König Harald Harfagar von Heinrich Heine

Der König Harald Harfagar
Sitzt unten in Meeresgründen
Bei seiner schönen Wasserfee;
Die Jahre kommen und schwinden.
 
Von Nixenzauber gebannt und gefeit,
Er kann nicht leben, nicht sterben;
Zweihundert Jahre dauert schon
Sein seliges Verderben.
 
Des Königs Haupt liegt auf dem Schoß
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Der holden Frau, und mit Schmachten
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Schaut er nach ihren Augen empor;
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Kann nicht genug sie betrachten.
 
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Sein goldnes Haar ward silbergrau,
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Es treten die Backenknochen
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Gespenstisch hervor aus dem gelben Gesicht,
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Der Leib ist welk und gebrochen.
 
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Manchmal aus seinem Liebestraum
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Wird er plötzlich aufgeschüttert,
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Denn droben stürmt so wild die Flut,
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Und das gläserne Schloß erzittert.
 
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Manchmal ist ihm, als hört' er im Wind
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Normannenruf erschallen;
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Er hebt die Arme mit freudiger Hast,
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Läßt traurig sie wieder fallen.
 
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Manchmal ist ihm, als hört' er gar,
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Wie die Schiffer singen hier oben
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Und den König Harald Harfagar
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Im Heldenliede loben.
 
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Der König stöhnt und schluchzt und weint
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Alsdann aus Herzensgrunde.
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Schnell beugt sich hinab die Wasserfee
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Und küßt ihn mit lachendem Munde.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (26.2 KB)

Details zum Gedicht „König Harald Harfagar“

Anzahl Strophen
8
Anzahl Verse
32
Anzahl Wörter
165
Entstehungsjahr
1797 - 1856
Epoche
Junges Deutschland & Vormärz

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „König Harald Harfagar“ des Autors Heinrich Heine. Der Autor Heinrich Heine wurde 1797 in Düsseldorf geboren. Das Gedicht ist in der Zeit von 1813 bis 1856 entstanden. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zur Epoche Junges Deutschland & Vormärz zu. Der Schriftsteller Heine ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das 165 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 32 Versen mit insgesamt 8 Strophen. Weitere bekannte Gedichte des Autors Heinrich Heine sind „Als ich, auf der Reise, zufällig“, „Alte Rose“ und „Altes Lied“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „König Harald Harfagar“ weitere 529 Gedichte vor.

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