Das Kartenspiel von Joachim Ringelnatz

Vier Männer zogen sich zurück,
Schlossen sich ein, und drei
Von ihnen versuchten ihr Glück,
Spielten Karten.
Draußen im Garten
Blühte der Mai.
 
Im schwülen Zimmer saßen die
Männer bei ihren Karten.
Ihre Weiber ließen sie
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Draußen weinen und warten.
 
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Und sie spielten Spiel um Spiel zu dritt,
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Und jeder schwitzte.
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Der vierte Mann sah zu, kibit –
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Kibitzte.
 
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Geld hin – Geld her – Geld her – Geld hin –
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Verlust – Gewinn –
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Nach Kartengemisch.
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Es wurde gebucht,
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Gereizt und geflucht.
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Man schlug auf den Tisch.
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Man witzelte seicht.
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Hätte Pikdame statt Karozehn
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Den Buben genommen,
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Dann wäre vielleicht
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Alles anders gekommen.
 
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Und noch einmal und noch und noch,
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Verbissen und besessen. –
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Ein Lüftchen kam durchs Schlüsselloch,
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Roch nach verbranntem Essen.
 
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Der König fiel.
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Das letzte Spiel,
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Das allerletzte Spiel begann.
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Und wieder stach die Karozehn.
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Der vierte Mann,
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Der nichts getan als zugesehn,
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Gewann.
 
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Vier gähnende Männer gingen
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Hinaus ins Morgengraun.
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Draußen hingen
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Am Gartenzaun
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Vier vertrocknete Fraun.
Arbeitsblatt zum Gedicht
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Details zum Gedicht „Das Kartenspiel“

Anzahl Strophen
7
Anzahl Verse
41
Anzahl Wörter
154
Entstehungsjahr
1928
Epoche
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Joachim Ringelnatz ist der Autor des Gedichtes „Das Kartenspiel“. 1883 wurde Ringelnatz in Wurzen geboren. Im Jahr 1928 ist das Gedicht entstanden. Der Erscheinungsort ist Berlin. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zu den Epochen Moderne oder Expressionismus zu. Bei dem Schriftsteller Ringelnatz handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epochen. Das vorliegende Gedicht umfasst 154 Wörter. Es baut sich aus 7 Strophen auf und besteht aus 41 Versen. Weitere bekannte Gedichte des Autors Joachim Ringelnatz sind „Abschiedsworte an Pellka“, „Afrikanisches Duell“ und „Alone“. Zum Autor des Gedichtes „Das Kartenspiel“ haben wir auf abi-pur.de weitere 560 Gedichte veröffentlicht.

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