An eine Tänzerin von Joseph von Eichendorff

Kastagnetten lustig schwingen
Seh ich dich, du zierlich Kind!
Mit der Locken schwarzen Ringen
Spielt der sommerlaue Wind.
Künstlich regst du schöne Glieder,
Glühend-wild,
Zärtlich-mild
Tauchest in Musik du nieder
Und die Woge hebt dich wieder.
 
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Warum sind so blaß die Wangen,
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Dunkelfeucht der Augen Glanz,
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Und ein heimliches Verlangen
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Schimmert glühend durch den Tanz?
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Schalkhaft lockend schaust du nieder,
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Liebesnacht
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Süß erwacht,
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Wollüstig erklingen Lieder
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Schlag nicht so die Augen nieder!
 
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Wecke nicht die Zauberlieder
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In der dunklen Tiefe Schoß,
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Selbst verzaubert sinkst du nieder,
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Und sie lassen dich nicht los.
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Tödlich schlingt sich um die Glieder
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Sündlich Glühn,
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Und verblühn
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Müssen Schönheit, Tanz und Lieder,
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Ach, ich kenne dich nicht wieder!
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.8 KB)

Details zum Gedicht „An eine Tänzerin“

Anzahl Strophen
3
Anzahl Verse
27
Anzahl Wörter
113
Entstehungsjahr
1788 - 1857
Epoche
Romantik

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „An eine Tänzerin“ ist Joseph von Eichendorff. 1788 wurde Eichendorff geboren. Im Zeitraum zwischen 1804 und 1857 ist das Gedicht entstanden. Auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors kann der Text der Epoche Romantik zugeordnet werden. Bei Eichendorff handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche.

Die Romantik ist eine kulturgeschichtliche Epoche, die vom Ende des 18. Jahrhunderts bis weit in das 19. Jahrhundert hinein dauerte und sich insbesondere auf den Gebieten der bildenden Kunst, der Literatur und der Musik äußerte. Aber auch die Gebiete Geschichte, Philosophie und Theologie sowie Medizin und Naturwissenschaften waren von ihren Auswirkungen betroffen. Die Romantik kann in drei Phasen aufgegliedert werden: Frühromantik (bis 1804), Hochromantik (bis 1815) und Spätromantik (bis 1848). Zu großen gesellschaftlichen Umbrüchen führte die Industrialisierung. Die neue Maschinenwelt förderte Verstädterung und Landflucht. Die zuvor empfundene Geborgenheit war für die Schriftsteller der Romantik in Auflösung begriffen. In der Romantik finden sich verschiedene charakteristische Motivkreise. Sehnsucht und Liebe (Blaue Blume) oder das Unheimliche (Spiegelmotiv) sind bedeutende Motive. Aber auch politische Motive wie Weltflucht, Nationalismus und Gesellschaftskritik lassen sich aufzeigen. Das Mittelalter gilt bei den Romantikern als Ideal und wird verherrlicht. Übel und Missstände des Mittelalters bleiben jedoch unbeachtet. Die Romantik stellt die Freiheit der Phantasie sowohl über die Form als auch über den Inhalt des Werkes. Eine Konsequenz daraus ist ein Verschwimmen der Grenzen zwischen Lyrik und Epik. Die festen Regeln und Ziele der Klassik werden in der Romantik zurückgelassen. Eine gewisse Maß- und Regellosigkeit in den Werken ist zu beobachten.

Das 113 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 27 Versen mit insgesamt 3 Strophen. Die Gedichte „Lied“, „Mondnacht“ und „Morgengebet“ sind weitere Werke des Autors Joseph von Eichendorff. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „An eine Tänzerin“ weitere 391 Gedichte vor.

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