Schlagwörter: Kurt Masur, Rolle während der Wende, DDR, Stasi, Referat, Hausaufgabe, Masur, Kurt - ein deutscher Dirigent Themengleiche Dokumente anzeigen
1948 - 51 Kapellmeister am Landestheater in Halle/Saale
1951 - 53 Erster Kapellmeister an den Städtischen Bühnen Erfurt
1953 - 55 Dirigent am Städtischen Theater Leipzig
1955 Dirigent der Dresdner Philharmonie
1958 - 60 Musikalischer Oberleiter am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin
1960 - 64 Musikalischer Oberleiter an der Komischen Oper Berlin
1967 - 72 Chefdirigent der Dresdner Philharmoniker
1970 - 97 Gewandhauskapellmeister in Leipzig
1972 zweite Ehefrau starb bei Autounfall
1975 Professor an der Leipziger Hochschule für Musik
1982 Nationalpreis der DDR
1984 Ehrendoktortitel der Universität Leipzig
9. Oktober 1989 Tag der Leipziger Montagsdemonstrationen
27. Dezember 1989 Ehrenbürger der Stadt Leipzig
1991 gründete Internationale Mendelssohn-Stiftung
1991 - 2002 Chefdirigent des New York Philharmonic Orchestra
1994 Vorstandsmitglied der Deutschen Nationalstiftung
1995 Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
1997 New York City Cultural Ambassador
2000 - 07 Musikdirektor des London Philharmonic Orchestra
2002 - 08 musikalische Leitung des Orchestre National de France in Paris
26. Januar 1990 einer der Gründer der Kulturstiftung Leipzig
2007 Leipziger Mendelssohn-Preis für:
sein Lebenswerk
Leistung zum Bau des Gewandhauses in Leipzig
Engagement bei den Montagsdemonstrationen 1989
2009 Vater von drei Söhnen und zwei Töchtern in dritter Ehe mit der japanischen Sopranistin Tomoko Sakurai
Rolle in der Wende
Nach einem blutigem Ende der Proteste der chinesischen Demokratiebewegung gab es erste Montagsdemonstration mit Massenbeteiligung nach den Friedensgebeten in der Leipziger Nikolaikirche.
Dass diese Demonstration nicht gewaltsam von der Stasi zerschlagen wurde und die Sicherheitskräfte lediglich den Befehl zur Eigensicherung im Falle gewaltsamer Angriffe erhalten hatten, dafür sind sechs bekannte Leipziger verantwortlich: Kapellmeister Prof. Kurt Masur, Theologe Dr. Peter Zimmermann, Kabarettist Bernd-Lutz Lange und die Sekretäre der SED-Bezirksleitung Dr. Kurt Meyer, Jochen Pommert und Dr. Roland Wötzel.
Da sie ahnten, dass etwas passieren würde, verfassten sie noch vor Beginn der Demonstration einen Aufruf, den sie über den Stadtfunk in der Leipziger Innenstadt verbreiteten: „Unsere gemeinsame Sorge und Verantwortung haben uns heute zusammengeführt. Wir sind von der Entwicklung in unserer Stadt betroffen und suchen nach einer Lösung. Wir alle brauchen einen freien Meinungsaustausch über die Weiterführung des Sozialismus in unserem Land. Deshalb versprechen die Genannten heute allen Bürgern, ihre ganze Kraft und Autorität dafür einzusetzen, dass dieser Dialog nicht nur im Bezirk Leipzig, sondern auch mit unserer Regierung geführt wird. Wir bitten Sie dringend um Besonnenheit, damit der friedliche Dialog möglich wird.“
Das Vorgehen war nicht mit der Parteiführung abgestimmt. Nachdem der ca. 70.000 Mann starke Demonstrationszug nicht durch die Sicherheitskräfte gestört wurde, nahmen andere Bürger dies als Vorbild. So kam es in den nächsten Wochen zu Montagsdemonstration in der ganzen DDR. Die Menschen gingen auf die Straße, um gegen den Führungsanspruch der SED und für mehr Reise- und Meinungsfreiheit zu demonstrieren.