst Gotteraugen zwingst,
Und Bettler oft zum Throne
Zum Mädgen Schäfer bringst,
 
Vernimm; Kein Traumgespinste
Verlang’ ich heut von dir,
Den grösten deiner Dienste
Geliebter, leiste mir.
 
An meines Mädgens Seite
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Sizz’ ich, ihr Aug’ spricht Lust,
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Und unter neid’scher Seite
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Steigt fühlbar ihre Brust,
 
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Oft hatte meinen Küssen
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Sie Amor zugebracht,
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Dieß Glück muß ich vermissen,
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Die strenge Mutter wacht.
 
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Am Abend trifst du wieder
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Mich dort, o tritt herein,
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Sprüh’ Mohn von dem Gefieder,
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Da schlaf die Mutter ein:
 
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Bey blassem Lichterscheinen,
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Von Lieb’ Annette warm,
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Sink’, wie Mama in deinen,
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In meinen gier’gen Arm.

Details zum Gedicht „An den Schlaf“

Anzahl Verse
6
Anzahl Zeilen
24
Anzahl Wörter
104
Entstehungsjahr
1767
Epoche
Sturm & Drang,
Klassik

Gedicht-Analyse

Johann Wolfgang von Goethe ist der Autor des Gedichtes „An den Schlaf“. 1749 wurde Goethe in Frankfurt am Main geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1767. Der Erscheinungsort ist Leipzig. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autoren her lässt sich das Gedicht den Epochen Sturm & Drang oder Klassik zuordnen. Goethe ist ein typischer Vertreter der genannten Epochen. Das 104 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 24 Zeilen mit insgesamt 6 Versen. Weitere bekannte Gedichte des Autoren Johann Wolfgang von Goethe sind „An Lida“, „An den Mond“ und „An den Selbstherscher“. Zum Autoren des Gedichtes „An den Schlaf“ haben wir auf abi-pur.de weitere 1610 Gedichte veröffentlicht.

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