Der Blinde von Klabund

Sie nennen immer eine Farbe
Und nennen etwas rot und bunt,
Und golden sei die Garbe
Und blau des Himmels riesig Rund.
Was weiß denn ich von Rose, Mensch und Ziege?
Mir ist die Welt ein trübes Loch,
In das ich mit gebrochnen Gliedern kroch,
Und nun, ein stummer Stein, am Boden liege.
Sie sagen, ich hätte Augen. Wo,
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Wo sind sie? Sie sagen immer: sehen,
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Und meinen: mit Gedanken weit über die Wiese gehen.
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Sie lachen mich aus: Blinder, sei froh,
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Daß du die Welt nicht siehst, häßlich ist sie und schwarz.
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Aber schwarz: was ist das? Ich wüßt es, wenn ich sehend wär.
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Ich fühle nur dies: ich bin mir selbst so lastend schwer
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Vom Baume meines Seins tropft meine Seele wie Harz.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.1 KB)

Details zum Gedicht „Der Blinde“

Autor
Klabund
Anzahl Strophen
1
Anzahl Verse
16
Anzahl Wörter
125
Entstehungsjahr
1913
Epoche
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Der Blinde“ des Autors Klabund. Der Autor Klabund wurde 1890 in Crossen an der Oder geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1913 zurück. Erschienen ist der Text in Berlin. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text den Epochen Moderne oder Expressionismus zugeordnet werden. Vor Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und daher anfällig für Fehler. Das 125 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 16 Versen mit nur einer Strophe. Der Dichter Klabund ist auch der Autor für Gedichte wie „Ballade“, „Baumblüte in Werder“ und „Bauz“. Zum Autor des Gedichtes „Der Blinde“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 139 Gedichte vor.

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