Das Gelübde von Christian Felix Weiße

Unter dicht bewachsnen Linden
Fand mich Damon ganz allein,
Und er glaubt aus tausend Gründen,
Meiner Liebe werth zu seyn:
Doch ich sprach, nein, dich zu lieben,
Lieber Damon, geht nicht an,
Von der Freyheit Glück getrieben,
Hab ich ein Gelübd gethan.
 
Seines Lebens ganzes Glücke,
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Seiner Freuden Gegenstand
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Nennt er mich: mit sanftem Blicke
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Drückt er mir dabey die Hand.
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Ja, er raubt mir einge Küsse,
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Eh ich weis, wie mir geschicht;
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Schmeckten sie gleich noch so süße,
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Mein Gelübd brach ich doch nicht.
 
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Wild zog er mich zu sich nieder,
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Setzte mich auf seinen Schoos;
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Doch mir bebten alle Glieder,
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Kraftlos sank ich auf das Moos:
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Nacht umnebelte die Sinnen,
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Ich weis nicht, wie mir geschah!
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Kurz: beklagt mich Schäferinnen,
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Mein Gelübde brach ich da!
 
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Mädchen, wollt ihr etwas wagen,
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Wagt nur ein Gelübde nicht!
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Denn ihr brechts in ersten Tagen,
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Wenn euch nur ein Schäfer spricht:
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Mit der Freyheit frey zu walten,
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Welch gefährlich Eigenthum!
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Götter! dieß Gelübd zu halten,
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Schafft uns und die Schäfer um!
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (25.8 KB)

Details zum Gedicht „Das Gelübde“

Anzahl Strophen
4
Anzahl Verse
32
Anzahl Wörter
169
Entstehungsjahr
1758
Epoche
Aufklärung

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Das Gelübde“ ist Christian Felix Weiße. Weiße wurde im Jahr 1726 in Annaberg geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1758 entstanden. Leipzig ist der Erscheinungsort des Textes. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zur Epoche Aufklärung zu. Bei Weiße handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das vorliegende Gedicht umfasst 169 Wörter. Es baut sich aus 4 Strophen auf und besteht aus 32 Versen. Christian Felix Weiße ist auch der Autor für Gedichte wie „Amynt und Doris“, „An Amor“ und „An den Amor“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Das Gelübde“ weitere 100 Gedichte vor.

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