Abseits von Theodor Storm

Es ist so still; die Haide liegt
Im warmen Mittagssonnenstrahle,
Ein rosenrother Schimmer fliegt
Um ihre alten Gräbermale;
Die Kräuter blüh’n; der Haideduft
Steigt in die blaue Sommerluft.
 
Laufkäfer hasten durchs Gesträuch
In ihren goldnen Panzerröckchen,
Die Bienen hängen Zweig um Zweig
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Sich an der Edelhaide Glöckchen;
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Die Vögel schwirren aus dem Kraut –
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Die Luft ist voller Lerchenlaut.
 
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Ein halbverfallen, Schindelhaus
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Steht einsam hier und sonnbeschienen;
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Der Käthner lehnt zur Thür hinaus,
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Behaglich blinzelnd nach den Bienen;
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Sein Junge auf dem Stein davor
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Schnitzt Pfeifen sich aus Kälberrohr.
 
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Kaum zittert durch die Mittagsruh
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Ein Schlag der Dorfuhr, der entfernten;
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Dem Alten fällt die Wimper zu,
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Er träumt von seinen Honigernten.
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– Kein Klang der aufgeregten Zeit
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Drang noch in diese Einsamkeit.

Details zum Gedicht „Abseits“

Anzahl Verse
4
Anzahl Zeilen
24
Anzahl Wörter
121
Entstehungsjahr
1847
Epoche
Realismus

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Abseits“ stammt aus der Feder des Autoren bzw. Lyrikers Theodor Storm. Im Jahr 1817 wurde Storm in Husum geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1847 entstanden. Erschienen ist der Text in Altona. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autoren lassen eine Zuordnung zur Epoche Realismus zu. Storm ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das 121 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 24 Zeilen mit insgesamt 4 Versen. Die Gedichte „Oktoberlied“, „Von Katzen“ und „Weihnachtslied“ sind weitere Werke des Autoren Theodor Storm. Zum Autoren des Gedichtes „Abseits“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 131 Gedichte vor.

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