Die Völker schwiegen von Johann Christian Friedrich Hölderlin

Die Völker schwiegen,
schlummerten ...
 
Die Völker schwiegen, schlummerten, da sahe
Das Schicksal, daß sie nicht entschliefen, und es kam
Der unerbittliche, der furchtbare
Sohn der Natur, der alte Geist der Unruh.
Der regte sich, wie Feuer, das im Herzen
Der Erde gärt, das wie den reifen Obstbaum
Die alten Städte schüttelt, das die Berge
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Zerreißt, und die Eichen hinabschlingt und die Felsen.
 
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Und Heere tobten, wie die kochende See.
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Und wie ein Meergott, herrscht' und waltete
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Manch großer Geist im kochenden Getümmel.
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Manch feurig Blut zerrann im Todesfeld
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Und jeder Wunsch und jede Menschenkraft
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Vertobt auf Einer da, auf ungeheurer Walstatt,
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Wo von dem blauen Rheine bis zur Tyber
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Die unaufhaltsame, die jahrelange Schlacht
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In wilder Ordnung sich umherbewegte.
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Es spielt' ein kühnes Spiel in dieser Zeit
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Mit allen Sterblichen das mächtge Schicksal.
 
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...
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Und blinken goldne Früchte wieder dir,
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Wie heitre holde Sterne, durch die kühle Nacht
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Der Pomeranzenwälder in Italien.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (26.7 KB)

Details zum Gedicht „Die Völker schwiegen“

Anzahl Strophen
4
Anzahl Verse
25
Anzahl Wörter
151
Entstehungsjahr
1770 - 1843
Epoche
Aufklärung,
Empfindsamkeit,
Sturm & Drang

Gedicht-Analyse

Johann Christian Friedrich Hölderlin ist der Autor des Gedichtes „Die Völker schwiegen“. 1770 wurde Hölderlin in Lauffen am Neckar geboren. In der Zeit von 1786 bis 1843 ist das Gedicht entstanden. Eine Zuordnung des Gedichtes zu den Epochen Aufklärung, Empfindsamkeit, Sturm & Drang, Klassik, Romantik, Biedermeier oder Junges Deutschland & Vormärz kann auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Basis geschehen. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben bei Verwendung. Das Gedicht besteht aus 25 Versen mit insgesamt 4 Strophen und umfasst dabei 151 Worte. Johann Christian Friedrich Hölderlin ist auch der Autor für Gedichte wie „Abendphantasie“, „An Ihren Genius“ und „An die Deutschen“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Die Völker schwiegen“ weitere 181 Gedichte vor.

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