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Titel / Referat: Frisch, Max - Andorra (Analyse - Gespräch Pater mit Andri)

Schlagwörter: Max Frisch, Analyse Hausaufgabe, Referat

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Max Frisch - Andorra (Analyse - Gespräch Pater mit Andri)

Aufgabe: Analysieren und interpretieren Sie das Verhalten des Paters in den beiden Gesprächen mit Andri (7. Bild, S. 59 ff und 9. Bild, S.79 ff)!

Der Pater tritt in beiden Bildern mit Andri in Kontakt, weil ihn der Lehrer und seine Frau darum gebeten haben, nicht aber weil er Andris Not erkennt und ihm beistehen will. Er hat die Aufgabe Andri von einer Identität zu
überzeugen, die er zu der Zeit nicht annehmen will. Im 7. Bild sucht der Pater auf Wunsch von Andris Mutter ein Gespräch mit ihm in der Sakristei. Er antwortet auf die Frage Andris, ob es stimme, dass er anders sei als die anderen, dass er ihn so mag wie er ist. Er findet es gut, dass Andri anders und intelligenter ist. Andri hingegen betont noch einmal, dass er nicht anders sein will. Als Andri von den belastenden Vorurteile spricht, fügt der Pater noch weitere hinzu und spricht auch eine Unart aller Juden an – er meint, dass Juden alles Schlechte was ihnen wiederfährt, darauf beziehen, dass sie Juden sind. Er rät Andri, das Judensein anzunehmen und legt ihm seine Hände als Geste von Einfühlungsvermögen auf die Schulter, Andri reagiert aber negativ darauf.

Im Zusammenhang mit der Diskussion über die Vorurteilsproblematik Andris ,geht der Pater vom „du“ auf „ihr“ über und verallgemeinert die Eigenschaften der Juden. Er führt nun kein individuelles Gespräch mehr, sondern geht zur Allgemeinheit der Juden über und weist dieser Andris Wesenszüge zu. Das Hände-auf-die Schultern-Legen empfindet Andri als eine Last die ihm von jedem aufgelegt wird, obwohl es der Pater unter keinem negativen Vorwand tat.

Im 9. Bild hingegen wird der Pater aufgefordert, Andri zu erklären, dass er es annehmen soll ein Andorraner zu sein, so wie er ihm vorher erklärt hat anzunehmen das er ein Jude sei. Er versucht Andri davon zu überzeugen, das er ein Andorraner ist. Andri aber hat es angenommen ein Jude zu sein und nun sollen die Andorraner ihn als diesen akzeptieren. Er tritt sehr selbstbewusst auf und verteidigt seinen Standpunkt. Am Ende bekommt Andri den Eindruck, dass alle sich wie Marionetten benehmen und nicht sie selbst sind. Der Pater erwartet von Andri eine positive Auffassung der Tatsache, dass er kein Jude ist. Er wird aber enttäuscht und Andri bringt seine Enttäuschung über das Vorgefallene mit Dominanz im Dialog zum Ausdruck. Das er sehr selbstbewusst ist, erkennt man an der häufigen Verwendung des Personalpronomens „ich“. Mit der Anmerkung, dass alle sich wie Marionetten benehmen würden, erfasst Andri die Künstlichkeit der Situation, da alle mit ihm aus Pflichtgefühl oder durch Aufforderung an ihn wenden. Sein Schicksal und das seiner Familie nimmt er vorweg, indem er prophezeit, dass alles bald zerrissen sein wird und keine Treue mehr hilft.

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