Die Heimat von Johann Christian Friedrich Hölderlin

Froh kehrt der Schiffer heim an den stillen Strom,
Von Inseln fernher, wenn er geerntet hat;
So käm auch ich zur Heimat, hätt ich
Güter so viele, wie Leid, geerntet.
 
Ihr teuern Ufer, die mich erzogen einst,
Stillt ihr der Liebe Leiden, versprecht ihr mir,
Ihr Wälder meiner Jugend, wenn ich
Komme, die Ruhe noch einmal wieder?
 
Am kühlen Bache, wo ich der Wellen Spiel,
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Am Strome, wo ich gleiten die Schiffe sah,
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Dort bin ich bald; euch traute Berge,
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Die mich behüteten einst, der Heimat
 
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Verehrte sichre Grenzen, der Mutter Haus
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Und liebender Geschwister Umarmungen
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Begrüß ich bald und ihr umschließt mich,
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Daß, wie in Banden, das Herz mir heile,
 
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Ihr treugebliebnen! aber ich weiß, ich weiß,
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Der Liebe Leid, dies heilet so bald mir nicht,
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Dies singt kein Wiegensang, den tröstend
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Sterbliche singen, mir aus dem Busen.
 
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Denn sie, die uns das himmlische Feuer leihn,
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Die Götter schenken heiliges Leid uns auch,
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Drum bleibe dies. Ein Sohn der Erde
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Schein ich; zu lieben gemacht, zu leiden
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (25.8 KB)

Details zum Gedicht „Die Heimat“

Anzahl Strophen
6
Anzahl Verse
24
Anzahl Wörter
168
Entstehungsjahr
1798
Epoche
Klassik,
Romantik

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Die Heimat“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Johann Christian Friedrich Hölderlin. 1770 wurde Hölderlin in Lauffen am Neckar geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1798. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text den Epochen Klassik oder Romantik zugeordnet werden. Die Richtigkeit der Epochen sollte vor Verwendung geprüft werden. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da es keine starren zeitlichen Grenzen bei der Epochenbestimmung gibt, können hierbei Fehler entstehen. Das Gedicht besteht aus 24 Versen mit insgesamt 6 Strophen und umfasst dabei 168 Worte. Weitere Werke des Dichters Johann Christian Friedrich Hölderlin sind „Das Schicksal“, „Das Unverzeihliche“ und „Dem Genius der Kühnheit“. Zum Autor des Gedichtes „Die Heimat“ haben wir auf abi-pur.de weitere 181 Gedichte veröffentlicht.

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