Berliner Ballade von Klabund

Sie hing wie eine Latte
vom Schranke steif und stumm.
Am Morgen sah’s ihr Gatte,
lief nach dem Polizeipräsidium.
 
„Meine Frau“, so schrie er, „ist verschieden…“
Doch der Polizeiwachtmeister Schmidt,
rollte blutig seine Augen:
„Wie denn, ha’m Sie den Jeburtsschein mit?“
 
Dieses hatte er mit nichten,
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und er setzte sich in Trab,
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spät entsann er sich der ehelichen Pflichten,
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– schnitt sie ab.
 
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Und er legt den Strick an seine Kehle,
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vor dem Spiegel, peinlich und honett.
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Nimmt noch einen Schluck, befiehlt Gott seine Seele
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– schwapp, schon baumelt er am Ehebett.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.2 KB)

Details zum Gedicht „Berliner Ballade“

Autor
Klabund
Anzahl Strophen
4
Anzahl Verse
16
Anzahl Wörter
92
Entstehungsjahr
1927
Epoche
Literatur der Weimarer Republik / Neue Sachlichkeit

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Berliner Ballade“ des Autors Klabund. Im Jahr 1890 wurde Klabund in Crossen an der Oder geboren. Im Jahr 1927 ist das Gedicht entstanden. Der Erscheinungsort ist Berlin. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her der Epoche Literatur der Weimarer Republik / Neue Sachlichkeit zuordnen. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben zur Epoche bei Verwendung. Die Zuordnung der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Das vorliegende Gedicht umfasst 92 Wörter. Es baut sich aus 4 Strophen auf und besteht aus 16 Versen. Weitere bekannte Gedichte des Autors Klabund sind „Altes Reiterlied“, „Ausmarsch“ und „Ballade“. Zum Autor des Gedichtes „Berliner Ballade“ haben wir auf abi-pur.de weitere 139 Gedichte veröffentlicht.

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