Am Geburtstag der Herzogin Amalia von Sachsen-Weimar von Johann Gottfried Herder

Sei gegrüßet, schöne Sonne,
Sei willkommen, Tag der Wonne,
In der Musen Heiligthum!
Ihre Schwester kommt zu ihnen;
Holde Musen, Ihr zu dienen,
Schafft uns ein Elysium!
 
Fühl' ich nicht von jenen Höhen
Heitre, schöne Lüfte wehen,
Voll Gesundheit, voller Ruh?
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Ach, die Wünsche Ihrer Treuen,
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Die entfernt sich mit uns freuen,
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Wehn uns diese Lüfte zu.
 
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Wir, die heute Sie umschließen,
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Die Sie liebend näher grüßen,
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Gehn am Glücke Jenen vor.
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Helfet Sie mit uns umschließen,
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Helfet Sie mit uns begrüßen,
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Musen, werdet uns ein Chor!
 
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Apollo, komm, laß Deine Locken fliegen
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Und weih Ihr Deinen jüngsten Kranz!
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Wie Weste sich um ihre Göttin wiegen,
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Umschwebe Sie der Charitinnen Tanz!
 
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Hygea schling' um ihre Tänze,
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In ihren jugendlichen Reihn,
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Den schönsten ihrer Kränze,
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Den Kranz der Freuden ein!
 
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Genieße diese Tage,
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Die langerwünschten Tage,
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Im alten Heiligthum!
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Auch im Andenken werde
31 
Dir einst auf fremder Erde
32 
Rom ein Elysium!
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (26.6 KB)

Details zum Gedicht „Am Geburtstag der Herzogin Amalia von Sachsen-Weimar“

Anzahl Strophen
6
Anzahl Verse
32
Anzahl Wörter
150
Entstehungsjahr
1788
Epoche
Sturm & Drang,
Klassik

Gedicht-Analyse

Johann Gottfried Herder ist der Autor des Gedichtes „Am Geburtstag der Herzogin Amalia von Sachsen-Weimar“. Geboren wurde Herder im Jahr 1744 in Mohrungen (Ostpreußen). Im Jahr 1788 ist das Gedicht entstanden. Auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors kann der Text den Epochen Sturm & Drang oder Klassik zugeordnet werden. Der Schriftsteller Herder ist ein typischer Vertreter der genannten Epochen.

Sturm und Drang ist die Bezeichnung für die Literaturepoche in den Jahren von 1765 bis 1790 und wird häufig auch zeitgenössische Genieperiode oder Geniezeit genannt. Diese Bezeichnung entstand durch die Verherrlichung des Genies als Urbild des höheren Menschen und Künstlers. Die Epoche des Sturm und Drang knüpft an die Empfindsamkeit an und geht später in die Klassik über. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dominierte der Geist der Aufklärung das philosophische und literarische Denken in Deutschland. Der Sturm und Drang kann als eine Jugend- und Protestbewegung gegen diese aufklärerischen Ideale verstanden werden. Das Auflehnen gegen die Epoche der Aufklärung brachte die wesentlichen Merkmale dieser Epoche hervor. Die Schriftsteller des Sturm und Drang waren zumeist junge Autoren, häufig unter 30 Jahre alt. Die Schriftsteller versuchten in den Dichtungen eine geeignete Sprache zu finden, um die persönlichen Empfindungen des lyrischen Ichs zum Ausdruck zu bringen. Es wurde eine eigene Jugendsprache und Jugendkultur mit kraftvollen Ausdrücken, Ausrufen, Halbsätzen und Wiederholungen geschaffen. Die alten Werke vorangegangener Epochen wurden geschätzt und dienten weiterhin als Inspiration. Schiller, Goethe und natürlich die anderen Autoren jener Zeit suchten nach etwas Universalem, was in allen Belangen und für jede Zeit gut sei und entwickelten sich stetig weiter. So ging der Sturm und Drang über in die Weimarer Klassik.

Das Gedicht besteht aus 32 Versen mit insgesamt 6 Strophen und umfasst dabei 150 Worte. Weitere bekannte Gedichte des Autors Johann Gottfried Herder sind „Das Flüchtigste“, „Das Gesetz der Welten im Menschen“ und „Das Glück“. Zum Autor des Gedichtes „Am Geburtstag der Herzogin Amalia von Sachsen-Weimar“ haben wir auf abi-pur.de weitere 412 Gedichte veröffentlicht.

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