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Titel / Referat: Frisch, Max: Homo Faber (Analyse)

Schlagwörter: Max Frisch, Analyse, Interpretation, Literatur, Roman, Ich-Erzähler Hausaufgabe, Referat

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Homo Faber - Max Frisch


Die fünfziger Jahre des 20 Jahrhunderts werden in der Literaturgeschichte als Zeit des Neubeginns deutscher Literatur ausgeben und unter das Vorzeichen vermeintlich maßgeblicher Aktivitäten der "Gruppe 47" gestellt. Im Jahr 1947 gründet Hans Werner Richter die "Gruppe 47", weil seine Zeitschrift "Der Ruf" von der alliierten Zensur verboten wurde. Während der Sitzungen dieser Gruppe wurden Texte vorgelesen, die von den einzelnen Autoren stammen. Wird der Vortragende von den anderen Mitgliedern akzeptiert, so ist er in die Gruppe aufgenommen. Ihre Ziele sind moralisch. Sie will die einzelnen Personen verändern, weil sie die Eigenverantwortung im Faschismus überdenken sollen. 

Die Phase der so genannten Adenauer-Restauration ist von antikommunistischem Klima, der Wiederaufrüstung der BRD, ihrem Eintritt in die NATO und weltweiter atomarer Aufrüstung gekennzeichnet. Militärische Konflikte wie z.B. in Algerien und Korea und Aufstände in Polen und Ungarn machen deutlich, dass aus dem "Kalten Krieg" jederzeit ein heißer werden konnte. Die Literatur beschäftigt sich mit diesen Themen, engagiert sich in Aufrufen und Appellen, wendet sich gegen die Wiederbewaffnung der BRD, gegen die weltweite atomare Aufrüstung. Grosse Teile der deutschen Öffentlichkeit der "Wirtschaftswunderzeit" beschäftigen sich allerdings lieber mit dem Nachholen jahrzehntelang versäumter Konsumgenüsse; eine moderne Überflussgesellschaft entsteht. Die Nazi-Zeit und aktuelle politische Themen werden durch den "modernen Menschen" verdrängt. Er ist mit vielen Dingen und Technik umgestellt, Produkte der Zivilisation, ohne die sein Tag undenklich ist - das Auto, der Kuhlschrank, das Telefonapparat, der Fernseher, die Kamera... 

Eine solche Person ist die Hauptfigur in dem Roman von Max Frisch "Homo Faber", der im Jahr 1957ensteht, kurz nach Frischs Amerikareise im Jahr 1956. Die Liebe zum Reisen ist die Eigenschaft, die Max Frisch und Walter Faber, den Hauptcharakter von "Homo Faber" verbindet. Der Roman handelt von der schicksalhaften Reise Walter Fabers um die halbe Welt, dessen Kernpunkt die Liebesaffäre zu einer jungen Frau ist, die sich später als seine Tochter entpuppt. 

Der Roman beginnt mit dem verspäteten Abflug der Super-Konstellation aus New York. Diese Flugreise führt zur Notlandung in die Wüste von Tamaulipas, Mexiko. Der Aufenthalt dort dauert vier Tage. Für Walter Faber war das kein "grandioses Erlebnis (wie jedermann zu erwarten scheint, wenn ich davon spreche)" (S.23 Z.1). Er vergleicht die heiße Luft in der Wüste mit dem flüssigen Glas. Er erklärt alles, was passiert ist, mathematisch. "Ich glaube nicht an Fügung und Schicksal, als Techniker bin ich gewohnt mit den Formeln der Wahrscheinlichkeit zu rechnen." (S.22 Z.1/2).
Walter Faber ist "Techniker und somit gewohnt, die Dinge so zu sehen, wie sie sind" (S.24 Z.11/12). 

So hat seiner Meinung nach die Natur nichts Poetisches, Mythologisches, sie ist vielmehr sachlich und objektiv zu betrachten. Schwarze Agaven sind somit für ihn nichts Weiteres als "Pflanzen, die ein einziges Mal blühen und dann absterben" (S.24 Z.30). Er sträubt sich dagegen, in den schwarzen Agaven "verdammte Seelen" (S.24 Z.28) zu sehen, wie es andere Menschen tun. Obwohl er Techniker ist, sieht er eben auch Dinge mythologisch, jedoch negiert er diese Denkweise. Denn in dem Moment, in dem er sagt, schwarze Agaven haben nichts von "verdammten Seelen", gibt er zu, in ihnen " verdammte Seelen" zu sehen. Jedoch rechtfertigt Walter Faber sich selbst, indem er sagt, er sehe nur eine Pflanze. Als Techniker ist er gewohnt, Dinge unter Kontrolle zu haben oder zu bringen, und aus diesem Grund verabscheut er alles, was er nicht kontrollieren kann. So zum Beispiel hasst Walter Faber es, unrasiert zu sein, da er sich wie "eine wuchernde Pflanze" fühlt, bei welcher er das Wachstum nicht kontrollieren kann(S.27 Z.19-21). Er ist dem Wachstum seines Bartes hilflos "ausgeliefert", und gerade diese Hilflosigkeit ist es, die er verabscheut. Da man die gesamte Natur gar nicht bzw. nur eingeschränkt kontrollieren kann (z.B. Naturkatastrophen), hält Walter Faber nichts von der Natur, er ekelt sich regelrecht vor den Tieren, z.B. vor den Käfern, die aus seiner Dusche gekrabbelt kommen. Aber ebenso verabscheut er das "Fressverhalten" der Tiere. Der Gedanke daran, dass Tiere andere Tiere (oder Kadaver anderer Tiere) fressen, macht ihn völlig krank, denn auch vor dieser Tatsache ekelt er sich. Walter Faber hasst das Klima der feuchten Tropen, denn: "Wenn man sich den Schweiß aus dem Gesicht wischt, so ist es, als stinke man selbst nach Fisch" (S.34 Z. 2/3). Dieses Gefühl, schmutzig zu sein, und vor allem die Empfindung, einem Tier zu gleichen, sind es, was er negiert. In Walter Fabers Natur herrscht der Mensch, jedoch kann das nicht bei allen natürlichen Phänomenen der Fall sein, wie z.B. dem Schweiß, dem Bartwuchs oder dem Alterungsprozess. Seiner Meinung nach ist der Mensch: "Als Konstruktion möglich, aber das Material ist verfehlt: Fleisch ist kein Material, sondern ein Fluch" (S. 171 Z.34/35). Auch den Alterungsprozess kann er nicht kontrollieren, und somit verabscheut er auch ihn. Der Mensch nimmt für sich Anspruch, die Natur zu beherrschen, versagt aber angesichts des Alterungsprozesses. Der Mensch kann die Geburtenrate beherrschen, und aus dem Grund bejaht Walter Faber den Schwangerschaftsabbruch. Er selbst jedoch benutzt nicht das Wort "Schwangerschaftsabbruch", sondern er bevorzugt einen anderen Ausdruck, nämlich die "Schwangerschaftsunterbrechung". Dieser Ausdruck zeigt, dass man die Schwangerschaft nach der Unterbrechung wieder aufnehmen kann, was nicht der Wahrheit entspricht. Walter Faber ist der Meinung, dass "Schwangerschaftsunterbrechung" etwas Positives ist, denn "die natürliche Überproduktion wird zur Katastrophe; nicht Erhaltung der Art, sondern Vernichtung der Art" (S.105/106 Z.34/1-3). Durch den von ihm verwendeten pejorativen Ausdruck: "Drauflosgebaren wie die Tiere", wird deutlich, dass er die Sexualität negiert, weil der Mensch "nur durch Trieb dazu genötigt ist"(S.93 Z. 25/26) und er dieses Triebgefühl nicht kontrollieren kann. Er negiert nicht nur die Sexualität, sondern geht noch weiter, indem er alles Weibliche verabscheut. Dieses wird verdeutlicht durch seine Worte: "Feuer ist eine saubere Sache, Erde ist Schlamm nach einem einzigen Gewitter, Verwesung voller Keime, glitschig wie Vaseline, Tümpel im Morgenrot wie Tümpel von schmutzigem Blut, Monatsblut, Tümpel voller Molche, nichts als schwarze Köpfe mit zuckenden Schwanzchen wie ein Gewimmel von Spermatozoen, genau so - grauenhaft" (S.68 Z.25-33): Er verstärkt die Negation der Weiblichkeit, indem Walter Faber sagt: "To sais que la mort est femme, et que la terre est femme!" (S.69 Z.26/27). Man kann also sagen, dass Walter Faber alles negiert, was sich seiner Kontrolle entzieht, also das Altern, den Tod, die Naturkatastrophen, sogar die Zeit. 

Man kann eine Wandlung Fabers im Laufe des Romans feststellen, die vor allem an der sprachlichen Gestaltung sichtbar wird. Anfangs berichtet Faber in Erzahlblocken, die linear aufeinander folgen und aufgefasste Gegebenheiten wiedergeben. Faber ist ein einfacher Protokollant, der sachlich und durchaus genau seinen "Bericht“ erstattet. Er verfasst alles in einer eindimensionalen Sprache, die den Anschein geben soll, nur auf expliziten Gegebenheiten zu beruhen. Jedoch merkt man immer wieder, dass Faber eigentlich ein empfindsamer und nachdenklicher Protagonist ist, beispielsweise wenn er bestreiten will, dass in schwarzen Agaven "schwarze Seelen“ zu erkennen sind, wie es andere Menschen meinen wurden. Kaum gesteht er sich jedoch ein, dass es Schönheit in der Natur oder Schicksal geben konnte, versucht er die Gedanken durch rationale Überlegungen im Gebiet der Stochastik u.a. zu unterbinden. Es gelingt ihm nicht, einen vollständig sachlichen Bericht zu schreiben, oftmals unterbrechen Einschube seiner Gedanken den Erzählfluss. In seinen Prinzipien lasst sich eine gewisse Diskontinuität entdecken. Auf der einen Seite lehnt er gegenüber Ivy das Heiraten ab, auf der anderen wünscht er sich gegen Ende, Hanna zu heiraten. Im Laufe der Handlung gelingt es Faber immer weniger, seine Gefühle zu unterdrucken und auf seiner Rolle als Techniker zu beharren. Seine Erlebnisse in Kuba bringen ihm ein bisher völlig neues Verhältnis zur Umwelt. Er entdeckt die Schönheit in ihr und seine Scheu gegenüber den Mitmenschen verschwindet, er streichelt beispielsweise einen kleinen Jungen. Allgemein kann man sagen, dass er in Kuba, dessen Einwohner er aufgrund ihrer unbeschwerten Art sehr achtet, lernt sein Leben zu genießen. So beendet er auch sein Filmen, da er sich nun auf seine geistigen Erinnerungen stutzen kann, die er vorher bildlich mit seiner Kamera festhalten musste. Bei der Filmvorführung in Düsseldorf gesteht er sich alle Emotionen ein, die er für Sabeth hatte. Letztlich bemerkt Faber, dass sein technischer Blick auf die Welt dieser nie gerecht wurde und sie nie vollständig erfassen konnte. Zwar ändert Faber sein Leben und verändert sich letztlich dadurch auch selbst, jedoch war der Kern seiner Persönlichkeit von Anfang an vorhanden. Er war immer schon gefühlvoll. Möglicherweise ist sein Erkalten durch die plötzliche Trennung von Hanna zu erklären, die ihn sehr verletzt und dazu veranlasst hat, sich keiner Frau mehr zu offnen. Die Ereignisse fuhren zu einem Abbau dieser Schutzmauer und sein wahres Ich kommt wieder zum Vorschein. 

Der Roman hat eine Vorgeschichte und eine Hauptgeschichte. In der Vorgeschichte, die durch Einschube in die "eigentliche" Geschichte integriert ist, erhalt der Leser wichtige Informationen über Hanna und Elisabeth, wobei die Angaben über Faber selbst knapp bleiben. Chronologisch gesehen beschreibt die Vorgeschichte den Zeitraum von 1933 - 1956. Des Weiteren erfährt der Leser, dass Faber seit 1956 für die UNESCO als Maschinenbauingenieur tätig ist und seit 1946 in New York wohnt. In den Hauptgeschichte lasst Frisch den Ich-Erzähler Walter Faber rückblickend über die merkwürdige Verkettung von Ereignissen in den letzten fünf Monaten seines Lebens berichten. 

Der Autor Max Frisch verwendet einen Ich-Erzähler, der Leser erfährt alles aus der Perspektive des Ich-Erzählers Walter faber. Dadurch entsteht der Anschein der Aufrichtigkeit und Echtheit. Der Ich-Erzähler berichtet in drei Zeitebenen. Das erste ist die altere Vergangenheit des Erzählers (1933-1956), die durch stark raffende Ruckblenden vor allem in der "ersten Station" aufgerollt wird. Das zweite ist die jüngere Vergangenheit des Erzählers: Die "erste Station" verfasst Faber bereits krank im Hotelzimmer in Caracas (Erzahlzeit: 21 Juni – 8. Juli). Darin rekonstruiert er die Ereignisse vom verspäteten Abflug in New York bis zum Tod Sabeths (erzahlte Zeit: 1 April – 4 Juni).Und das dritte ist die Gegenwart des Berichtenden, wahrend er krank im Hotelzimmer in Caracas liegt (20.06 – 8.07) 

Frisch setzt sich in seinem Werk mit mehreren Themen auseinander, so zum einem mit dem Konflikt zwischen Menschen und Maschine bzw. Natur und Technik. Dabei kritisiert er den Typ des Homo faber der in den 50er Jahren als Leitbild für zweckrationales Rollenverhalten stand. Ebenfalls ein wichtiges Thema ist die Identitätsproblematik. Der Roman ist ein Bericht über die Entfremdung Walter Fabers von der Natur, von seinem eigenen Hein, Familie, Stadt, von seinen Verwandten - Mutter, Geliebte, Kind und am Ende von sich selbst; aber auch ein Bericht über das Rückkehr des Hauptfigur zu den verlorenen Werten und über seine körperliche und geistige Tod vor der Tür der Erkenntnis.

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