Das Grab von Johann Christoph Ludwig Thilo

Lüfte wehen, Wolken fliehen
An dem Himmel über mir ,
Grauenvolle Nebel ziehen
Schauerlich im Thale hier,
Leicht verhüllte Sterne blinken
Aus der dunkeln Höh herab,
Und verwelkte Blätter sinken
Von der Linde auf das Grab.
 
Hüllet meine müden Glieder
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In den weißen Schleier ein;
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Senkt die eingewiegten nieder
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Leis’ in diese Todtenreihn.
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Meines Herzens banges Sehnen
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Wiegt sich schon in Schlummer ein,
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Und die stillgeweinten Thränen
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Werden bald getrocknet seyn.
 
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Dann verlöschen meine Flammen
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Ungestillter Sehnsucht Raub,
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Sinken in sich selbst zusammen
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Wie mein Herz, zu Aschenstaub.
 
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Blumen nur, und keine Vasen
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Stehn auf dem bedeckten Sarg
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Den ein friedlich grüner Rasen
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Tief in seinem Schoos verbarg.
 
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Tropfen fallen, Flocken fliegen,
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Schlossen stöbern kalt herab,
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Sanftbewegte Winde wiegen
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Sich auf dem bemoosten Grab.
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Dünne Nebelwolken eilen
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Ueber mir am Himmel fort,
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Freundlich will die Sonne weilen:
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Fühl’ ich’s nicht an meinem Ort.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (25.9 KB)

Details zum Gedicht „Das Grab“

Anzahl Strophen
5
Anzahl Verse
32
Anzahl Wörter
143
Entstehungsjahr
1799
Epoche
Klassik,
Romantik

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Das Grab“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Johann Christoph Ludwig Thilo. Thilo wurde im Jahr 1775 geboren. 1799 ist das Gedicht entstanden. Erschienen ist der Text in Tübingen. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zu den Epochen Klassik oder Romantik zu. Die Richtigkeit der Epochen sollte vor Verwendung geprüft werden. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da es keine starren zeitlichen Grenzen bei der Epochenbestimmung gibt, können hierbei Fehler entstehen. Das vorliegende Gedicht umfasst 143 Wörter. Es baut sich aus 5 Strophen auf und besteht aus 32 Versen. Der Dichter Johann Christoph Ludwig Thilo ist auch der Autor für das Gedicht „An Mignon“. Zum Autor des Gedichtes „Das Grab“ haben wir auf abi-pur.de keine weiteren Gedichte veröffentlicht.

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