Epistel an den Geheimenrath von Diez von Susanne von Bandemer

Dir dank’ ich, edler Mann! für jene frohe Stunden,
Die Witz und Geist und Scherz dem Herzen mitgetheilt,
Das unter gute Menschen gern verweilt,
Die deine Freundschaft ehrt. Die Freude, dort empfunden,
War lange meiner Seele fremde, war
Schon manches durchgeweinte Jahr
Für mich ein Bild der bessern Ideale!
Die ich, mein theurer Diez! mit Rosenfarben mahle.
Du lächelst meiner Phantasie?
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Ja, Menschenkenner, lächle nur;
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Unglücklich machte sie mich nie,
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Sie ist für mich die Würze der Natur.
 
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Wohl mir! sie hat mich nicht der Wirklichkeit entführet,
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Weil sie den deutschen Mann so ganz realisiret,
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Den meine Schwärmerey sich schuf, den ich –
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Schon völlig todt für dieses Erdenleben –
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Nur geistig sah vor meinen Augen schweben,
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Bis dieses Bild der bessern Wahrheit wich;
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Nicht wahr? dieß alles wird den kleinen Zwist erneuen,
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Der meinem armen Kopf nur zu gefährlich ist;
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Allein, mein theuerster Sophist,
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Du wirst der Dichterinn die süßen Schwärmereyen
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Für eine Wahrheit doch verzeihen:
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So wahr du Philosoph und Staatsmann bist,
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Nie geht für meinen Ohren
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Der Suada Zauberkraft verloren,
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Die stets aus deinem Munde spricht.
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Und dieß Gefühl ist wahrlich kein Gedicht.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (26.3 KB)

Details zum Gedicht „Epistel an den Geheimenrath von Diez“

Anzahl Strophen
2
Anzahl Verse
28
Anzahl Wörter
184
Entstehungsjahr
1802
Epoche
Klassik,
Romantik

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Epistel an den Geheimenrath von Diez“ stammt aus der Feder der Autorin bzw. Lyrikerin Susanne von Bandemer. Im Jahr 1751 wurde Bandemer in Berlin geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1802. Erschienen ist der Text in Berlin. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten der Autorin her den Epochen Klassik oder Romantik zuordnen. Bei Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit der Zurodnung. Die Auswahl der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und muss daher nicht unbedingt richtig sein. Das vorliegende Gedicht umfasst 184 Wörter. Es baut sich aus 2 Strophen auf und besteht aus 28 Versen. Die Dichterin Susanne von Bandemer ist auch die Autorin für Gedichte wie „An Ihn“, „An Karl Hadermann“ und „An Madame Karschin bey Übersendung eines Blumenstrausses am 1. Dezember 1789“. Zur Autorin des Gedichtes „Epistel an den Geheimenrath von Diez“ haben wir auf abi-pur.de weitere 86 Gedichte veröffentlicht.

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