Die Schnecken von Wilhelm Busch

Rötlich dämmert es im Westen
Und der laute Tag verklingt,
Nur daß auf den höchsten Ästen
Lieblich noch die Drossel singt.
 
Jetzt in dichtbelaubten Hecken,
Wo es still verborgen blieb,
Rüstet sich das Volk der Schnecken
Für den nächtlichen Betrieb.
 
Tastend streckt sich ihr Gehörne.
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Schwach nur ist das Augenlicht.
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Dennoch schon aus weiter Ferne
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Wittern sie ihr Leibgericht.
 
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Schleimig, säumig, aber stete,
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Immer auf dem nächsten Pfad,
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Finden sie die Gartenbeete
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Mit dem schönsten Kopfsalat.
 
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Hier vereint zu ernsten Dingen,
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Bis zum Morgensonnenschein,
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Nagen sie geheim und dringen
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Tief ins grüne Herz hinein.
 
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Darum braucht die Köchin Jettchen
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Dieses Kraut nie ohne Arg.
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Sorgsam prüft sie jedes Blättchen,
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Ob sich nichts darin verbarg.
 
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Sie hat Furcht, den Zorn zu wecken
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Ihres lieben gnädgen Herrn.
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Kopfsalat, vermischt mit Schnecken,
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Mag der alte Kerl nicht gern.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.9 KB)

Details zum Gedicht „Die Schnecken“

Anzahl Strophen
7
Anzahl Verse
28
Anzahl Wörter
135
Entstehungsjahr
nach 1848
Epoche
Biedermeier,
Junges Deutschland & Vormärz,
Realismus

Gedicht-Analyse

Wilhelm Busch ist der Autor des Gedichtes „Die Schnecken“. Im Jahr 1832 wurde Busch in Wiedensahl geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes liegt zwischen den Jahren 1848 und 1908. Der Erscheinungsort ist Wiesbaden u. Berlin. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zu den Epochen Biedermeier, Junges Deutschland & Vormärz, Realismus, Naturalismus oder Moderne zu. Vor Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und daher anfällig für Fehler. Das 135 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 28 Versen mit insgesamt 7 Strophen. Weitere bekannte Gedichte des Autors Wilhelm Busch sind „Ach, ich fühl es! Keine Tugend“, „Ach, wie geht’s dem Heilgen Vater“ und „Als Christus der Herr in Garten ging“. Zum Autor des Gedichtes „Die Schnecken“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 208 Gedichte vor.

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