Das Lied des Trinkers von Rainer Maria Rilke
1 |
Es war nicht in mir. Es ging aus und ein. |
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Da wollt ich es halten. Da hielt es der Wein. |
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(Ich weiß nicht mehr was es war.) |
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Dann hielt er mir jenes und hielt mir dies |
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bis ich mich ganz auf ihn verließ. |
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Ich Narr. |
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Jetzt bin ich in seinem Spiel und er streut |
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mich verächtlich herum und verliert mich noch heut |
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an dieses Vieh an den Tod. |
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Wenn der mich, schmutzige Karte, gewinnt, |
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so kratzt er mit mir seinen grauen Grind |
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und wirft mich fort in den Koth. |
Details zum Gedicht „Das Lied des Trinkers“
Rainer Maria Rilke
2
12
89
1906
Moderne
Gedicht-Analyse
Das vorliegende Gedicht „Das Lied des Trinkers“ stammt vom Dichter Rainer Maria Rilke, der von 1875 bis 1926 lebte und damit dem späten 19. bzw. zeitigen 20. Jahrhundert zuzuordnen ist.
Die erste Begegnung mit dem Gedicht erweckt einen Eindruck der Traurigkeit und Resignation, verknüpft mit starken Bildern und Ausdrücken, die eine Ahnung von Rilkes komplizierter Beziehung zum Alkoholkonsum vermitteln.
Das lyrische Ich beschreibt seine Erfahrungen und Gefühle im Zusammenhang mit dem Trinken. In der ersten Strophe spricht es davon, dass es versucht hat, ein dem Anschein nach flüchtiges Gefühl oder eine flüchtige Wahrnehmung durch den Konsum von Alkohol festzuhalten (Vers 1-2). Es gesteht jedoch, dass es sich nicht mehr daran erinnert, was dieses Gefühl oder diese Wahrnehmung war (Vers 3). Später vertraute es sich gänzlich dem Alkohol an, den es als Narr bezeichnet (Vers 4-6).
In der zweiten Strophe vertieft das lyrische Ich die Darstellung seiner Erfahrungen mit dem Alkohol. Es sieht sich als Spielzeug des Alkohols, als schmutzige Karte in einem Spiel, die der Alkohol achtlos herumstreut und an den Tod verliert (Vers 7-9). Der Tod, personifiziert als ein Vieh mit grauem Grind, wird schließlich das Ich wegwerfen und in den Dreck legen (Vers 10-12).
Formal besteht das Gedicht aus zwei Strophen mit jeweils sechs Versen. Die Sprache ist deutlich und bildhaft, mit starken Kontrasten und Metaphern. Der Alkohol wird sowohl als Retter als auch als Zerstörer dargestellt, das lyrische Ich sowohl als passives Opfer als auch als aktiver Teilnehmer.
Die melancholische und dunkle Sprache, gepaart mit den dramatischen Bildern, spiegelt die tiefe Beklommenheit und Verzweiflung wider, die häufig mit Alkoholmissbrauch verbunden sind. Es scheint, dass das lyrische Ich durch das Gedicht versucht, seine schmerzhaften Erfahrungen zu verarbeiten und einen Sinn in ihnen zu finden.
Weitere Informationen
Das Gedicht „Das Lied des Trinkers“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Rainer Maria Rilke. Geboren wurde Rilke im Jahr 1875 in Prag. Im Jahr 1906 ist das Gedicht entstanden. Der Erscheinungsort ist Berlin / Leipzig, Stuttgart. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zur Epoche Moderne zu. Bei dem Schriftsteller Rilke handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das vorliegende Gedicht umfasst 89 Wörter. Es baut sich aus 2 Strophen auf und besteht aus 12 Versen. Die Gedichte „Abend“, „Abend in Skaane“ und „Absaloms Abfall“ sind weitere Werke des Autors Rainer Maria Rilke. Zum Autor des Gedichtes „Das Lied des Trinkers“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 338 Gedichte vor.
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