Bahnwärter Thiel ist eine novellistische Studie von Gerhart Hauptmann. Sie entstand im Jahr 1887 und erschien im Jahr 1888. Die Erzählung zählt zu den bedeutendsten Werken des Naturalismus.
Bahnwärter Thiel ruhig und gewissenhafter Mann → erste Frau Minna stirbt (Liebesheirat) → Sohn Tobias
Thiel heiratet nach einem Jahr dicke, herrschsüchtige Magd Lene → Zweckgemeinschaft aus Vernuftgründen → 2. Kind → Tobias wird vernachlässigt
Thiel wird von Lene abhängig → Neues Familienoberhaupt → Tobias wird von ihr Misshandelt → Thiel unfähig wegen sexueller und psychischer Abhängigkeit → Innerlich: Schuld gegenüber Minna
Thiel flüchtet in „Phantasiewelt“ → Visionen von Minna → Im Wärterhäuschen gibt er sich den Visionen hin
Thiel bekommt Land nahe des Wärthäsuchens → Von Lene beschlagnahmt → Lene nimmt Thiel letzten Freiraum in dem er selbstbestimmt ist
Ganze Familie geht zum Wärterhäuschen → Lene soll auf Tobias aufpassen
Schnellzug überfährt Tobias → Schwer verletzt
Thiel flüchtet sich in Visionen → Verspricht Minna sich an Lene zu rechen → Voller Hass würgt er Säugling da dieser schreit
Tobias wird tot zurückgebracht → Thiel bricht zusammen → Wird nach Hause gebracht
Als man Tobias Leichnam bringt findet man Lene erwürgt und den Säugling mit aufgeschnittener Kehle → Thiel wird auf den Schienen am Unfallort mit Tobias Mütze gefunden → Wird in Irrenanstalt gebracht
Interpretationsansätze:
Thematisierung physische Abhängigkeit eines Menschen zu einem anderen → Unfähigkeit sein eigenes Leben zu leben
Thiel abhängig von verstorbener Frau Minna und von Lene
Ausgelöst durch Tod von Tobias und Schuld gegenüber Minna wir er vom frommen, ruhigen Mann zum Kinds - und Frauenmörder
Motive:
Triebhafte vs. Platonische Liebe (Liebe)
Wahnsinn (psychisch)
Abhängigkeit (Determination)
Schuld
Mord aus Verzweiflung
Charakterisierung Thiel:
robustes kräftiges Äußeres
religiös wortkarg zuverlässig und pflichtbewusst
bei der Arbeit eher passiv
handelt nicht viel
liebt seinen Beruf
liebt seinen Sohn
vernachlässigt Tobias
schützt ihn nicht vor Lenes Schlägen
versteckt seine Gefühle
hat Visionen
wahnsinnig
lebt isoliert
psychisch kaputt
will/kann die Realität nicht akzeptieren
liebt in seinem Innern seine erste Frau trotz ihrem Tod
hat den Tod von Minna noch überhaupt nicht verarbeitet
Charakterisierung Minna:
erste Frau von Thiel, stirbt gleich nach der Geburt von Tobias
Minna gegensätzlich zu Thiel (und später Lene)
im Äusseren, dünn, kränklich, hellhäutig
liebte Thiel sehr
sie hatten die ideale Beziehung
hatte viel tiefere Beziehung zu Thiel als Lene
sie lässt ihn geistig nicht mehr los, kommt in seine Träume, während seiner gesamten Zeit im Bahnwärterhäuschen ist er mit ihr zusammen
Thiel erstellt ein gewisses Traumbild von seiner verstorbenen Frau, welches er in seinem Häuschen verehrt
sendet Warnungen aus (Frau die über die Geleise geht, blutiges Kind…)
bestimmt einen großen Teil des Lebens von Thiel indem sie ihm regelmäßig erscheint
hatte mehr eine geistige Beziehung mit Thiel
Charakterisierung Lene
zweite Frau von Thiel, er heiratet sie nur aus wirtschaftlichen Gründen und weil sie sich um Tobias kümmern soll
ihr Äußeres ist ziemlich gegensätzlich zu Minna: groß, stark, weiblich, passt besser zu Thiel (so denken die Kirchgänger)
von der Art her unterscheidet sie sich ebenfalls von Minna: dominant, wenig fürsorglich, beinahe gefühllos, ziemlich brutal, leidenschaftlich, herrschsüchtig
sie scheint Thiel nicht zu lieben
trägt ein wenig die Schuld an Tobias Tod, sie mag Tobias nicht, schlägt ihn, und vor allem nach der Geburt ihres eigenen Sohnes bekommt er ihre Abneigung stark zu spüren
arbeitet hart, ist für körperliche Arbeit geschaffen, ebenso für die Wirtschaft
unterwirft Thiel ihrer Herrschaft in der Beziehung
unterdrückt ihn vollkommen → beachtet dabei jedoch nicht die Wut, die sich in Thiel ansammelt, und die ihr schlussendlich zum Verhängnis wird
hat eine rein körperliche Beziehung zu Thiel
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