Brecht, Bertolt - Leben des Galilei (Darstellung Galilei als Wissenschaftler, 1. Szene)

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Bertolt Brecht, Darstellung Galileis als Wissenschaftler in der ersten Szene, Referat, Hausaufgabe, Brecht, Bertolt - Leben des Galilei (Darstellung Galilei als Wissenschaftler, 1. Szene)
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Referat

Darstellung Galileis als Wissenschaftler in der ersten Szene aus „Leben des Galilei“ von Bertolt Brecht

Im Folgenden soll die Darstellung Galileis als Wissenschaftler in der ersten Szene aus „Leben des Galilei“ von Bertolt Brecht näher erläutert werden.

Hierbei liegt eine sehr klischeehafte Abbildung eines Wissenschafters vor. Galilei wird mit einer unbändigen wissenschaftlichen Neugier vorgestellt und scheint einen unstillbaren Wissensdurst zu haben, was ihn als eine sehr lebendige Person erscheinen lässt.(vgl. S. 11 Z.10-18 und Z.22-30). Allerdings wirkt er auch einzig und allein auf seine wissenschaftliche Arbeit fixiert, da er sie selbst in alltäglichen Situationen betont, wo man im Grunde keine wissenschaftliche Bezüge erwartet. Dies wird vor allem in der Szene deutlich, in der Galilei Andrea, den Sohn seiner Haushälterin, hinsichtlich seiner sprachlichen Ungenauigkeit verbessert. Hier sagt Andrea nämlich zunächst: “Mutter sagt, wir müssen den Milchmann bezahlen. Sonst macht er bald einen Kreis um unser Haus, Herr Galilei. [darauf GALILEI]: Es heißt: er beschreibt einen Kreis, Andrea.“ (S.7 Z.14-17) In diesem Textauszug wird gleichzeitig auch Galileis Präzision gezeigt, die seinen unermüdlichen Forschungstrieb begleitet. Dennoch wirkt er an mancher Stelle ein wenig zerstreut, da ihn viele verschiedene Gedanken bezüglich der Wissenschaft beschäftigen. Des Weiteren spiegelt er auch den typischen Forscher seiner Zeit der Renaissance dar, der sich von alten Lehrmeinungen gelöst hat, fortschrittlich arbeiten möchte und keinerlei Bezug mehr auf das dunkle unaufgeklärte Mittelalter aufweist. So wie auch in folgendem Zitat: "Die Städte sind eng und so sind die Köpfe. Aberglauben und Pest. Aber jetzt heißt es: da es so ist, bleibt es nicht so.“ (S.8 Z.32ff.) Hierbei stellt er sich früheren Modellen und generell der ganzen Wissenschaft kritisch gegenüber und hinterfragt auch Dinge, die den damaligen Menschen als selbstverständlich und richtig erscheinen. Wie zum Beispiel das ptolemäische Weltbild, was ihm gelingt durch sein misstrauisches und auf die Vernunft bedachtes Vorgehen zu wiederlegen. Dieses revolutionäre und neue Wissen möchte er natürlich weiterverbreiten, um am liebsten der ganzen Welt ein Stück wissenschaftlicher Wahrheit zu vermitteln, weshalb er auch versucht Andrea seine neusten Beobachtungen zu eröffnen.

Auf der Grundlage des vorangegangen Textes wird nun näher auf die Erfahrungen, Beobachtungen und Tatsachen eingegangen, die Galilei zum Nachweis für eine Zeit des Umbruchs aufführt. Hierzu nimmt er in erster Linie Bezug auf das ptolemäische Weltbild, welches seit Jahrtausenden als richtig gilt, welchem momentan allerdings droht vom kopernikanischen Modell verdrängt zu werden. Dies wird in folgendem Textauszug veranschaulicht: „Durch zweitausend Jahre glaubte die Menschheit, dass die Sonne und alle Gestirne des Himmels sich um sie drehten. Der Papst […], die Gelehrten, Kapitäne, Kaufleute […] und Schulkinder glaubten, unbeweglich in dieser kristallenen Kugel zu sitzen. […]die alte Zeit ist herum, und es ist eine neue Zeit.“ (S.8 Z.25-32) Diese Behauptung macht er nicht nur an seinen eigenen Forschungen fest, sondern auch an Beobachtungen, die er von anderen gemacht hat. So berichtet er zum Beispiel von der Situation „wie ein paar Bauleute eine tausendjährige Gepflogenheit, Granitblöcke zu bewegen, durch eine neue und zweckmäßigere Anordnung der Seile ersetzten, nach einem Disput von fünf Minuten. Da und dann wusste ich: die alte Zeit ist herum und es ist eine neue Zeit.“ (S.9 Z.19-24) Ferner vergleicht er die derzeitige Situation mit der, als neue Kontinente entdeckt worden sind, was bis zur Erkundung des neuen Landes für die Menschen nur ein Gerücht gewesen ist (vgl. S. 9 Z.6-9)

Auch spricht Galilei hier immer wieder von den Alten und den Neuen, wodurch ganz deutlich ein Umbruch dargestellt wird: Der Übergang vom Alten zum Neuen und Fortschrittlichem, welcher sich bereits laut Galilei über 1 Jahrhundert hinwegzieht. Dies bestätigt auch folgendes Zitat: „Seit hundert Jahren ist es, als erwarte die Menschheit etwas.“ (S.8 Z.32ff.) Hierbei halten jedoch noch viele am alten Modell fest, aber auch immer mehr schließen sich dem neuen an, was den Begriff „Umbruch“ nochmals untermauert.(vgl. S. 8 Z.34ff.)

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