Das Grab im Busento von August Graf von Platen

Nächtlich am Busento lispeln, bey Cosenza, dumpfe Lieder,
Aus den Wassern schallt es Antwort, und in Wirbeln klingt es wieder!
 
Und den Fluß hinauf, hinunter, zieh’n die Schatten tapfrer Gothen,
Die den Alarich beweinen, ihres Volkes besten Todten.
 
Allzufrüh und fern der Heimath mußten hier sie ihn begraben,
Während noch die Jugendlocken seine Schulter blond umgaben.
 
Und am Ufer des Busento reihten sie sich um die Wette,
Um die Strömung abzuleiten, gruben sie ein frisches Bette.
 
In der wogenleeren Höhlung wühlten sie empor die Erde,
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Senkten tief hinein den Leichnam, mit der Rüstung, auf dem Pferde.
 
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Deckten dann mit Erde wieder ihn und seine stolze Habe,
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Daß die hohen Stromgewächse wüchsen aus dem Heldengrabe.
 
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Abgelenkt zum zweyten Male, ward der Fluß herbeygezogen:
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Mächtig in ihr altes Bette schäumten die Busentowogen.
 
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Und es sang ein Chor von Männern: Schlaf’ in deinen Heldenehren!
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Keines Römers schnöde Habsucht soll dir je dein Grab versehren!
 
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Sangen’s, und die Lobgesänge tönten fort im Gothenheere;
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Wälze sie, Busentowelle, wälze sie von Meer zu Meere!
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (25.8 KB)

Details zum Gedicht „Das Grab im Busento“

Anzahl Strophen
9
Anzahl Verse
18
Anzahl Wörter
170
Entstehungsjahr
1820
Epoche
Klassik,
Romantik,
Biedermeier

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Das Grab im Busento“ des Autors August Graf von Platen. Geboren wurde Platen im Jahr 1796 in Ansbach. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1820. Erscheinungsort des Textes ist Stuttgart und Tübingen. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her den Epochen Klassik, Romantik oder Biedermeier zuordnen. Bei Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit der Zurodnung. Die Auswahl der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und muss daher nicht unbedingt richtig sein. Das vorliegende Gedicht umfasst 170 Wörter. Es baut sich aus 9 Strophen auf und besteht aus 18 Versen. Der Dichter August Graf von Platen ist auch der Autor für Gedichte wie „An die Tulpe“ und „Sonett LXIV.“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Das Grab im Busento“ keine weiteren Gedichte vor.

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