Die Säcular-Feier des Preußischen Thrones von Susanne von Bandemer

Erschalle, froher Gesang, begleitet von tönenden Saiten,
Durch Vaterlandsliebe entflammet mit Glut,
Am säcularischen Fest’, geweihet dem Throne der Brennen,
Der hehr auf Trophäen der Ewigkeit ruht!
 
Gigantisch ragt Er empor! – Gleich himmelanstrebenden Felsen
Steht Er unerschüttert im Sturme der Zeit! –
Europa blicket auf Ihn; Er giebt der politischen Wage
Den endlichen Ausschlag; Sein Winken gebeut!
 
Vor Ihm entfliehet die Brut der Orkus erzeugten Kabale,
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Und birgt sich verhüllet in ewige Nacht;
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Das Schwert, – mit Lorbeer’n umkränzt –
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ruht friedlich im Schatten der Palme,
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Die Pallas mit schützender Ägis bewacht.
 
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Die graue Vorzeit erstaunt’ ob Thassilo’s Heldengeschlechte,
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Das, Kronen verschmähend sich glücklicher fand,
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Der Kronen Stütze zu seyn; bis später ein mächtiger Enkel
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Die heilige Binde dem Haupte umwand.
 
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Und Ein Jahrhundert entfloh, – ein Zeuge der herrlichen Thaten,
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Der Wunder – die Hellas Volk göttlich genannt, –
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Da Friedrich – muthig und groß – im Kampf mit der Hyder Lernaens, –
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Stets einzig! – des Nachruhms Unsterblichkeit fand!
 
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In unbesieglicher Kraft, ein zweyter und größ’rer Alcide, –
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Mit Lorbeern bekränzet als Weiser und Held,
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Gab Er Borussia’s Thron die furchtbare ruhige Größe,
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Gebietend der Zwietracht, Glück gebend der Welt.
 
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Für Zeit und Ewigkeit prangt der Thron, der auf Liebe gegründet,
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Im Herzen der Völker unwandelbar ruht!
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Nicht Sucht nach fremden Gebieth – für König und Vaterland stritten
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Die Söhne der Brennen mit Gott und voll Muth.
 
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Dir, dreymal seliges Land! wo Friede die Hütten beglücket,
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Und Pallas Athene die Künste belebt,
 
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Im Pallast’ Mäßigkeit herrscht, und häuslich geräuschlose Tugend
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Den Fürsten des Volkes zum Vater erhebt, –
 
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Dir tönt der Jubelgesang im Drange der süßesten Wonne; –
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Uns ward ja dies große, dies göttliche Loos! –
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Und heilig ist uns der Tag des Königthums glücklicher Gründung!
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Er sey uns vor Allen gefeiert und groß.
 
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Gesegnet sey der Monarch! Gerechtigkeit, Güte und Milde,
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Gewähren der Krone unsterblichen Lohn;
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Die Schönste Ihres Geschlechts, vergöttert durch Tugend und Reize,
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Giebt ewige Erben Borussiens Thron.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (28.7 KB)

Details zum Gedicht „Die Säcular-Feier des Preußischen Thrones“

Anzahl Strophen
11
Anzahl Verse
41
Anzahl Wörter
313
Entstehungsjahr
1802
Epoche
Klassik,
Romantik

Gedicht-Analyse

Susanne von Bandemer ist die Autorin des Gedichtes „Die Säcular-Feier des Preußischen Thrones“. Im Jahr 1751 wurde Bandemer in Berlin geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1802. In Berlin ist der Text erschienen. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten der Autorin her kann der Text den Epochen Klassik oder Romantik zugeordnet werden. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben zur Epoche bei Verwendung. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Das Gedicht besteht aus 41 Versen mit insgesamt 11 Strophen und umfasst dabei 313 Worte. Die Gedichte „An Ihn“, „An Karl Hadermann“ und „An Madame Karschin bey Übersendung eines Blumenstrausses am 1. Dezember 1789“ sind weitere Werke der Autorin Susanne von Bandemer. Zur Autorin des Gedichtes „Die Säcular-Feier des Preußischen Thrones“ haben wir auf abi-pur.de weitere 86 Gedichte veröffentlicht.

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