Wir, Vater Schemseddin und seine Kinder von Georg Friedrich Daumer

Wir, Vater Schemseddin und seine Kinder,
Wir, Scheich Hafis und seine frommen Mönche,
Wir sind ein eignes, wunderliches Volk.
Von Gram gebeugt und ewiger Klage voll,
Ohn’ Unterlaß in unserem Trauerjoch
Des feuchten Auges heiße Perle streuend,
Und ewig hell und ewig heiter doch;
Der Kerze gleich hinschmelzend und vergehend,
Und doch, wie sie, in lichter Wonne lachend;
10 
Gemordet allezeit von Wimperdolchen,
11 
Von grausamen, die nur nach Blute dürsten,
12 
Und just hierinnen unseres Seins gewiß;
13 
Versunken in ein Meer von Schuld und Sünde,
14 
Ganz unbekannt mit dem Gefühl der Reue,
15 
Und fromm zugleich und frei von allem Argen,
16 
Des Lichtes Söhne, nicht der Finsterniß,
17 
Und so der Menge völlig unbegreiflich.
18 
Denn diese kennt nur dreierlei Naturen,
19 
Den Frömler erstlich, den Fanatiker,
20 
Den finsteren, blödsinnigen Barbaren,
21 
Den Wüstling ohne Geist und Herz sodann,
22 
Den selbstischen, unedelen, gemeinen,
23 
Den endlich in gewohnter Schranke dumpf
24 
Beharrenden; für Leute so, wie wir,
25 
Gebricht es ihr an Namen und Begriff.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (25.1 KB)

Details zum Gedicht „Wir, Vater Schemseddin und seine Kinder“

Anzahl Strophen
1
Anzahl Verse
25
Anzahl Wörter
155
Entstehungsjahr
1846
Epoche
Biedermeier,
Junges Deutschland & Vormärz

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Wir, Vater Schemseddin und seine Kinder“ des Autors Georg Friedrich Daumer. Geboren wurde Daumer im Jahr 1800 in Nürnberg. Im Jahr 1846 ist das Gedicht entstanden. Erscheinungsort des Textes ist Hamburg. Eine Zuordnung des Gedichtes zu den Epochen Biedermeier oder Junges Deutschland & Vormärz kann auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Bei Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit der Zurodnung. Die Auswahl der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und muss daher nicht unbedingt richtig sein. Das Gedicht besteht aus 25 Versen mit nur einer Strophe und umfasst dabei 155 Worte. Die Gedichte „Es ist ein Stern vom erhabenen Himmel gefallen“, „Es kam ein Hauch von oben“ und „Immerhin, so viel sie mag“ sind weitere Werke des Autors Georg Friedrich Daumer. Zum Autor des Gedichtes „Wir, Vater Schemseddin und seine Kinder“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 20 Gedichte vor.

+ Wie analysiere ich ein Gedicht?

Daten werden aufbereitet

Weitere Gedichte des Autors Georg Friedrich Daumer (Infos zum Autor)

Zum Autor Georg Friedrich Daumer sind auf abi-pur.de 20 Dokumente veröffentlicht. Alle Gedichte finden sich auf der Übersichtsseite des Autors.