Reimchronik über die Burgunderkriege von Konrad Pfettisheim

Czuo lob vnd er der trinitöt
On zwyuel, so wurd ich genöt
Nicht abelossen danck zuo sagen.
Richt sich dar nach by sinen tagen
 
Also der mensch vnd lobe got,
Dar zuo ouch halte sin gebott,
Vnd wan er sinens willen pflicht,
So sthat jm ymer Ewig nicht.
 
Priesterschafft die muoß er prysen,
10 
Frowlichem stam ouch er bewysen.
11 
Ein yder, der deß glichen pflicht,
12 
Der truwe gott, Er loßt jn nicht.
13 
Tröstlich half er ouch vor mols me
14 
Eim jüdschen volck der alten E.
 
15 
So dick es sich von sünden kort,
16 
Hat gott jr stym gar bald erhort.
17 
Ein glychnüß hab ich hie verstanden,
18 
Maria die sy vns vor schanden.
 
19 
Man sieht nuon wol zuo diser frist
20 
Was yetz der welt begeren ist;
21 
Wann hochfart vnd der über muot
22 
Die tuont den menschen niemer guot.
 
23 
Ver merekent hie ein grosse sach
24 
Von Eim, hieß peter hagenbach.
25 
Der dörst ein zyt jn disem land
26 
Nicht wonen vmb sin gorsse schand.
 
27 
Er was ein ritter gantz on Er,
28 
Deß glichen man kum findet mer.
29 
Er wonet jn burgund ein zyt
30 
Vnd meint, die wyl er wer so wyt
 
31 
Solt man sin dester e vergessen.
32 
Mit hochmuot waz sin hertz vermessen.
33 
Es macht sich dar noch snelleclich.
34 
Herczog sygmund von österich
 
35 
Wolt ein lant vogtig verpfenden
36 
Im sunckow vnd an selben enden.
37 
Do nuon der anslag gar gesthach,
38 
Gedocht her peter hagenbach:
 
39 
Der hertzog von burgund, myn her,
40 
Wan der dar zuo genöuget wer,
41 
Ich hett nicht gar verloren.
42 
Die lant vogtig ward guot burgundsch,
43 
Die sach fügt sich noch sinem wunsch.
44 
Glich bald dar noch kam uß die mer,
45 
Wie hagenbach im suntgow wer
 
46 
Ein lantvogt vßherkoren.
47 
Do herschet er jn über muot
48 
Es was den bürgern nicht ser guot
 
49 
Zuo brysach vnd zuo danne.
50 
Den bösen pfennig wolt er han
51 
Vnd fing vil nüwer schaczung an,
 
52 
Der brot trouff jm jn pfanne.
53 
Zuom Ersten kund er kratzen lyse,
54 
Mit senfftikeit zuo glicher wyse
 
55 
Als wer es jm jm hertzen;
56 
Do er das grasß hergriffen hat,
57 
Er herstht zuo brysach jn der stat,
58 
Die burger litten smertzen.
 
59 
Do nuon der schimpf am besten waz,
60 
Sin hochfart nam ein ende.
61 
Sie mochtent nymmen gelyden daz
62 
Vnd fingent in behende.
 
63 
Sü leiten in gefangen snell
64 
Vnd machtent in do kallen,
65 
Man zoch in vff, er schrey so hell,
66 
Sin stymm die hort man schallen.
 
67 
Er do ver Jach der boßheit vil,
68 
Die er vor hat Jm willen;
69 
Gott sy gelobt, jm brast der wil,
70 
Er mocht sie nicht Erfüllen.
 
71 
Von siner boßheit ist nicht not /
72 
Wan Er ist dot /
73 
Daz ich do von icht melde.
74 
Man sluog jm ab sin houbt so trod,
75 
Im schach genod
76 
Zuo brisach In dem felde.
 
77 
Man zalte .XIIII. c. jor,
78 
Jo daz ist wor /
79 
Do ab jm ward gerichtet,
80 
Ouch .lxx. vier gar offembor /
81 
Vil welt kam dar /
82 
Er hat ouch vor gebychtet.
 
83 
Gott der tüg im genoden schin /
84 
Ist er in pin /
85 
An siner armen selen.
86 
Er muost on zwyfel müssig sin /
87 
By guotem win /
88 
Solt er es als erczelen.
 
89 
In diser geschicht ward manig man /
90 
Ist nicht daron /
91 
Gar billich ser herfrowet /
92 
Also kam hagenbach dar von
93 
Im vard der lon /
94 
Dem kalb ist ouch gestrowet.
 
95 
Ob sich die sach also begab,
96 
Die lant schaff sich beclaget,
97 
Wie hagenbach, der nasse knab,
98 
Das volck so gar benaget.
 
99 
Der Edel fürst von österich
100 
Mit andern bunds genossen
101 
Gon basel fuogten sie do sich,
102 
Do ward die sach beslossen.
 
103 
Man solt die houbt sum legen dar,
104 
Gon burgund das verschriben;
105 
Er wolt daz gelt nicht / das ist war,
106 
Sin hochmuot wolt er triben.
 
107 
Als er nuon je daz gelt nicht wolt,
108 
Den schaden muost er haben,
109 
Man hats zuo stüre an dem solt
110 
Vnd ließ glück inher traben.
 
111 
Vff fritag vor sant iocobs tag,
112 
Hab ich echt / recht vernummen,
113 
Hertzog karle von burgund pflag
114 
Gon nüsß in leger kummen.
 
115 
Gesthach als in dem selben ior,
116 
Als ich hab hie vor gemeldt.
117 
Vil büchssen logent ouch do vor,
118 
Dar zuo hat er vil geczelt.
 
119 
Do lag er by ein gantzes ior
120 
Villicht mynder dry wochen,
121 
Vnd die von nüsß gar offembor
122 
Hant im vil lüt erstochen.
 
123 
Der keyser friderich kam ouch dar
124 
Gar nohe zuo sinem leger,
125 
Des frowt sich nüsß von hertzen gar,
126 
Als des gewilds der ieger.
 
127 
Ein legat wasß ouch stets do by,
128 
Der reyt zuo beyden heren,
129 
Vnd war Er kam, do waß er fry,
130 
Den friden wolt er meren.
 
131 
Zuom letzten do begert er tag,
132 
Her karle von burgunde,
133 
Es ward gemacht ein übertrag,
134 
Das er do solt von / stunde
 
135 
Wychen bald vß dem leger sin
136 
Vnd die von nüsß nicht irret.
137 
Es brocht im schand vnd grosse pin,
138 
Sin hertz das was gemirret.
 
139 
Den nutz, den er geschaffet hat
140 
Vor nüsß, der was gar clein,
141 
Die frummen lüt all in der stat
142 
Her frowtent sich gemeine.
 
143 
Die wyl er lag vor nüsß jm her
144 
Vnd wychen muost mit schanden,
145 
Do czoch der bunt in grosser er
146 
In ober burgundschen landen.
 
147 
Zuom Ersten was es Ellekurt,
148 
Belag man hart mit schiessen,
149 
Do kam man vff ein rechte furt
150 
Mitt lantzen vnd mit spiessen.
 
151 
Vff einen sontag es beschach,
152 
Die fyend die koment stille,
153 
Zwey tusent mann / man do erstach,
154 
Es was nicht gar ir wille.
 
155 
Die büchsen ruckt man zuo dem sloß
156 
By Ellekurt an graben,
157 
Man schoß so fast, das es verdroß
158 
Jo die burgundschen knaben.
 
159 
Ein büchß von basel lag do vor
160 
Vnd ketterlin von Enße,
161 
Der struß von straßburg snurte zwor
162 
Vnd macht ein wüst getenße.
 
163 
Wann er den kropf vol bulfers hat
164 
So leyt er harte Eyger,
165 
Er clopft so gröblich an die stat
166 
Recht als ein grober meyer.
 
167 
Sie mochtens do inne geliden nit
168 
Vnd gobens vff gar swinde,
169 
Sie noment alle ir habe mit
170 
Vnd rittent durch die finde.
 
171 
Dar noch zoh hertzog karle schir
172 
Für nansse in lotringen,
173 
Sin meynung waz vnd gantz begir
174 
Zuo sinen handen bringen
 
175 
Hertzog reiharts gantz fürstentum,
176 
Dar zuo all sine slosse.
177 
Der iunge fürst der det sich vmb
178 
So gar on alls verdrosse.
 
179 
Er hing sich an den dütschen bunt,
180 
Das hatt er von keim narren.
181 
Burgunscher fürst meint do zuo stund
182 
Er welt den krieg beharren.
 
183 
Da zwischen so ging nanßen vff
184 
Mit andern deinen slossen.
185 
Etliche sluogent do den muff
186 
Vnd warend gantz verdrossen.
 
187 
Der hertzog von burgund so her
188 
In nansse kund er prangen;
189 
Er predigt sim volck ei nersche ler:
190 
Die tütschen müstenn hangenn.
 
191 
Dar noch zuor nehsten summer zyt
192 
Begund man wider reysenn,
193 
Es wordent gar vill armer lütt,
194 
Ouch wittwen vnde weisenn.
 
195 
Gar bald gewann man etlich slosß
196 
In einer kurtzen wyle,
197 
Gransen, blamont mit keim verdrosß,
198 
Dar zuo ein statt hieß lyle.
 
199 
Disen nutz gewann er dor an,
200 
Der hertzog von burgunde,
201 
Als seit gar mancher clappermann
202 
Wie wol er kriegen kunde.
 
203 
Die vnsern komen frisch zuo huß,
204 
Es was jn wol hergangenn,
205 
Dar zuo so bleib jr wenig vß,
206 
Ouch was ir keir gefangenn.
 
207 
Sü lobten got von hymmelrich
208 
Mitt siner werden güte,
209 
Das er so gar genediclich
210 
Die vnsern hatt behüte.
 
211 
Dar noch zoh hertzog karle ein fart
212 
Vnd wolt die swytzer bröugen.
213 
Man meint, er wolt gon mimpelgart,
214 
Gar bald ward er sich öugenn.
 
215 
Als man gransen gewunnen hat,
216 
Man macht sich hin zuo strossen.
217 
Vmb sicherung ließ man in der stat
218 
Vierhundert Eydgenossen.
 
219 
Er zoch für granso offembor,
220 
Man ward im wider streben,
221 
Irs lebens er sy tröstet vor,
222 
Sü soltens im vff gebenn.
 
223 
Fierhundert swytzer gingen haruß
224 
Frölich vff das gedinge,
225 
Er sahe sy an. glich als ein struß
226 
Vnd schuoff, das man sy hinge.
 
227 
Syt daz er semlich schand beging
228 
Beschein im nie kein glücke.
229 
Als er die frummen lütt erhing
230 
Sin vnglück ward gar dicke.
 
231 
Do sumte man sich nicht zuo lang,
232 
Das selb was ouch das beste;
233 
Es kam dar zuo, im geschach getrang,
234 
Man sucht in in dem neste.
 
235 
Er sluog vmb sich ein wagenburg,
236 
Mit mancherley geschütze;
237 
Dar in do lag er als ein türck,
238 
Man ging doran mit witze.
 
239 
Vff einen samstag fügt es sich,
240 
Man wolts nicht mer vercziehen,
241 
Man czoch zuo im gar ritterlich.
242 
Er sprach, man solt nicht fliehen.
 
243 
Die swytzer knüwten vff ir knu,
244 
Sie bettent do von hertzen,
245 
Dar noch schrey man: «do hy! do hy!»
246 
Fürbasser was kein schertzenn.
 
247 
«In gottes namen faren wir»
248 
Begund man frölich singen.
249 
Zuor wagenburg was ir begir,
250 
Darin sy kecklich gingen.
 
251 
Die burgundischen wurdent all
252 
Zuor wagenburg vß wychen,
253 
Des fürsten kurtzwyl, die was smal,
254 
Sich huob ein fyntlich kychenn.
 
255 
Die wagenburg waz gantz verspielt,
256 
Dar zuo vill guoter büchssenn.
257 
Der bunt also das velt behielt,
258 
Jens her das was zerrissen.
 
259 
Do fand man silber vnde golt,
260 
Sin sigel ouch do lygenn
261 
Vnd waz er heymlichs pflegen wolt
262 
In seiner Cantzelygenn.
 
263 
Der löw der leyt sich in ein hül,
264 
Er dorst ein zyt nicht brummen.
265 
Dar noch gar in eim kurtzem ziel
266 
Was er her wider kummen.
 
267 
Do zwischen suocht er manchen funt,
268 
Im wordent ander büchssen;
269 
Noch vnglück wessert im der munt,
270 
Das mag man nuon woll wissen.
 
271 
Als er sich do beworben hat,
272 
Der löwe ward wider brummenn,
273 
Er leit sich an ein legerstatt,
274 
Die swytzer hantz vernummen.
 
275 
Sie schribent hindersich von stund,
276 
Das man solt aber reysen.
277 
Gar resch do sammelt sich der bunt,
278 
Die woll ward man jn zöusen.
 
279 
Ein grosses her hat er by jm.
280 
Er sprach: «wir wend ir warten
281 
Von Engellant, als ech vernym,
282 
Bickarter ouch lamparten.»
 
283 
Als man nuon schier zuom leger kam,
284 
Sin büchssen grüslich snurrten.
285 
Sin volck gar grossen schaden nam,
286 
Geschach gar nohe by murten.
 
287 
Wol sübczehentusent vnd ouch me
288 
Die wordent do her slagen,
289 
Gar vil ertrunckent in dem se,
290 
Sich huob ein fyntlich iagen.
 
291 
Vff einen samstag diß geschach
292 
Der zehentusent ritter.
293 
Gar vil man im der nider stach,
294 
Ir end das ward in bitter.
 
295 
Man zalte sehß vnd sübentzig ior
296 
Dar zuo ouch vierczehen hundert.
297 
Zuo berg uff stigent in die hor,
298 
Von forcht ir keiner plundert.
 
299 
Die wagenburg bleib ouch do ston
300 
Vnd manche büchsß dar inne.
301 
Burgundsches her, daz flöhe dar von,
302 
Es was im nicht im sinne.
 
303 
Der Edel fürst waz ouch do by
304 
Her reinhart von lotringen.
305 
Man sluog gar manchen ritter fry
306 
Glich kurtz vor disen dingen.
 
307 
Do danckt man got gar inneglich
308 
Mitt singen vnd mitt lesen,
309 
Das er vns so genediclich
310 
Bystendig ist gewesen.
 
311 
Dar nach gar snell begab es sich,
312 
Das man noch disen dingen
313 
Vß cziehen muost gar endelich
314 
Als in das lant lotringen.
 
315 
Wan nansse daz waz noch burgundsch,
316 
Ouch ettliche sloss dar vmbe;
317 
Der struß von stroßburg schoß noch wunsch,
318 
Die hüser füllent vmbe.
 
319 
Dar inne do worent frömde gest,
320 
Die werten sich gar sere,
321 
Vff rettung dettent sie das best
322 
An innen velet ir bere.
 
323 
Man schoß die thürn gar sufer ab,
324 
Die stat ward uff gegeben,
325 
Sü rittent hien mit cleiner hab,
326 
Man ließ sie wol mitt leben.
 
327 
Als nuon daz lant ward widerumb
328 
Dem fütsten von lotringen,
329 
Die vnsern koment mit ir summ
330 
Gar frölich inher clingen.
 
331 
Der hertzog von burgund vernam
332 
Wie nansse wer gewunnen,
333 
Dar noch gar bald er aber kam,
334 
Die schantz was im entrunnen.
 
335 
Do waß nansse gespyset vor,
336 
Besetzet mit frantzosen,
337 
Der herczog von burgund meint zwor,
338 
Er wolt sie überbösen.
 
339 
Er leyt sich zuo sant niclaus port
340 
Vnd vmb die selb refiere,
341 
Do brucht er gar vil stoltzer wort
342 
Vnd brügelt als ein stüre.
 
343 
Des grossen allexanders buoch
344 
Das ließ er im für lesen –
345 
Mach dich harfürher, escher tuoch! –
346 
Er wers ouch gern gewesen.
 
347 
Sin achtent die zuo nansse nicht,
348 
Sie rittent uff den strossen,
349 
Waz fynd in ward in der geschicht
350 
Der selb muost hor do lossen.
 
351 
Nansse das ward in iores frist
352 
Zuom dritten mol belegen.
353 
Eins muocht sicht diser fromden lüst
354 
Mit hend vnd füssen segen.
 
355 
Die vnsern komendt uff ein zyt,
356 
Es wolt sich glück do machen;
357 
Sie fundent gar ein guote büt
358 
Eir möcht des wunders lachen,
 
359 
Ir. c. pferd uff eynen tag
360 
Gewunnent sie gar swynde,
361 
Sie detten manchen harten slag
362 
Vff die burgundsthen fynde.
 
363 
Die schautz bestuond in do beuor.
364 
Es muogt den fürsten übel;
365 
Mit kolben strelt man in das hor,
366 
Es bosselt wie die kübel.
 
367 
Dar noch so kam die red zuo vns,
368 
Der hertzog von burgunde
369 
Der leg gar nohe by pontemunß.
370 
Man fügt sich dar von stunde.
 
371 
Der hertzog von lotringen zoch
372 
Mit sinen frummen lüten
373 
In pontemunß fürbaß / dar noch
374 
Do ward man im bedüten,
 
375 
Man sahe die fynd nohe an eim reyn
376 
In grossem vorteyl halten.
377 
Hertzog reihart der sprach do / «Neyn,
378 
Jetz went wir gott lon walten.»
 
379 
Sü koment heim gar fürderlich.
380 
Kein stryt was do hergangen,
381 
Es was ser guot, beduncket mich.
382 
Die fynd do wordent prangen,
 
383 
Do sie beducht wie man vercziehe;
384 
Sie frowten sich von hertzen.
385 
In rechtem Ernst ich daz veriehe.
386 
Noch fröuden kam in smertzen.
 
387 
Der hertzog von lotringen reyt
388 
In swytz mit sinen personen.
389 
Ein grosse hilff man im zuo seyt,
390 
Des muost er wol belonen.
 
391 
Man seit im zuo vmb einen solt
392 
Vnd diente im ouch gerne.
393 
Die swytzer worend im ser holt,
394 
In ward ein guote Erne.
 
395 
Den swytzern vnd dem gantzen bund
396 
Ward bald dar noch gesthriben,
397 
Sie soltent kummen do zuo stund
398 
Vnd ouch nicht lang uß bliben.
 
399 
Mit grosser macht zoch man gar fest
400 
Als in das lant lotringen.
401 
Do fand man in vil frömder gest,
402 
Die nansse woltent zwyngen.
 
403 
Den weg man in do vnder ging,
404 
Das muostent sie doch lyden.
405 
Der swytzer Ern gar bald anfing,
406 
Sie wurdent gurgeln Snyden.
 
407 
Ser grosser witzen man do pflag,
408 
Etlich guot ret do gobend.
409 
Geschach uff einen sonentag
410 
Der heiligen dry küng obend.
 
411 
Man zalte .XIIII. c. Jor
412 
Dar zuo lxx vnd süben.
413 
Sie prangten ser / gar kürtz do vor,
414 
Es ward in / ingeribben.
 
415 
Man machte do ein ordenunge,
416 
Das mag man hören gerne,
417 
Die fuoßlüt lüffent alt vnd jnnge
418 
Gar frölich in die Erne.
 
419 
Man sluog vor manchen ritter stolcz
420 
Als kuortz vor disem vechten,
421 
Sü ranten snell hin als ein bolcz
422 
Vnd stundent by / dem rechten.
 
423 
Der hertzog von burgunden lag
424 
Persönlich in sym here,
425 
Der lotrigsch fürst hat nie kei tag
426 
Gefrowet sich so sere.
 
427 
Es ging Im do noch allem wunsch,
428 
Von gott fügt sich das glücke,
429 
Sie rantent vnder die burgunsch
430 
Vnd stochent sie zuorucke.
 
431 
Herczog karle den stach man dot
432 
Vnd mit Im vier tusent,
433 
Die vordersten in grosser nott
434 
Durch fluocht gar fyntlich susent.
 
435 
Er lag al do gar one macht
436 
Im ellend wie ein ander.
437 
Also endt sich die selbe nacht
438 
Der ander allexander.
 
439 
Sechczehen heren fing man do,
440 
Die muosten pfennig switzen,
441 
Sie frowtent sich, das sie also
442 
Bym leben blibbent sitzen.
 
443 
Sie logent jn dem feld gestrowt
444 
Die doten / vil on cleyder,
445 
Der sinen keyner sich deß herfrowt,
446 
Sie ruofftent: «leyder! leyder!»
 
447 
Man fand den fürsten von burgund
448 
Dot ligen uff dem felde,
449 
Etlicher weynen do begund.
450 
Gott geb jm ewige selde!
 
451 
Sin diener kanten jn ser wol,
452 
Dar zuo sin eygen knabe.
453 
In nansse als man billich sol
454 
Brocht man den lyb zuo grabe.
 
455 
Diß ding hat als verhenget got
456 
Vnd hat für vns gestritten.
457 
Syt er vns nuon Erhöret hot
458 
Wöllen wir jn fürbaß bitten.
 
459 
Die wyl man lag vor nüß der stat,
460 
Zuo straßburg ward geordent;
461 
Gar früntlich man die priester batt,
462 
Gewillig sie do wordent,
 
463 
Das man zuor wochen einen tag
464 
Solt früg vor allen dingen
465 
In pfarren vmb den sesten slag
466 
Ein mess vmb friden singen.
 
467 
Dar noch solt man die letany
468 
Zuo end der messen lesen,
469 
Ein salue sang man ouch do by,
470 
Man fuort ein cristlich wesen.
 
471 
Man det zuo stroßburg jn der stat
472 
Vil grosser krütze genge,
473 
Mit ernst man gott vmb friden bat,
474 
Die menge macht gassen enge.
 
475 
Ethche gingent barfuß do
476 
Als uff den herten steinen,
477 
Man truog das sacrament harnoh,
478 
Vil menschen sahe man weinen.
 
479 
Diß hielt man by zwey gantze jor,
480 
Villicht .XI. wochen mynder.
481 
Gott gab den friden offembor,
482 
Dem danckent, lieben kinder.
483 
M .CCCC .LXX .VII .Jor.

Details zum Gedicht „Reimchronik über die Burgunderkriege“

Anzahl Strophen
118
Anzahl Verse
483
Anzahl Wörter
2648
Entstehungsjahr
1477
Epoche
Spätmittelalter

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Reimchronik über die Burgunderkriege“ ist Konrad Pfettisheim. Im Jahr 1400 wurde Pfettisheim in Straßburg geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1477 entstanden. Bern ist der Erscheinungsort des Textes. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her der Epoche Spätmittelalter zuordnen. Bei Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit der Zurodnung. Die Auswahl der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und muss daher nicht unbedingt richtig sein. Das Gedicht besteht aus 483 Versen mit insgesamt 118 Strophen und umfasst dabei 2648 Worte. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Reimchronik über die Burgunderkriege“ keine weiteren Gedichte vor.

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