Der Turmsteiger von Paul Boldt

Er fühlte plötzlich, daß es nach ihm griff,
— Die Erde war es und der Himmel oben,
An dem die Dohlen hingen und die Winde hoben —
Und fühlte, wie es ihn nun auch umpfiff.
 
Ihn schauderte. Er sah das Meer, er sah ein Schiff,
Das gelbe Wellen schaukelten und schoben
Und sah die Wellen, Wellen — Wellen woben
An seinem unvollendeten Begriff.
 
Ein Wasserspeier sprang ihn an und bellte.
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Er zitterte und faßte die Fiale,
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Die knarrend brach; — versteinert aber schnellte
 
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Ein Teufel Witze auf die Kathedrale; —
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Er hörte hin — ein höllisches Finale:
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Er stürzte, fiel! Sein Schrei trieb hoch und gellte.

Details zum Gedicht „Der Turmsteiger“

Autor
Paul Boldt
Anzahl Strophen
4
Anzahl Verse
14
Anzahl Wörter
100
Entstehungsjahr
1914
Epoche
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Paul Boldt ist der Autor des Gedichtes „Der Turmsteiger“. Boldt wurde im Jahr 1885 in Christfelde bei Preußisch-Friedland (Westpreußen) geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1914 entstanden. Erscheinungsort des Textes ist Leipzig. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autoren lassen eine Zuordnung zu den Epochen Moderne oder Expressionismus zu. Prüfe bitte vor Verwendung die Angaben zur Epoche auf Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist auf zeitlicher Ebene geschehen. Da sich Literaturepochen zeitlich überschneiden, ist eine reine zeitliche Zuordnung häufig mit Fehlern behaftet. Das Gedicht besteht aus 14 Versen mit insgesamt 4 Strophen und umfasst dabei 100 Worte. Die Gedichte „Der Schnellzug“, „Die Dirne“ und „Die Liebesfrau“ sind weitere Werke des Autoren Paul Boldt. Auf abi-pur.de liegen zum Autoren des Gedichtes „Der Turmsteiger“ weitere 43 Gedichte vor.

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