Lee, Harper - Wer die Nachtigall stört (Inhaltsangabe Deutung)

Schlagwörter:
Harper Lee, Charakteristik der Hauptpersonen, Referat, Hausaufgabe, Lee, Harper - Wer die Nachtigall stört (Inhaltsangabe Deutung)
Themengleiche Dokumente anzeigen

Referat

Harper Lee: Wer die Nachtigall stört

Gliederung / Inhalt

  1. Autor
  2. Inhaltsangabe
  3. Wichtige Personen
  4. Lesefrüchte
  5. Charakteristik der Hauptpersonen
  6. Deutung des Werkes

1. Autor

Harper Lee, geboren in Monroeville, studierte Jura an der Universität in Alabama. Sie arbeitete dann bei einer internationalen Luftverkehrsgesellschaft. Für den Roman „Wer die Nachtigall stört…“ erhielt sie 1961 den Pulitzerpreis. Harper Lee lebt in New York. Harper Lee, bürgerlich Nelle Lee, wurde am 28. April 1926 in Monroeville geboren und verstarb in Alabama am 19. Februar 2016. Sie war eine US-amerikanische Schriftstellerin und Pulitzer-Preisträgerin. Ihr bis zum Juli 2015 einziges veröffentlichtes Buch Wer die Nachtigall stört (Originaltitel: To Kill a Mockingbird) verkaufte sich über 40 Millionen Mal weltweit.

[zurück zum Inhaltsverzeichnis]

2. Inhaltsangabe

Thema des Buches ist der Rassenhass in den Südstaaten der USA in den frühen 1930er Jahren aus der Sicht eines Kindes. Die Handlung spielt in den frühen 1930er Jahren.

Wohl behütet wachsen Scout und ihr Bruder Jem bei ihrem Vater Atticus Fink in Maycomb Conty auf, der nach dem frühen Tod seiner Frau ganz für seine Kinder da ist. Jeden Sommer, in den großen Schulferien besucht sie Dill, der Neffe einer Nachbarin. Mit ihm zusammen wollen sie hinter das Geheimnis des alten Boo (Arthur) Radley kommen. Sie kennen viele Geschichten über ihn, er ist einer ihrer Nachbarn, dennoch haben sie ihn nie zu Gesicht bekommen. Atticus und seine Kinder spüren den Rassenhass im tiefen Süden der USA fast täglich, besonders als Atticus die Verteidigung des Farbigen Tom Robinson übernimmt. Tom soll die Tochter eines weißen Bauern vergewaltigt haben, beteuert jedoch seine Unschuld. Atticus ist von dessen Unschuld überzeugt, und gibt sein best Mögliches um Tom vor der Todesstrafe zu bewahren. Bereits im Vorfeld des Prozesses sehen sich Atticus und seine Kinder zahlreichen Anfeindungen der „ehrwürdigen“ Bürger ausgesetzt, die nicht verstehen können, dass man einen „Nigger“ überhaupt verteidigt. In der Schule müssen sich Scout und Jem oft anhören, wie ihr Vater von ihren Kollegen als Niggerfreund bezeichnet wird. Obwohl Scout nicht weiß, was das bedeutet, fängt sie eine Prügelei an. Ihrem Vater erklärt sie später, die Art wie es gesagt wurde alleine hat sie so wütend gemacht. Atticus macht ihr klar, dass man sich nicht derart reizen lassen darf und dass man weiters immer versuchen muss die anderen Leute zu verstehen, indem man eine Zeit lang in ihrer Haut herumgeht. Von diesem Zeitpunkt an lernt Scout allmählich ihre Aggressionen zu zügeln.

Bei der Gerichtsverhandlung sind Scout, Jem und Dill anwesend. Jeder der drei erlebt sie ein wenig anders, aber sie alle fiebern dem Urteil entgegen und niemand kann sich vorstellen, dass Tom Robinson schuldig gesprochen wird. Dill wird während der Verhandlung schlecht, weil er das Kreuzverhör des Anklägeranwalts als sehr unfair empfindet. Als das Urteil „schuldig“ lautet, versteht Jem die Welt dann nicht mehr. Eine befreundete Nachbarin erklärt den Kindern, dass die Geschworenen normalerweise nie so lange beraten, und dass diese Tatsache allein schon ein kleiner Schritt in Richtung einer besseren Welt ist. So empfindet das wohl auch der Ankläger Bob Ewell, denn er droht Atticus und spuckt ihm ins Gesicht. Scout und Jem sind nach diesem Vorfall sehr in Sorge um ihren Vater, der jedoch beruhigt sie und meint, Mr Ewell wird nicht den Mut finden etwas zu unternehmenn. Doch zu Halloween werden die Kinder von ihm in der Dunkelheit überfallen und Jem bricht sich den Ellenbogen. Als Arthur Radley ihnen das Leben retten, lernen die Kinder, dass nicht immer alles so ist wie es scheint.

[zurück zum Inhaltsverzeichnis]

3. Wichtige Personen

Kommissär Bärlach:
Der Kommissär ist ein alter Mann, der an einer schweren Krankheit lei-det. Er hat mit Gastmann eine Wette in der Türkei abgeschlossen. Sie lau-tet, dass Bärlach Gastmann seine Verbrechen und Morde, die er danach begehen wird nachweisen muss. Er macht sich dies zu seiner Lebensauf-gabe. Jetzt, wo sein Leben zu Ende geht, und er Gastmann noch keinen Mord nachweisen kann, benutzt er Tschanz, der der eigentliche Mörder von Schmied ist, mittels eines gut durchdachten Plans dazu, dass dieser seinen Feind tötet. Somit gewinnt Bärlach die Wette, aber seine gesamte Lebensenergie, die ihn vorangetrieben hat Gastmann zu erwischen und seine Krankheit nicht Herr werden lässt, erlischt und Bärlach kann sich mit Mühe und Not noch operieren lassen, um noch ein Jahr zu leben.

Gastmann:
Gastmann hätte die Wette zwischen ihm und Bärlach eigentlich gewon-nen, wenn der Kommissär nicht den Einfall gehabt hätte, ihn für ein Ver-brechen zu richten, das er gar nicht begangen hat. Er hat sich seine Opfer immer gründlichst ausgesucht, so hat ihm der Kommissär nie etwas nachweisen können. Vielleicht hätten die beiden auch gute Freunde wer-den können, wenn es diese Wette nicht gegeben hätte.

Tschanz:
Tschanz beneidet Schmied um seine Arbeit, seine Freundin und sein An-sehen. Also ermordet er Schmied. Er will Gastmann für den Mord ver-antwortlich machen, was aber nicht so leicht ist und schließlich benutzt Bärlach ihn, seine offene Rechnung mit Gastmann zu begleichen. Tschanz erhält somit eine Beförderung, also das, was er sich gewünscht hat. Doch Bärlach entlarvt ihn, lässt ihn aber verschont, weil er ja schon Gastmann „gerichtet“ hat. Tschanz kommt aber auf seiner Flucht bei ei-nem Zugunglück ums Leben.

[zurück zum Inhaltsverzeichnis]

4. Lesefrüchte

Seite 67:
„…Ein Verbrechen zu begehen nanntest du eine Dummheit, weil es unmöglich sei, mit Men-schen wie mit Schachfiguren zu operieren. Ich dagegen stellte die These auf, mehr, um zu wi-dersprechen, als überzeugt, dass gerade die Verworrenheit der menschlichen Beziehung es mög-lich mache Verbrechen zu begehen, die nicht erkannt werden könnten, dass aus diesem Grunde die überaus größte Anzahl der Verbrechen nicht nur ungeahndet, sondern auch ungeahnt seien, als nur im Verborgenen geschehen.“


Seite 70:
„… Welch ein abenteuerlicher Spaß! Deine Sehnsucht war, mein Leben zu zerstören, und meine war es, mein Leben dir zum Trotz zu behaupten. Wahrlich, eine Nacht kettete uns für ewig zu-sammen!“

Seite 94:
Er dachte an nichts mehr, nicht mehr an Gastmann, nicht mehr an Lutz, auch nicht mehr an sei-ne Krankheit, die an seinem Leibe fraß, Stunde um Stunde, im Begriff, das Leben zu zerstören, das er nun verteidigte, voll Gier zu leben und nur zu leben.

Seite 100:
„… Ich habe dich gerichtet, Gastmann, ich habe dich zum Tode verurteilt. Du wirst den heuti-gen Tag nicht mehr überleben. Der Henker, den ich ausersehen habe wird heute zu dir kommen. Er wird dich töten, denn das muss nun eben einmal in Gottes Namen getan werden.“

Seite 116:
„... Da habe ich dich genommen, dich, den Mörder, und habe dich in meine furchtbarste Waffe verwandelt, denn dich trieb die Verzweiflung, der Mörder musste einen anderen Mörder fin-den. Ich machte mein Ziel zu deinem Ziel.“

[zurück zum Inhaltsverzeichnis]

5. Charakteristik der Hauptpersonen:

Jean Louise „Scout“ Fink und Jeremy „Jem“ Atticus Fink

Sind die Kinder von Atticus Fink. Ihre Mutter starb als Scout (die um vier Jahre jüngere) zwei Jahre alt war. Ihr Vater versucht sie zu moralischen, toleranten Menschen, frei von jedem Rassenhass zu erziehen. Sie wachsen behütet in einer Kleinstadt in Alabama auf.
Jem orientiert sich sehr an seinem Vater und hat ein ruhiges, gelassenes Wesen. Er ist sehr stolz und lässt kaum eine Gelegenheit aus, seinen Mut zu zeigen. So oft er kann, möchte er sich als Gentleman beweisen.
Scout ist ein aufbrausendes Mädchen, dass sich leicht reizen lässt und sich auch nicht scheut handgreiflich zu werden. Vor allem wenn jemand ihren Vater beleidigt, kennt sie keine Zurückhaltung mehr. Sie lernt jedoch im Laufe der Zeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und ihr Temperament zu zügeln.

Atticus Fink

Er ist Rechtsanwalt und teilt den Rassenhass der Südstaatler nicht. Er versucht sich in die Menschen einzufühlen um sie besser zu verstehen. Er hat ein ruhiges Wesen und handelt stets überlegt. Um seine Kinder ist er sehr bemüht, sie sind sein Ein und Alles.

Charles Baker Harris „Dill“

Er besucht Jem und Scout jeden Sommer in den großen Schulferien. Sie spielen gemeinsam und machen jede Menge Unfug. Dill ist ein gewitzter Junge, sehr kreativ und er wird nie müde sich fantastische Geschichten auszudenken. Auch er teilt den allgemeinen Rassenhass nicht.

Calpurnia

Sie ist die farbige Köchin und Haushälterin bei Finks. Eingestellt wurde sie nach dem Tod von Aticcus’ Frau. Sie kümmert sich um die Kinder, wenn ihr Vater arbeitet und erzieht sie auch. Sie kann lesen und schreiben und wird von den Kindern und ihrem Vater hochgeschätzt.

[zurück zum Inhaltsverzeichnis]

6. Deutung des Werkes

Kommissär Bärlachs Liebe zur Wahrheit und Gerechtigkeit bestimmt sein Leben so sehr, dass er letztlich beinahe das Leben selbst diesen Werten unterordnet. Das feindschaftliche Verhältnis zu seinem ehemaligen Freund Gastmann ist der Motor seines, von der schweren Krankheit überschatteten Daseins. Gerechtigkeit will er und Bestrafung für Gastmanns Verbrechen. Ge-rechtigkeit aber nicht nur vor der Justizbehörde, sondern vor der Gesellschaft und für sich sel-ber. Er verfolgt sein Ziel, Gastmann zu richten mit einer Hartnäckigkeit, die schon beinahe an Absurdität grenzt. Um seinen Kontrahenten für all die Machenschaften zu bestrafen, die gegen die Regeln der Justiz und der Menschlichkeit verstoßen haben, ist Bärlach jede Vorgangsweise recht. Bevor er sich der Durchtriebenheit Gastmanns geschlagen gibt, greift er noch zu Mitteln, die nur noch seiner eigenen Auffassung von Recht und Moral entsprechen.

[zurück zum Inhaltsverzeichnis]

Zurück