Dehmel, Richard

Geboren
* 18.11.1863
in Wendisch-Hermsdorf, Mark Brandenburg
Gestorben
8.02.1920
in Blankenese
Kurzinfo
deutscher Dichter
Pseudonyme
Dehmel, Richard Fedor Leopold
Berufe
Schriftsteller, Lyriker, Dramatiker & Komponist
Wirkungsort
Literaturepoche
Moderne

Richard Dehmel - Biografie

Richard DehmelRichard Dehmel wurde am 18.11.1863 in Wendisch-Hermsdorf, Mark Brandenburg geboren. Dehmel verstarb am 8.02.1920 im Alter von 56 Jahren in Blankenese. Richard Dehmel war ein bekannter deutscher Dichter. Für die Epoche Moderne war Dehmel ein typischer Vertreter. Die genannte Literaturepoche lässt sich folgendermaßen zeitlich einordnen: Moderne (1890 bis 1920). Auf abi-pur.de sind momentan sehr viele Gedichte von Richard Dehmel abrufbar. In unserer Datenbank sind zum Autoren 491 Gedichte verfügbar. Bekannte Gedichte des Dichters sind „Abendgang“, „Abendnebel“ und „Abendröte ruht auf alten Wegen“.

Richard Fedor Leopold Dehmel war ein deutscher Dichter und Schriftsteller. Er wurde als Sohn eines Försters in Hermsdorf bei Wendisch Buchholz in der brandenburgischen Provinz Preußen geboren. Als er durch die von seinem Vater gepflegten Eichenwälder wanderte, sammelte er seine ersten Eindrücke von der Natur. Zunächst besuchte Dehmel die Schule in seiner Heimatstadt. Später besuchte er dann das Sophiengymnasium (ein Berliner Gymnasium), wurde aber nach einer Konfrontation mit dem Schulleiter der Schule verwiesen. Er wechselte daraufhin auf das städtische Gymnasium in Danzig.

Anschließend studierte Dehmel Naturwissenschaften, Volkswirtschaftslehre, Literatur und Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin. Später dann auch an der Universität Leipzig, wo er mit einer Arbeit über die Versicherungswirtschaft 1887 promovierte. Neben dem bürgerlichen Beruf als Sekretär beim Zentralverband Deutscher Privater Feuerversicherungen in Berlin schrieb er Gedichte.

Im Jahr 1889 heiratete Dehmel die Märchendichterin Paula Oppenheimer, mit der er zusammen auch Kinderbücher verfasste. Aus der Ehe gingen ein Sohn und zwei Töchter hervor. Sein erster Gedichtband „Erlösungen. Eine Seelenwanderung in Gedichten und Sprüchen“ erschien im Jahr 1891. Die Freundschaft mit dem Schriftsteller Detlev von Liliencron führte ihn literarisch zur Literaturepoche des Impressionismus.

Erst nach der Veröffentlichung seines zweiten Gedichtbandes im Jahr 1895 wagte er den Schritt in die Existenz als freier Schriftsteller. Eine Verurteilung wegen Verletzung religiöser und sittlicher Gefühle durch das Gedicht Venus Consolatrix machte seinen Namen weit bekannt. 1899 trennte er sich von seiner Frau und heiratete, die ebenfalls zuvor geschiedene, Ida Auerbach. Mit ihr unternahm Dehmel weite Reisen durch Europa. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 meldete sich Dehmel trotz seines fortgeschrittenen Alters freiwillig zum Militäreinsatz und diente bis 1916. Kurz vor Kriegsende 1918 forderte er die Deutschen in einem Aufruf noch zum Durchhalten auf.

Sein Kriegstagebuch „Zwischen Volk und Menschheit“ veröffentlichte Dehmel im 1919. Dehmel lernte den Grabenkrieg kennen. War er vor dem ersten Weltkrieg noch von nationalistischer Begeisterung ergriffen, so überkam ihn schnell Ernüchterung. Sein Kriegstagebuch zeigt diesen Wandel auf 500 Seiten
in erschütternde Weise. Richard Dehmel starb am 8. Februar 1920 in Hamburg-Blankenese an einer im Krieg zugezogenen Venenentzündung.

Dehmel förderte viele jüngere Talente mit Ratschlägen, darunter Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Thomas Mann und Hermann Hesse. Richard Dehmel war mehr als ein Dichter; auch im politischen Leben hat er Spuren hinterlassen und ebenso in der deutschen Arbeiterbewegung. In den beiden ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts galt er allgemein als der größte lebende deutsche Lyriker; heute ist Richard Dehmel nahezu unbekannt. Demgegenüber sind die Werke von Lyrikern, die Dehmels Zeitgenossen waren und die einst in seinem Schatten standen, heute bekannter und werden immer wieder gedruckt. Die Bedeutung Dehmels ergibt sich nicht allein aus seinen Dichtungen. So hat er auf die Entwicklung unzähliger Schriftsteller eingewirkt. Er war an der Herausbildung der deutschen Arbeiterdichtung wesentlich beteiligt. Auf vielfältige Weise hat er das Geistesleben und das politische Leben seiner Zeit mitgeprägt. Dehmel war sein ganzes Leben lang Kämpfer. Oft lag er im Kampfe mit sich selbst. Leben und Dichtung waren für ihn eins. Das Leben war für ihn ein einziges großes Wunder.

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