An Neuffer von Johann Christian Friedrich Hölderlin
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Noch kehrt in mich der süße Frühling wieder, |
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Noch altert nicht mein kindischfröhlich Herz, |
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Noch rinnt vom Auge mir der Tau der Liebe nieder |
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Noch lebt in mir der Hoffnung Lust und Schmerz. |
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Noch tröstet mich mit süßer Augenweide |
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Der blaue Himmel und die grüne Flur, |
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Mir reicht die Göttliche den Taumelkelch der Freude, |
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Die jugendliche freundliche Natur. |
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Getrost! es ist der Schmerzen wert, dies Leben, |
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So lang uns Armen Gottes Sonne scheint, |
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Und Bilder beßrer Zeit um unsre Seele schweben, |
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Und ach! mit uns ein freundlich Auge weint. |
Details zum Gedicht „An Neuffer“
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12
89
1794
Klassik
Gedicht-Analyse
Das vorgelegte Gedicht wurde von Johann Christian Friedrich Hölderlin, einem bedeutenden deutschen Lyriker der Romantik, verfasst. Es ist schwer, das Gedicht genau zeitlich einzuordnen, da kein Veröffentlichungsdatum gegeben ist, aber es ist wahrscheinlich, dass es während Hölderlins produktivsten Jahren, ungefähr zwischen 1795 und 1807, entstand.
Das Gedicht adressiert „An Neuffer“, jedoch ist nicht spezifiziert, wer mit Neuffer gemeint ist. Offenbar handelt es sich um eine Person, die Hölderlin nahesteht oder mit der er sich zumindest vertraut fühlt.
Nach einer ersten Durchsicht des Gedichts fallen sofort die intensive Naturbeschreibung und die wiederkehrenden Anspielungen auf Gefühle und Emotionen auf. Man spürt eine gewisse Energie und leichte Melancholie, die sich durch das Gedicht zieht.
Inhaltlich drückt das lyrische Ich trotz einiger Hinweise auf Schmerz und Lebenskampf immer noch eine gewisse Lebensfreude und Hoffnung aus. Es ist die Gegenwärtigkeit der Natur und der jugendlichen Emotionen, die im lyrischen Ich die Vitalität und das Vertrauen in das Leben erwecken. Das lyrische Ich betont, dass es noch immer in der Lage ist, die Schönheit der Welt zu sehen und zu schätzen - der „süße Frühling“, der „Tau der Liebe“, der „blaue Himmel und die grüne Flur“ - und diese Wahrnehmung ist es, die ihm Trost spendet und ihm ermöglicht, den „Taumelkelch der Freude“ zu trinken, den „die jugendliche freundliche Natur“ ihm anbietet.
Formal besteht das Gedicht aus drei Strophen zu je vier Versen. Es folgt kein festes Reimschema, aber es gibt eine deutliche Rhythmik, die dem Gedicht einen fließenden, beinahe liedhaften Charakter verleiht.
Sprachlich bedient Hölderlin sich sowohl alltäglicher als auch hochpoetischer Ausdrücke. Er nutzt starke, bildliche Metaphern („Tau der Liebe“, „Taumelkelch der Freude“), die starken emotionalen Ausdruck haben. Es ist eine Sprache, die sowohl Intimität als auch Universalität vermittelt, was dem Gedicht eine starke emotionale Wirkung verleiht.
Insgesamt handelt es sich bei „An Neuffer“ um ein tiefsinniges, emotional geladenes Gedicht, das sowohl die Freuden als auch die Herausforderungen des Lebens einfängt. Es spricht sowohl die menschliche Fähigkeit an, Schönheit und Freude in der Welt zu sehen, als auch die Unvermeidlichkeit von Schmerz und Leid. Aber letztlich ist es die Hoffnung und der Glaube an das Leben, die das lyrische Ich zum Ausdruck bringt und die das Gedicht so kraftvoll und dauerhaft inspirierend machen.
Weitere Informationen
Das Gedicht „An Neuffer“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Johann Christian Friedrich Hölderlin. Hölderlin wurde im Jahr 1770 in Lauffen am Neckar geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1794 entstanden. Das Gedicht lässt sich anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her der Epoche Klassik zuordnen. Die Richtigkeit der Epoche sollte vor Verwendung geprüft werden. Die Zuordnung der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da es keine starren zeitlichen Grenzen bei der Epochenbestimmung gibt, können hierbei Fehler entstehen. Das vorliegende Gedicht umfasst 89 Wörter. Es baut sich aus 3 Strophen auf und besteht aus 12 Versen. Weitere bekannte Gedichte des Autors Johann Christian Friedrich Hölderlin sind „Dem Genius der Kühnheit“, „Der Gott der Jugend“ und „Der Winkel von Hahrdt“. Zum Autor des Gedichtes „An Neuffer“ haben wir auf abi-pur.de weitere 181 Gedichte veröffentlicht.
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