Verhütung - Methoden und wie sicher Verhütung funktioniert

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Verhütung ehrlich erklärt: Ein realistischer Guide für Schüler und Schülerinnen

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Executive Summary für Eilige

Verhütung ist weniger „Welche Methode ist die beste?“, sondern eher „Welche Methode passt zu unserem Alltag und wie vermeiden wir die typischen Fehler?“.

In Studien unterscheidet man deshalb zwischen perfekter Anwendung, also korrekt und konsequent, und typischer Anwendung, also dem Alltag mit Vergessen, Stress, Alkohol, Kranksein oder Situationen wie „war doch nur kurz“.

Kondome sind für viele Schülerinnen und Schüler die pragmatischste Basis, weil sie als einzige der genannten Methoden auch vor sexuell übertragbaren Infektionen schützen können. Das gilt allerdings nur, wenn sie jedes Mal benutzt werden.

Bei Pille, Ring oder Pflaster ist die perfekte Wirksamkeit sehr hoch. In der Realität sinkt sie vor allem durch Vergessen, zu späten Start, Erbrechen, Durchfall oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Langzeitmethoden, etwa Spiralen oder Implantate, sind besonders alltagstauglich, weil sie wenig mentale Aufmerksamkeit benötigen. Wenn sie korrekt eingesetzt sind, gibt es kaum Anwendungsfehler.

Notfallverhütung, also „Pille danach“ oder „Spirale danach“, ist genau das, was der Name sagt, ein Notfallplan. Je schneller sie angewendet wird, desto besser wirkt sie. Sie ersetzt jedoch keine regelmäßige Verhütung.

Was bei Verhütung wirklich zählt

Wirksamkeit ist kein fixer Wert, sie hängt von Menschen ab. Fachleute unterscheiden deshalb zwischen perfekter Anwendung, also immer korrekt und nie vergessen, und typischer Anwendung, also so, wie es im echten Leben oft passiert.

Die meisten Wirksamkeitszahlen bedeuten, wie viele Menschen innerhalb eines Jahres schwanger werden. Häufig wird das als „x von 100 pro Jahr“ angegeben. Das ist nicht dasselbe wie das Risiko bei einem einzelnen Geschlechtsverkehr.

Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen und Schutz vor Schwangerschaft sind zwei unterschiedliche Ziele. Viele Methoden sind sehr gut gegen Schwangerschaft, bieten aber keinen Schutz vor Infektionen wie Chlamydien, Gonorrhoe, Syphilis oder HIV. Kondome können zusätzlich vor solchen Infektionen schützen, wenn sie korrekt und konsequent verwendet werden.

Eine realistische Grundregel für viele Schülerinnen und Schüler lautet daher: Wenn ihr nicht sicher seid, ob ihr beide aktuell frei von sexuell übertragbaren Infektionen seid, zum Beispiel bei einer neuen Beziehung oder mehreren Kontakten, ist eine Kombination aus Kondom und einer zusätzlichen Methode oft der praktischste Kompromiss aus Sicherheit und Alltag.

Beratung, Schweigepflicht und Kosten

In Deutschland gibt es verschiedene Informationsangebote zu Verhütung und sexueller Gesundheit. Ärztinnen und Ärzte dürfen zur Empfängnisregelung beraten, und gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf solche Beratung.

Bis zum 22. Geburtstag werden verschreibungspflichtige Verhütungsmittel in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, allerdings mit einer Zuzahlung ab dem 18. Geburtstag.

Bei Minderjährigen spielt rechtlich vor allem die sogenannte Einwilligungsfähigkeit eine Rolle. Wenn eine Jugendliche oder ein Jugendlicher medizinische Entscheidungen verstehen und beurteilen kann, gilt grundsätzlich die ärztliche Schweigepflicht, auch gegenüber den Eltern.

Barrieremethoden und lokale Mittel

Kondome

Kondome bilden eine Barriere, sodass Spermien nicht in die Scheide gelangen können.

Bei perfekter Anwendung werden etwa zwei von hundert Personen innerhalb eines Jahres schwanger. Das entspricht einer Wirksamkeit von etwa 98 Prozent. Bei typischer Anwendung werden etwa dreizehn von hundert Personen innerhalb eines Jahres schwanger.

Kondome können zusätzlich vor sexuell übertragbaren Infektionen schützen, wenn sie korrekt und konsequent verwendet werden.

Häufige Gründe für Probleme sind zum Beispiel ein zu spätes Überziehen, die falsche Größe, Beschädigungen durch Hitze oder ein längeres Aufbewahren im Portemonnaie, falsches Öffnen der Verpackung, zwei Kondome übereinander oder ungeeignete Gleitmittel.

Nebenwirkungen sind selten. In einigen Fällen können Allergien oder Unverträglichkeiten gegenüber Latex auftreten. Dann können latexfreie Kondome eine Alternative sein.

Kondome sind leicht erhältlich, zum Beispiel in Drogerien, Apotheken, Supermärkten oder Automaten. Je nach Packung kosten sie ungefähr zwischen zwanzig Cent und etwa einem Euro pro Stück.

Ein praktischer Tipp für Jugendliche ist, das Anlegen eines Kondoms einmal in Ruhe zu üben und nicht erst in einer stressigen Situation zum ersten Mal auszuprobieren.

Spermizide

Spermizide sind chemische Wirkstoffe, die Spermien inaktivieren sollen. Sie werden zum Beispiel als Gel oder Zäpfchen angeboten.

Allein angewendet gelten sie als relativ unsicher und werden eher in Kombination mit Barrieremethoden diskutiert.

Bei typischer Anwendung werden etwa achtundzwanzig von hundert Personen innerhalb eines Jahres schwanger. Bei perfekter Anwendung sind es etwa achtzehn von hundert.

Spermizide bieten keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Sie können außerdem die Schleimhaut reizen und ein Brennen verursachen. Deshalb werden sie heute deutlich seltener als alleinige Methode empfohlen.

Hormonelle Methoden

Kombinierte Pille

Die kombinierte Antibabypille enthält Östrogen und Gestagen. Sie verhindert unter anderem den Eisprung und verändert den Schleim im Gebärmutterhals.

Bei perfekter Anwendung werden etwa 0,3 von hundert Personen innerhalb eines Jahres schwanger. Bei typischer Anwendung sind es etwa drei bis neun von hundert.

Die Pille schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Häufige Gründe für eine geringere Wirksamkeit sind das Vergessen der Einnahme, Fehler beim Beginn der Packung oder Erbrechen und starker Durchfall kurz nach der Einnahme.

Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Kopfschmerzen, Übelkeit, Brustspannen oder Stimmungsschwankungen.

Zusätzlich können kombinierte hormonelle Verhütungsmethoden das Risiko für Blutgerinnsel erhöhen. Besonders bei Rauchen oder starkem Übergewicht sollte deshalb eine ärztliche Beratung erfolgen.

Minipille

Die Minipille enthält nur Gestagen und kein Östrogen.

Die Wirksamkeit ist ähnlich wie bei der klassischen Pille. Bei perfekter Anwendung werden etwa 0,3 Prozent innerhalb eines Jahres schwanger, bei typischer Anwendung etwa drei bis neun Prozent.

Die Minipille schützt ebenfalls nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Häufig berichten Nutzerinnen über unregelmäßige Blutungen, besonders in den ersten Monaten.

Vaginalring

Der Vaginalring wird in die Scheide eingeführt und gibt über mehrere Wochen Hormone ab.

Die Wirksamkeit ist ähnlich wie bei der Pille. Bei perfekter Anwendung werden etwa 0,3 Prozent innerhalb eines Jahres schwanger, bei typischer Anwendung etwa drei bis neun Prozent.

Der Ring schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Hormonpflaster

Das Hormonpflaster gibt Hormone über die Haut ab.

Auch hier liegt die Wirksamkeit bei perfekter Anwendung bei etwa 0,3 Prozent Schwangerschaften pro Jahr und bei typischer Anwendung bei etwa drei bis neun Prozent.

Das Pflaster schützt ebenfalls nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Langzeitmethoden

Hormonspirale

Die Hormonspirale wird von einer Ärztin oder einem Arzt in die Gebärmutter eingesetzt und gibt über mehrere Jahre hinweg Hormone ab.

Bei perfekter Anwendung werden etwa 0,1 von hundert Personen innerhalb eines Jahres schwanger. Bei typischer Anwendung etwa 0,2 von hundert.

Sie schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Kupferspirale

Die Kupferspirale enthält keine Hormone. Stattdessen wirkt das enthaltene Kupfer auf Spermien und verhindert eine Befruchtung.

Die Wirksamkeit liegt bei etwa 0,6 bis 0,8 Prozent Schwangerschaften pro Jahr.

Auch diese Methode schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Verhütungsimplantat

Das Implantat ist ein kleines Kunststoffstäbchen, das unter die Haut des Oberarms eingesetzt wird und mehrere Jahre lang Gestagen abgibt.

Die Wirksamkeit liegt bei ungefähr 0,1 Prozent Schwangerschaften pro Jahr.

Ein Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen besteht nicht.

Notfallverhütung

Notfallverhütung ist für Situationen gedacht, in denen zum Beispiel ein Kondom gerissen ist oder Sex ohne Schutz stattgefunden hat.

Die sogenannte Pille danach kann den Eisprung verzögern oder verhindern. Je schneller sie eingenommen wird, desto besser wirkt sie.

Wichtig ist, dass sie keine bestehende Schwangerschaft beendet.

Eine weitere Möglichkeit ist die Kupferspirale als Notfallverhütung, die bis zu fünf Tage nach ungeschütztem Sex eingesetzt werden kann.

Natürliche Methoden

Natürliche Familienplanung

Bei dieser Methode werden Körperzeichen wie Basaltemperatur und Veränderungen des Zervixschleims beobachtet, um fruchtbare Tage zu bestimmen.

Bei perfekter Anwendung werden etwa 0,4 Prozent innerhalb eines Jahres schwanger. Bei typischer Anwendung sind es deutlich mehr.

Die Methode erfordert Erfahrung, Disziplin und eine regelmäßige Beobachtung des eigenen Körpers.

Coitus interruptus

Beim sogenannten Rückzieher wird der Penis vor dem Samenerguss aus der Scheide gezogen.

Bei typischer Anwendung werden etwa zweiundzwanzig von hundert Personen innerhalb eines Jahres schwanger. Bei perfekter Anwendung etwa vier von hundert.

Diese Methode schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen und erfordert sehr gutes Timing.

Dauerhafte Methoden

Sterilisation bei der Frau

Dabei werden die Eileiter operativ verschlossen. Die Methode gilt als dauerhaft.

Etwa 0,5 Prozent werden innerhalb eines Jahres trotzdem schwanger.

Vasektomie beim Mann

Bei der Vasektomie werden die Samenleiter durchtrennt.

Etwa 0,1 Prozent der Partnerinnen werden innerhalb eines Jahres schwanger.

Kurz gesagt

Die beste Verhütungsmethode ist diejenige, die ihr realistisch korrekt anwenden könnt und bei der ihr auch einen Plan habt, was ihr tut, wenn einmal etwas schiefgeht.

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