Abendavenue von Paul Boldt

Die Straße ist von Klängen überstrahlt,
Bewachsen von Phantasmen des Geruches,
Und Hüften in den Hülsen blauen Tuches,
Das aller Schritt zu Reiz zermalmt und mahlt.
 
Die Dirnen kommen, knarrend, Wollustfuder,
Und Bürgermädchen, die mit Reizen knausern;
Jungfräulein die, und andern, die schon mausern,
Gleitet ein Scharlachlächeln in den Puder.
 
Teufel! Wir werden wie die Pelikane
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— Wenn diese Mädchen uns mit Blicken füttern,
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Gierig nach den Konturen und Profilen,
 
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Die alle kommen, einzeln, momentane,
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Und aus den fetten Rücken, aus den Müttern,
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Bisweilen leise nach uns Jungen schielen.

Details zum Gedicht „Abendavenue“

Autor
Paul Boldt
Anzahl Verse
4
Anzahl Zeilen
14
Anzahl Wörter
88
Entstehungsjahr
1914
Epoche
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Abendavenue“ ist Paul Boldt. Boldt wurde im Jahr 1885 in Christfelde bei Preußisch-Friedland (Westpreußen) geboren. 1914 ist das Gedicht entstanden. Erschienen ist der Text in Leipzig. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autoren her kann der Text den Epochen Moderne oder Expressionismus zugeordnet werden. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Basis geschehen. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben bei Verwendung. Das vorliegende Gedicht umfasst 88 Wörter. Es baut sich aus 4 Versen auf und besteht aus 14 Zeilen. Weitere bekannte Gedichte des Autoren Paul Boldt sind „Capriccio“, „Das Gespenst“ und „Das Wiedersehen“. Auf abi-pur.de liegen zum Autoren des Gedichtes „Abendavenue“ weitere 43 Gedichte vor.

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