Hauptmann, Gerhart - Die Ratten (Charakterisierung Pauline Piperkarcka)

Schlagwörter:
Gerhart Hauptmann, Die Ratten, Pauline Piperkarcka, Drama, Charakterisierung, Referat, Hausaufgabe, Hauptmann, Gerhart - Die Ratten (Charakterisierung Pauline Piperkarcka)
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Referat

Pauline Piperkarcka


Pauline Piperkarcka ist eine der zentralen Figuren in Gerhart Hauptmanns Drama „Die Ratten“. Es handelt sich um ein junges polnisches Dienstmädchen, das schwanger von ihrem Freund Alois Theophil Brunner ist (vgl. S.5). Ihr Freund hat sie allerdings betrogen und verlassen. Sie hat kaum Geld zur Verfügung, was man beispielsweise daran erkennt, dass sie sagt, sie wolle mit ihren „letzten Pfennig[en]“ (S.8 Z.1) eine hochgiftige Säure kaufen, um sie ihrem Freund ins Gesicht zu schütten. Außerdem wurde ihr die Schlafstelle gekündigt und die Mietsfrau hat sie weggeschickt (vgl. S.8). Es lässt sich vermuten, dass sie aus der unteren Bevölkerungsschicht stammt und in sehr einfachen Verhältnissen aufgewachsen ist. Ohne ihren Freund ist sie fast mittellos und auch ihre Eltern bieten ihr keinerlei Unterstützung (vgl. S.5/6), sondern haben ihre Tochter des Hauses verwiesen. Aufgrund ihrer aussichtslosen Situation ist Pauline völlig verzweifelt und hat Selbstmordgedanken (vgl. S.6). Bruno Mechelke bringt sie von diesen ab, allerdings überlegt Pauline dann ihr Kind zu töten, sobald es geboren ist. Letzten Endes lässt sie sich aber darauf ein, gegen Geld ihr Kind nach der Geburt zu Frau John zu geben. Nach der Abgabe entscheidet sie allerdings, dass sie ihr Kind zurück haben möchte und geht mit dem Geld zu den Johns, um den Tausch rückgängig zu machen. Sie heuchelt Muttergefühle, indem sie „nicht ohne falsche Note“ (S. 42 Z.19f) darum bettelt, ihr Kind nur ein einziges Mal sehen zu dürfen. In ihrem Wutausbruch gibt sie jedoch zu, dass sie das Kind als Druckmittel gegen ihren Freund benützen möchte, damit dieser sie heiratet (vgl. S.43). Hier zeigt sich auch, dass Pauline sich gerne den Aussagen anderer anpasst und leicht zu beeinflussen ist, da die Idee der erzwungenen Hochzeit von Frau Kielbacke stammt. Insgesamt wird Pauline Piperkarcka als eine arme, junge Frau dargestellt, die sehr emotional ist. Sie wird schnell von ihren Gefühlen übermannt und scheut sich nicht diese offen zu zeigen. Pauline wirkt naiv und unerfahren und wird von ihren Mitmenschen offenbar nicht ganz ernst genommen, denn man rät ihr nichts zu schwören, um ihre Seele zu retten (vgl. S.67). Ihre Gefühlsausbrüche und das schlecht gesprochene Berlinerisch mit vielen umgangssprachlichen Ausdrücken sind ein weiteres Anzeichen dafür, dass Paulines aus dem niederen Stande stammt, auch wenn sie in Jackett und Hut gekleidet ist (vgl. S.5). Ihr starker Wille, sich trotzig durchzusetzen, um ihre Ziele zu erreichen, führt schließlich zu ihrem Tode. Als Bruno Mechelke ihr droht, dass sie nie wieder bei seiner Schwester, Frau John, nach ihrem Kind fragen dürfe, versucht sie ihn zu würgen, woraufhin er sich wehrt und sie tötet.

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