Das Mädchen aus der Fremde von Friedrich Schiller

In einem Thal bey armen Hirten
Erschien mit jedem jungen Jahr,
Sobald die ersten Lerchen schwirrten,
Ein Mädchen, schön und wunderbar.
 
Sie war nicht in dem Thal gebohren,
Man wußte nicht, woher sie kam,
Und schnell war ihre Spur verloren,
Sobald das Mädchen Abschied nahm.
 
Beseligend war ihre Nähe
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Und alle Herzen wurden weit,
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Doch eine Würde, eine Höhe
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Entfernte die Vertraulichkeit.
 
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Sie brachte Blumen mit und Früchte,
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Gereift auf einer andern Flur,
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In einem andern Sonnenlichte,
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In einer glücklichern Natur.
 
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Und theilte jedem eine Gabe,
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Dem Früchte, jenem Blumen aus,
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Der Jüngling und der Greis am Stabe,
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Ein jeder gieng beschenkt nach Haus.
 
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Willkommen waren alle Gäste,
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Doch nahte sich ein liebend Paar,
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Dem reichte sie der Gaben beste,
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Der Blumen allerschönste dar.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.8 KB)

Details zum Gedicht „Das Mädchen aus der Fremde“

Anzahl Strophen
6
Anzahl Verse
24
Anzahl Wörter
124
Entstehungsjahr
1797
Epoche
Sturm & Drang,
Klassik

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Das Mädchen aus der Fremde“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Friedrich Schiller. Der Autor Friedrich Schiller wurde 1759 in Marbach am Neckar, Württemberg geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1797. Der Erscheinungsort ist Tübingen. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text den Epochen Sturm & Drang oder Klassik zugeordnet werden. Schiller ist ein typischer Vertreter der genannten Epochen.

Der Sturm und Drang (häufig auch Geniezeit oder Genieperiode genannt) ist eine literarische Epoche, welche zwischen 1765 und 1790 existierte und an die Empfindsamkeit anknüpfte. Später ging sie in die Klassik über. Der Literaturepoche des Sturm und Drang geht die Epoche der Aufklärung voran. Die Ideale und Ziele der Aufklärung wurden verworfen und es begann ein Auflehnen gegen die Prinzipien der Aufklärung und das gesellschaftliche System. Bei den Vertretern der Epoche des Sturm und Drang handelte es sich vorwiegend um Schriftsteller jüngeren Alters. Die Schriftsteller versuchten in den Gedichten eine geeignete Sprache zu finden, um die subjektiven Empfindungen des lyrischen Ichs zum Ausdruck zu bringen. Es wurde eine eigene Jugendsprache und Jugendkultur mit kraftvollen Ausdrücken, Ausrufen, Halbsätzen und Wiederholungen geschaffen. Die alten Werke vorangegangener Epochen wurden geschätzt und dienten als Inspiration. Die Epoche des Sturm und Drang endete mit der Hinwendung Schillers und Goethes zur Weimarer Klassik.

Das vorliegende Gedicht umfasst 124 Wörter. Es baut sich aus 6 Strophen auf und besteht aus 24 Versen. Der Dichter Friedrich Schiller ist auch der Autor für Gedichte wie „An den Frühling“, „An die Gesetzgeber“ und „An die Parzen“. Zum Autor des Gedichtes „Das Mädchen aus der Fremde“ haben wir auf abi-pur.de weitere 220 Gedichte veröffentlicht.

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