Tasso’s Gemach von Marie Eugenie Delle Grazie

Im letzten Abendschimmer,
Wie kahl und öd’ dein Zimmer:
Nach einem Sonnentraum
Ein nackter Zellenraum!
 
Dein Krucifix, das bleiche,
Die Mask’ von deiner Leiche,
Der Stuhl, in dem du starbst
Und endlich Ruh’ erwarbst,
 
Sonst nichts; doch dir zu Füßen
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Mit ihren Palmengrüßen
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Die Stadt der Christenheit,
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Die dir den Kranz geweiht!
 
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Wenn deines Weh’s Gespenster
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Dich hetzten, sprach dies Fenster:
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„Sieh deines Ruhmes Dom –
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Jerusalem und Rom!“
 
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Ferrara’s schnöde Bande,
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Dein Weh und deine Schande,
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Sie wurden oft zu nicht’,
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Vor dieses Trostes Licht!
 
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In Christi Wunden tauchte
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Dein Lied, dein Herzblut rauchte
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Für ihn, drum zog er dich
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Vom Kreuz empor zu sich!
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.7 KB)

Details zum Gedicht „Tasso’s Gemach“

Anzahl Strophen
6
Anzahl Verse
24
Anzahl Wörter
107
Entstehungsjahr
1892
Epoche
Realismus

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Tasso’s Gemach“ stammt aus der Feder der Autorin bzw. Lyrikerin Marie Eugenie Delle Grazie. 1864 wurde Delle Grazie in Weißkirchen (Bela Crkva) geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1892. Leipzig ist der Erscheinungsort des Textes. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten der Autorin her der Epoche Realismus zuordnen. Die Schriftstellerin Delle Grazie ist eine typische Vertreterin der genannten Epoche. Das Gedicht besteht aus 24 Versen mit insgesamt 6 Strophen und umfasst dabei 107 Worte. Weitere bekannte Gedichte der Autorin Marie Eugenie Delle Grazie sind „Abendsonnenschein“, „Abschied“ und „Addio“. Auf abi-pur.de liegen zur Autorin des Gedichtes „Tasso’s Gemach“ weitere 71 Gedichte vor.

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