Grillparzer, Franz

Geboren
* 15.01.1791
in Wien
Gestorben
21.01.1872
in Wien
Kurzinfo
Österreichischer Dramatiker
Pseudonyme
Grillparzer, Franciszek
Grillparzer, Franz Seraphim
Grillparzer
Grilparcer, Franc
Berufe
Schriftsteller, Dramatiker, Lyriker, Finanzbeamter, Archivdirektor & Hofrat
Wirkungsort
Literaturepoche
Biedermeier
Realismus

Franz Grillparzer - Biografie

Franz GrillparzerGeboren wurde Franz Grillparzer am 15.01.1791 in Wien. Im hohen Alter von 81 Jahren verstarb Grillparzer am 21.01.1872 in Wien. Franz Grillparzer war ein Österreichischer Dramatiker. Für die Epochen Biedermeier und Realismus war Grillparzer ein typischer Vertreter. Zeitlich lassen sich die genannten Epochen folgendermaßen einordnen: Biedermeier (1815 bis 1848), Realismus (1848 bis 1890). In der Gedichtedatenbank von abi-pur.de sind zum Autor Franz Grillparzer sehr viele Gedichte veröffentlicht. Du findest derzeit in unserer Datenbank 299 Gedichte. „A lamour“, „Ablehnung“ und „Abschied“ sind bekannte Gedichte des Dichters.

Franz Seraphicus Grillparzer (15. Januar 1791 - 21. Januar 1872) war ein österreichischer Schriftsteller, der als Dramatiker Bekanntheit erlangte. Er schrieb auch die Rede für die Beerdigung von Ludwig van Beethovens. In seiner konservativen Grundhaltung, seinem Festhalten an Traditionen und seinen melancholischen Darstellungen lässt sich Grillparzers künstlerisches Gesamtwerk klar dem Biedermeier zuordnen. In seiner dramatischen Dichtung finden sich aber auch Elemente der antiken Literatur, der spanischen Barocktragödie, des Wiener Volkstheaters sowie der Weimarer Klassik.

Grillparzer wurde als Sohn von Anna Franziska Sonnleithner (* 1767; † 1819) und des Rechtsanwalts Wenzel E. J. Grillparzer (* 1760; † 1809) geboren. Er kam als ältester von vier Söhnen zur Welt und wuchs mit seinen hoch verschuldeten Eltern und Geschwistern in Wien in einem feudalen Haus am Bauernmarkt auf. 1807 nahm Grillparzer in Wien das Studium der Rechte auf. Nach dem Studienabschluß 1811 war er zunächst Privatlehrer, dann Beamter. Nach einer (unbesoldeten) Konzipistenstelle in der Hofbibliothek wurde er 1813 bei der Hofkammer als Konzeptspraktikant angestellt. Im Jahr 1816 veröffentlichte er sein erstes und einziges Schicksalsdrama „Die Ahnfrau“. Dabei wurde er durch den Schriftsteller und Direktor des Wiener Burgtheaters Joseph Schreyvogel unterstützt. Das Stück wurde ein großer Erfolg und an vielen Bühnen aufgeführt. Grillparzer wurde zu einem geachteten und häufig gespielten Dramatiker. Obwohl die meisten seiner Dramen vom Publikum freundlich aufgenommen wurden, wurde er vor allem von „jungdeutschen“ Autoren kritisiert.Im Frühjahr 1819 begann Grillparzer eine enttäuschende Reise nach Italien über Venedig, Florenz nach Rom und Neapel. Durch die verspätete Rückkehr, Anfang August 1819, geriet er in eine Reihe von Schwierigkeiten mit seinen Amtsbehörden, die durch den Tod seines Gönners, des Finanzministers Graf Stadion, noch mißlicher wurden.

Im Jahr 1821 wurde er ins Finanzministerium versetzt. Grillparzer galt als eigenbrötlerisch. Er litt darunter, einerseits als kaiserlicher Beamter zur politisch-gesellschaftlichen Loyalität verpflichtet, andererseits verschiedensten Einflüssen von geistigen und kulturellen Strömungen seiner Zeit ausgesetzt zu sein. Als die Kritiken an ihm zunahmen und sich auf der Bühne auch einige Misserfolge einstellten, begann er an sich und seiner Dichtkunst zu zweifeln. Mit 30 Jahren im Jahr 1821 lernte er die Wiener Fabrikantentochter Katharina Fröhlich kennen und verlobte sich mit ihr. Ein Eheleben soll er sich jedoch nicht zugetraut haben. Er mietete sich bei Katharina und deren Schwester ein und lebte bis zu seinem Tod mit den beiden Damen in Gemeinschaft. Katharina Fröhlich (* 10. Juni 1800 in Wien; † 3. März 1879 ebenda) wird heute rückblickend auch die „ewige Braut“ des österreichischen Schriftstellers und Dramatikers Franz Grillparzer genannt. Grillparzer, der sein Eheversprechen an Katharina Fröhlich nie einlöste, hinterließ ihr aber seinen gesamten Besitz. Grillparzer hat ihr aber auch so in einigen seiner Werke ein bleibendes Denkmal gesetzt

1832 wurde er Direktor des Hofkammerarchivs und bekleidete diese Stelle bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1856.

Mit zunehmendem Alter wurde Grillparzers Bedeutung anerkannt. Er erfuhr eine Reihe von Auszeichnungen. 1847 wurde er so Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. 1859 erhielt er den Ehrendoktor der Universität Leipzig. 1861 wurde er auf Lebenszeit Mitglied des österreichischen Herrenhauses und 1864 wurde er zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt Wien ernannt.

Wichtige Lebensdaten:

  • 1797: Josefstädter Hauptschule
  • 1801: Besuch des Anna-Gymnasiums
  • 1804: Philosophisches Propädeutikum an der Universität Wien; Beginn der Tagebuchaufzeichnungen (bis 1871)
  • 1807 - 1811: Studium der Staats- und Rechtswissenschaft an der Universität Wien
  • 1808: Erste literarische Arbeiten
  • 1809: Tod des Vaters. Finanzielle Notlage der Familie
  • 1810: Stelle als Hauslehrer
  • 1812: Hauslehrer beim Grafen von Seilern-Aspang
  • 1813 - 1815: Unbesoldeter Praktikant an der Hofbibliothek, bei der Zollverwaltung und bei der Hofkammer
  • 1815: niederer Beamter bei der Finanzverwaltung
  • 1816: Beginn der Freundschaft mit seinem Förderer Joseph Schreyvogel, dem späteren Direktor des Burgtheaters
  • 1817: Selbstmord des jüngsten Bruders Adolf
  • 1818: Ernennung zum Hoftheaterdichter auf 5 Jahre
  • 1819: am 23.01.1819 erhängt sich die Mutter
    • Liebesverhältnis mit Charlotte von Paumgartten, geb. Jetzer, der Frau seines Vetters und Freundes.
    • Italienreise als Begleiter eines Kammerherrn auf halbe Kosten (Venedig, Florenz, Rom, Neapel)
    • Grillparzer wird bei Beförderung übergangen
  • 1820: Campo-vaccino-Affäre:
    • Schwierigkeiten mit der Zensurbehörde (G. hatte in der Elegie Campo vaccino die "riesige Vergangenheit" der heidnischen Antike mit der "neuen, flachen Zeit" konfrontiert: fortan steht er bei Hof unter Radikalismus-Verdacht und gilt als Gegner des Metternich-Systems)
  • 1821: Verlobung mit Katharina Fröhlich (1800-1879), der "ewigen Braut"; für beide eine qualvolle Beziehung
  • 1823: Konzipist der allgemeinen Hofkammer; Zusammentreffen mit Beethoven
  • 1825: Glühende Liebe zur siebzehnjährigen Marie Smolk von Smollenitz (ab 1827 verheiratete Daffinger)
  • 1826: Reise durch Deutschland: Prag, Dresden, Berlin, Weimar, München; Trifft mit Tieck, Fouqué, Chamisso und Goethe zusammen
  • 1827: Tod von Charlotte von Paumgartten
  • 1832: Ernennung zum Direktor des Hofkammerarchivs: Zeit für literarische Tätigkeit. Beschäftigung mit Hegel, älterer deutscher, romanischer und klassischer Literatur
  • 1834: Vergebliche Bewerbung um die Leitung der Universitätsbibliothek; Liebesbegegnung mit Heloise Höchner
  • 1836: Reise nach Frankreich (in Paris Begegnung mit Heine und Börne) und England; Rückreise über Stuttgart (Uhland, Schwab)
  • 1838: Völliger Rückzug aus dem literarischen Leben nach dem Misserfolg von „Weh dem, der lügt!“
  • 1843: Reise nach Preßburg, Budapest, Belgrad, Konstantinopel, Athen
  • 1846: Bekanntschaft mit Eichendorff während seines Aufenthalts in Wien
  • 1847: Reise nach Deutschland (Hamburg, Berlin); Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften
  • 1849: Zimmer in der Wohnung Katharina Fröhlichs, die sie zusammen mit ihren drei Schwestern bewohnt (Spiegelgasse 21); der fast taube, augenleidende G. wird liebevoll umsorgt
  • 1856: Pensionierung; Titel eines Hofrats
  • 1864: Stadt Wien ernennt Grillparzer zum Ehrenbürger
  • 1866: Testament: Katharina Fröhlich als Alleinerbin und Nachlassverwalterin
  • 1872: Am 21. Januar 1872 verstirbt Grillparzer in Wien.
    • Kurz nach seinem Tod erscheinen die »Gedichte« sowie das Trauerspiel »Libussa« (Uraufführung 1874 am Burgtheater)
    • Die Ausgabe der »Sämmtlichen Werke« (16 Bände, 1872–88) wird veröffentlicht.

Grillparzer traf im Laufe seines Lebens mehrfach mit Ludwig van Beethoven zusammen. Im Jahr 1823 verfasste er für ihn das Opernlibretto Melusine, das der Komponist jedoch nicht vertonte. Seine Erinnerungen an Beethoven gehören zu den wichtigen Quellen der Beethoven-Biografie. Im März 1827 verfasste er auch die Trauerrede für Beethoven.

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