Nicht düstre, Theosoph, so tief! von Georg Friedrich Daumer

Nicht düstre, Theosoph, so tief!
Nicht blicke, Moralist, so scheel!
Wir möchten gerne selig sein,
Und dieses ist ja wohl kein Fehl.
 
Hinschmachtend in der Wüste Sand
Gleichwie die Kinder Israel,
Schrei’n wir zu Gott um Labungen,
Und dieses ist ja wohl kein Fehl.
 
Was kümmert uns der Tuba-Baum,
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Und was der Engel Gabriel?
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Wir suchen einer Schenke Thür’,
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Und dieses ist ja wohl kein Fehl.
 
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Wir lieben unsern alten Wirth
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Und haben deß auch keinen Hehl;
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Wir fliehen alle Heuchelei,
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Und dieses ist ja wohl kein Fehl.
 
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Nicht Menschenblut vergießen wir
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Auf wilden Hasses Wuthbefehl;
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Der Rebe Blut genießen wir,
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Und dieses ist ja wohl kein Fehl.
 
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Wir öffnen unsern Busenschrein
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Der Liebe köstliches Juwel
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Mit vollen Händen auszustreu’n,
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Und dieses ist ja wohl kein Fehl.
 
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Wir preisen unser süßes Herz
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Vierzeilig oder im Gasel;
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Dem Holden ist der Dichter hold,
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Und dieses ist ja wohl kein Fehl.
 
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Du trage keuchend jede Last,
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Dem Esel gleich und dem Kameel!
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Wir schütteln unsre Bürden ab,
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Und dieses ist ja wohl kein Fehl.

Details zum Gedicht „Nicht düstre, Theosoph, so tief!“

Anzahl Strophen
8
Anzahl Verse
32
Anzahl Wörter
174
Entstehungsjahr
1846
Epoche
Biedermeier,
Junges Deutschland & Vormärz

Gedicht-Analyse

Georg Friedrich Daumer ist der Autor des Gedichtes „Nicht düstre, Theosoph, so tief!“. Daumer wurde im Jahr 1800 in Nürnberg geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1846 zurück. Hamburg ist der Erscheinungsort des Textes. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zu den Epochen Biedermeier oder Junges Deutschland & Vormärz zu. Prüfe bitte vor Verwendung die Angaben zur Epoche auf Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist auf zeitlicher Ebene geschehen. Da sich Literaturepochen zeitlich überschneiden, ist eine reine zeitliche Zuordnung häufig mit Fehlern behaftet. Das vorliegende Gedicht umfasst 174 Wörter. Es baut sich aus 8 Strophen auf und besteht aus 32 Versen. Weitere Werke des Dichters Georg Friedrich Daumer sind „O wär ich ein See, so spiegelhell“, „Ob feindselige Winde“ und „Sollte mich in plötzlichem Ruin“. Zum Autor des Gedichtes „Nicht düstre, Theosoph, so tief!“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 20 Gedichte vor.

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