An die Tulpe von August Graf von Platen

Andre mögen Andre loben,
Mir behagt dein reich Gewand;
Durch sein eigen Lied erhoben
Pflückt dich eines Dichters Hand.
In des Regenbogens sieben
Farben wardst du eingeweiht,
Und wir sehen was wir lieben
An dir zu derselben Zeit.
 
Als mit ihrem Zauberstabe
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Flora dich entstehen ließ,
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Einte sie des Duftes Gabe
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Deinem hellen bunten Vließ;
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Doch die Blumen all’, die frohen
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Standen nun voll Kummer da,
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Als die Erde deinen hohen
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Doppelzauber werden sah.
 
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Göttin! o zerstör’ uns wieder,
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Denn wer blickt uns nur noch an?
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Sprach die Rose, sprach der Flieder,
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Sprach der niedre Thymian.
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Flora kam, um auszusaugen
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Deinen Blättern ihren Duft:
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Du erfreu’st, sie sagt’s, die Augen,
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Sie erfreu’n die trunkne Luft.

Details zum Gedicht „An die Tulpe“

Anzahl Verse
3
Anzahl Zeilen
24
Anzahl Wörter
118
Entstehungsjahr
1812
Epoche
Klassik,
Romantik

Gedicht-Analyse

August Graf von Platen ist der Autor des Gedichtes „An die Tulpe“. 1796 wurde Platen in Ansbach geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1812 zurück. Stuttgart und Tübingen ist der Erscheinungsort des Textes. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autoren lassen eine Zuordnung zu den Epochen Klassik oder Romantik zu. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben zur Epoche bei Verwendung. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Das 118 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 24 Zeilen mit insgesamt 3 Versen. Weitere Werke des Dichters August Graf von Platen sind „Das Grab im Busento“ und „Sonett LXIV.“. Zum Autoren des Gedichtes „An die Tulpe“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de keine weiteren Gedichte vor.

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