Erörterung zum Thema
Todesstrafe
Die Todesstrafe gebührt dem Mörder, dem Dieb wird
die Hand abgeschlagen und dem Lauscher wird das Ohr abgeschnitten, so wurden im
Mittelalter Verbrechen gesühnt. Keiner dieser Täter wird jemals wieder
eine solche Straftat begehen können, selbst wenn er es wollte. All diese
Strafen findet man in unserer zivilisierten Welt kaum noch an. Außer der
Todesstrafe, die noch heute in den meisten Staaten der USA und Ländern, die
dem Islam angehören, Gang und Gebe ist. Immerhin sind es fast 50 Menschen,
die jährlich in den USA hingerichtet werden. Aber es stellt sich die Frage,
ob die Todesstrafe eine gerechte Strafe sein
kann?
Diese Frage kann sowohl subjektiv als auch
objektiv beantwortet werden. Subjektiv gesehen, erscheint die Todesstrafe
für den Menschen der durch Mord einen Angehörigen verloren hat, immer
als eine gerechte Strafe. Aber objektiv gesehen ist es schwer diese Frage
richtig zu beantworten, darum stelle ich mir erst einmal die Frage, warum
müssen wir überhaupt strafen? - Ich denke Strafen heißt nicht
einem Menschen weh zu tun, sondern vielmehr ihn wieder auf den richtigen Weg in
unserer Gesellschaft zu bringen. Ein Dieb muß nach unserem Rechtsempfinden
die gestohlenen Dinge wieder zurückgeben und im schlimmsten Falle mit einer
Geld- oder Gefängnisstrafe rechnen, damit wollen wir den Menschen
erfolgreich erziehen, ihm soll verdeutlicht werden, daß er einen Fehler
begangen hat und es keinesfalls zu spät ist, sich zu ändern.
Würden wir ihn selbst bestehlen, damit er nicht mehr stiehlt würde
sich daraus ein Kreislauf ohne Ende ergeben und die Erziehungsmaßnahme
wäre gleich null. Bei einem Mord sind diese Fragen weitaus schwieriger zu
beantworten aber dennoch vergleichbar. Der Mensch soll für seine Tat
wirksam bestraft werden und die Gesellschaft möchte sichergehen, daß
er eine solche Tat nie wieder begeht. Natürlich wird ein Mörder den
die Gesellschaft hinrichtet nie wieder jemanden töten. Aber ich glaube
damit machen wir es uns etwas zu einfach, bei einem Mörder stellt sich wie
bei anderen Straftätern die Frage, warum hat er eine solche Tat begangen? -
Es gilt weitere Fragen zu beantworten wie, in welchem sozialen Umfeld ist er
groß geworden, wie und wo lebt er und bzw. oder ist er psychisch krank?
Ich glaube ein psychisch gesunder Mensch begeht einfach keinen Mord. Ein
Mörder sollte nicht nur wie ein Täter sondern auch wie ein kranker
Mensch behandelt werden. Es ist selbstverständlich, daß wir die
Umwelt vor diesen Menschen schützen müssen aber auch die Täter
vor der Umwelt.
Es liegt auf der Hand, daß ein
Mensch der durch Mord einen Angehörigen verloren hat sich mit diesem Urteil
nicht abfinden wird. Es ist nur zu verständlich, daß dieser Mensch in
seiner Verzweiflung dem Mörder seines Angehörigen den Tod
wünscht.
In dem Film „Dead Man
Walking“ soll eine Nonne einen Mörder auf den schlimmsten Weg seines
Lebens begleiten. Der Regisseur stellt die Gefühle beider Fronten dar. Auf
der einen Seite zeigt er die Verzweiflung und den blinden Haß der
Angehörigen und auf der anderen Seite den Mörder, dessen Gefühle
sich erst allmählich zeigen. Zum einen ist er ein kaltblütiger
Mörder, zum anderen kann er seine Tat auch bereuen. Wie auch der Film
zeigt, gibt es in einem Mörder nicht nur eine Seite. Wenn auch die
schlechten Seiten überwiegen mögen, gibt es immer auch positive
Eigenschaften. Der Tod des Mörders macht den Ermordeten nicht wieder
lebendig. Es hilft keinem und lindert auch nicht den Schmerz der Trauernden. Es
gilt die positiven Eigenschaften des Täters herauszufinden und diese
für den Menschen selbst und der Allgemeinheit, wenn auch im Gefängnis,
zu nutzen. Durch seinen Arbeitseinsatz hat der Verbrecher die Möglichkeit
einen geringen Teil seiner Schuld wieder gut zu machen, wenn auch materielle
Dinge und das Leben eines Menschen im Wert unendlich auseinander liegen. Da auch
Statistiken in Amerika erwiesen haben, daß die Todesstrafe keine Senkung
der Kriminalität bewirkt, kann man die Hinrichtung nicht als sinnvoll
betrachten. Nach dem deutschen Grundgesetz Artikel 1 „jeder Mensch hat das
Recht auf Leben“ würde eine solche Strafe gegen das Gesetz
verstoßen. Wenn schon ein Mörder dieses Gesetz verletzt hat, gibt es
uns noch lange nicht das Recht, es ebenfalls zu
ignorieren.
Ich betrachte die Todesstrafe als vom Staat
angeordneten Mord. Kein Mensch hat das Recht über das Leben anderer
Menschen zu entscheiden. Bei der Todesstrafe ist die Wartezeit bis zum Tag X die
schlimmste Strafe, danach ist es nur noch die Erlösung. Mit Sicherheit wird
man andere Möglichkeiten finden schrecklicher Verbrechen gerecht zu
werden.
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