Eichendorff, Joseph von - Frühlingsnacht (Analyse Gedicht)

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Joseph von Eichendorff, Gedichtinterpretation, Interpretation, Analyse, Referat, Hausaufgabe, Eichendorff, Joseph von - Frühlingsnacht (Analyse Gedicht)
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Referat

„Frühlingsnacht“ von Joseph von Eichendorff

Frühlingsnacht
von Joseph von Eichendorff

Übern Garten durch die Lüfte
Hört ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängts schon an zu blühn.
 
Jauchzen möcht ich, möchte weinen,
Ist mirs doch, als könnts nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.
 
Und der Mond, die Sterne sagens,
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Und in Träumen rauschts der Hain,
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Und die Nachtigallen schlagens:
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Sie ist deine, sie ist dein!

(„Frühlingsnacht“ von Joseph von Eichendorff ist auch in unserer Gedichtedatenbank zu finden. Dort findest Du auch weitere Gedichte des Autoren.)

Das Gedicht „Frühlingsnacht“ von Joseph von Eichendorff aus dem Jahre 1837 besteht aus drei Strophen mit je vier Versen, die jeweils im Kreuzreim gedichtet sind. Die Verse bestehen aus abwechselnd 8 bzw. 7 Silben. Die letzten Wörter in einem Vers reimen sich jeweils. Diese Art von Reim nennt man Endreim. Es sind die Reimformen männlicher und weiblicher Reim in dem Gedicht enthalten. Zum Beispiel weiblicher Reim (zweisilbiger Reim): Lüfte → Düfte, männlicher Reim (einsilbiger Reim): ziehn → blühn in der ersten Strophe. In der zweiten Strophe trifft diese Form nicht zu: sein → herein.

Das Metrum ist der Jambus. Nach jeder unbetonten Silbe folgt eine betonte. Das letzte Wort jeweils im ersten und im dritten Vers einer Strophe sind als weibliche Reime betont. Die männlichen Reime in Vers zwei und vier der jeweiligen Strophe sind hingegen unbetont. Es gibt jedoch eine Ausnahme in der zweiten Strophe, im zweiten und vierten Vers (sein und herein). Das einzige Enjambement in dem Gedicht kommt im Vers 1/2 vor.

„Übern Garten durch die Lüfte
Hört ich Wandervögel ziehn.“

Der Titel weist den Leser bzw. Zuhörer drauf hin, dass der Frühling eine enge Verbindung mit dem Gedicht hat. Das lyrische Ich erkennt durch die Zugvögel, dass der Frühling im Anzug ist. In seinen Gedanken kann er schon die Frühlingsdüfte riechen. In der Umgebung fängt es an zu blühen. Z.B. die Krokusse, Schneeglöckchen, Osterglocken erblühen sehr früh. Das heißt, dass der Winter sich im Rückzug befindet. Und das sind Zeichen, dass bald der Frühling kommt. Das lyrische Ich beobachtet die Natur. Der zweite Vers unterscheidet sich von den anderen in der Zeit. „Hört ich Wandervögel ziehn“. Ab dieser Zeile wechselt es von der Vergangenheit (Präteritum) wieder ins Präsens und bleibt dabei in dieser Zeitform auch bis zum Ende des Gedichts.

In der zweiten Strophe möchte das lyrische Ich aus Freude weinen. Es sind Tränen der Rührung oder Freudentränen. Durch die hellen Vokale wie „i“, „ie“, „e“, „ei“ wird dem Leser die fröhliche Stimmung des lyrischen Ichs vermittelt. Da sind die Reime: weinen- scheinen, sein - herein. Der Leser bzw. Zuhörer bekommt einen ersten Blick in die Gefühle und Gedanken des lyrischen Ichs. Es kann es nicht glauben, dass der Frühling sehr bald wieder da ist. Er sieht den nahenden Herbst als ein Wunder. Denn Wunder sind Ereignisse, die über das Alltägliche und Gewöhnliche hinausgehen. Z.B. im Auftrag Gottes teilte Moses mit seinem Stab das Rote Meer, so dass das Volk Israel ohne Probleme weiterziehen konnte. Hier in diesem Gedicht sind es die vier Jahreszeiten „der Frühling“, die als Wunder zu verstehen sind. Der Wechsel durch das natürliche Gesetz, das von Gott erschaffen wurde. „Alte Wunder“ kann dafür stehen, dass vielleicht der Winter sehr lange gedauert hat oder, dass der Wechsel nicht mehr als Wunder gesehen wird. Die Menschen sehen es im Laufe der Zeit als ein normales Ereignis an. Deswegen schreibt Joseph von Eichendorff vielleicht alte Wunder. „Mit dem Mondesglanz herein“ erst in diesem Vers merken wir, dass es Nacht ist. Erst jetzt denkt man wieder an die Überschrift „Frühlingsnacht“. Man kann davon ausgehen, dass das lyrische Ich in einem Raum ist und der Mondglanz hinein scheint.

In der dritten Strophe ist die Wiederholung von „und“ am Anfang der Verse auffällig. Man erkennt, dass der Frühling bald kommt. Durch den Stand der Sterne erkennt man, dass der Winter vorbei ist. Im Winter kann man im Himmel keine Sterne sehen, weil es häufig bewölkt ist. In seinen Träumen rauscht der Wald. Zu diesem Zeitpunkt, in dem das lyrische Ich sich befindet, tragen die Bäume noch keine Blätter, sondern nur Knospen. Deswegen in seinen Träumen. Die Nachtigallen sagen es ihm „Sie ist Deine, sie ist dein“. Der Mond, die Sterne, der Wald in seinen Träumen. Die Nachtigallen sind personifiziert. Sie teilen ihm mit, dass der Frühling da ist. Hiermit lässt sich bestätigen, dass das lyrische Ich männlich ist. Er ist aus dem Winterschlaff erwacht. Die Natur ist belebter geworden. Sie wirkt lebendig und dynamisch. Durch die Wiederholung von „und“ ist diese Beweglichkeit zu spüren. Auch die Verben „sagen´s“, „schlagen´s“, „rauscht´s“ vermitteln diesen Eindruck. Das lyrische Ich (er) hat Frühlingsgefühle. Es fühlt sich zum anderen Geschlecht hingezogen.

Ich persönlich finde das Gedicht gut, weil die Sprache leicht und verständlich geschrieben ist. Der Dichter berichtet über ein Gefühl, das wir womöglich alle haben, wenn der Frühling vor der Tür steht. Nämlich Frühlingsgefühle. Der Mensch, die Tiere erwachen aus dem Winterschlaff und die Natur um uns wird lebhafter. Den Wechsel der Jahreszeiten beschreibt er als ein Wunder, dennoch kann ich nicht verstehen, warum Eichendorff alte Wunder schreibt. Was Eichendorff sich wohl dabei gedacht hat?

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